Tade Matthias Spranger

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Tade Matthias Spranger (* 6. Mai 1971 in Bonn) ist ein deutscher Jurist. Er ist außerplanmäßiger Professor an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Rechtsanwalt und Leiter eines Zentrums zur Regulierung der modernen Lebenswissenschaften.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spranger ging in Bonn zur Schule und studierte von 1990 bis 1995 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Rechtswissenschaften. Er schloss das Studium 1995 mit dem ersten Staatsexamen ab. 1995/96 leistete er Grundwehrdienst in Koblenz und Bonn. 1997 promovierte er bei Fritz Ossenbühl zum Dr. iur., 1998 legte er das zweite juristische Staatsexamen ab. 1999 arbeitete er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, ab 2000 dann als Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Öffentliches Recht der Universität Bonn am Lehrstuhl von Matthias Herdegen.

2002 promovierte Spranger bei Armin A. Steinkamm an der Universität der Bundeswehr München zum Dr. rer. pol. Im gleichen Jahr nahm er eine DAAD-Gastdozentur am Instituto des Estudos Avançados und an der Faculdade de Direito da Universidade de São Paulo wahr. In den Jahren 2004 und 2005 war er als Feodor-Lynen-Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung Gastprofessor an der University of Technology, Sydney.

2008 wurde Spranger in Bonn mit der Arbeit „Recht und Bioethik“ habilitiert. Ihm wurde die venia legendi für die Gebiete des Öffentlichen Rechts, des Europarechts, des Internationalen Wirtschaftsrechts und des Rechts der Biotechnologie verliehen. Seit 2014 ist er außerplanmäßiger Professor an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Akademische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spranger war von 2006 bis 2014 Leiter der interdisziplinären Forschungsgruppe „Normierung der Modernen Lebenswissenschaften“ am Institut für Wissenschaft und Ethik. Er ist unter anderem Mitglied der DFG-Senatskommission für Grundsatzfragen der Genforschung, der Ethikkommission der deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaften, der Ethikkommission der Medizinischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, sowie der Ethisch-rechtlich-sozialwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Kompetenznetzwerks Stammzellforschung NRW. Spranger ist darüber hinaus Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Vereinigungen, wie etwa der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer, sowie Gründungsmitglied der European Association for Neuroscience and Law. Seit 2014 unterrichtet er zusätzlich an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf im LL.M.-Studiengang Medizinrecht. Ebenfalls im Jahr 2014 wurde er als juristisches Mitglied in das Research Ethics Committee des Human Brain Project berufen. Seit 2015 ist er Mitglied des Ethics Advisory Board des Human Brain Project und Co-Leiter des Center for Life Sciences & Law an der Universität Bonn.

Tätigkeitsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Tätigkeitsschwerpunkte sind:

  • Verfassungsrecht
  • Verwaltungsrecht
  • Deutsches und Internationales Recht der Lebenswissenschaften
  • Technikrecht
  • Europarecht

Insbesondere befasst sich Spranger mit der gesamten Bandbreite des Biorechts (Stammzellforschung, genetische Diagnostik, Biobanken, Neurowissenschaften, Nanotechnologie etc.) vom vorgeburtlichen Bereich bis hin zu rechtlichen Verwerfungen am Ende des Lebens (Friedhofs- und Bestattungswesen). Er ist unter anderem Herausgeber der Schriftenreihe Recht der Lebenswissenschaften / Life Sciences and Law sowie Mitautor an der International Encyclopaedia of Laws und am Bonner Kommentar, dem ältesten und heute umfangreichsten Kommentar zum Grundgesetz. Seit September 2016 ist Spranger in den Bereichen Öffentliches Recht und Life Sciences- bzw. Pharmarecht auch als Rechtsanwalt in Mannheim tätig.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2000: Auszeichnung der rechtswissenschaftlichen Dissertation durch die Stiftung der deutschen Städte, Gemeinden und Kreise zur Förderung der Kommunalwissenschaften in Verbindung mit der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung
  • 2004: Feodor Lynen-Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung
  • 2011: Fakultätspreis für hervorragende Leistungen in der Lehre im Bereich des Öffentlichen Rechts

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]