Tagblatt der Stadt Zürich

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Tagblatt der Stadt Zürich
Logo des Tagblatt der Stadt Zürich.svg
Beschreibung Schweizer Gratis-Wochenzeitung, Amtsblatt der Stadt Zürich
Verlag Tagblatt der Stadt Zürich AG (im Besitz zu 85 % der Tamedia und zu 15 % der NZZ)
Erstausgabe 23. Februar 1730
(als Donnstags-Nachrichten)
Erscheinungsweise wöchentlich (mittwochs)
Verbreitete Auflage (WEMF-Auflagenbulletin 2013) 127'355[1] Exemplare
Reichweite (WEMF MACH Basic 2014-1) 0,131[2] Mio. Leser
Chefredaktor Andy Fischer
Herausgeber Tamedia AG/Neue Zürcher Zeitung AG
Weblink www.tagblattzuerich.ch

Das Tagblatt der Stadt Zürich ist das städtische Amtsblatt von Zürich. Es enthält nicht nur amtliche Nachrichten, sondern auch einen redaktionellen Teil mit Berichten zum Stadtgeschehen, Kurzgeschichten, Veranstaltungskalender, Kolumnen, Kleininserate und Werbung.

Allgemeines[Bearbeiten]

Das Tagblatt der Stadt Zürich erscheint einmal wöchentlich am Mittwoch im Tabloidformat. Chefredaktor ist Andy Fischer.

Herausgeber des Tagblatts sind die Tamedia AG und die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) AG. Tamedia hält 85 % (bis 2007 60 %)[3] und die NZZ 15 % (bis 2007 40 %)[4] der Tagblatt der Stadt Zürich AG.

Seit Februar 2013 betreibt das Tagblatt auch ein Internet-Portal.[5]

Ende 2013 kündigte der Zürcher Stadtrat den Vertrag mit dem Tagblatt der Stadt Zürich[6] auf Ende 2016, weil neue submissionsrechtliche Vorschriften eine öffentliche Ausschreibung der Konzession verlangen.[7] Geprüft wird zudem, die amtlichen Mitteilungen künftig vorzugsweise elektronisch zu publizieren, wie es auch auf Bundes- und Kantonsebene angestrebt wird. Der Vertrag trat 1985 für 10 Jahre in Kraft und wurde 1995 und 2005 jeweils stillschweigend um weitere 10 Jahre verlängert.[8]

Das Tagblatt der Stadt Zürich hat eine WEMF-beglaubigte Auflage von 127'355 Exemplaren[1] und erreicht 131'000 Leser (WEMF MACH Basic 2014-1).[9]

Geschichte[Bearbeiten]

Als Gründungszeitung des Tagblatts gelten die erstmals 1730 vom im gleichen Jahr von Hans Jakob Lindinner gegründeten Zürcher Berichthaus herausgegebenen Donnstags-Nachrichten.[10] Die Zeitung benannte sich 1781 in Donnstags-Blatt und 1801 in das zweimal wöchentlich erscheinende Zürcherische Wochenblatt um.[11] Seit 1801 gab das Berichthaus parallel zum Zürcherischen Wochenblatt täglich (einschliesslich sonntags) ein Tagblatt der Stadt Zürich mit der von der Stadtpolizei geführten Fremdenliste heraus. Das Tagblatt übernahm schrittweise die Aufgaben des Zürcherischen Wochenblattes, worauf dieses ab 1843 nur noch mit zwei Seiten erschien und schliesslich ganz eingestellt wurde. Ende 1863 konnte das Tagblatt einen ersten Vertrag mit der Stadt Zürich als Amtsblatt abschliessen.[12]

1974 erfolgte die Umstellung auf Gratisverteilung.[13]

Als 1999 das norwegische Medienunternehmen Schibsted in Zürich die Gratiszeitung 20 Minuten und 2000 der schwedische Medienkonzern Metro International Metropol lancierten, bauten Tamedia und Neue Zürcher Zeitung als Abwehrmassnahme das Tagblatt zum farbigen Zürich Express aus. Das Produkt, das weiterhin auch Amtsblatt war, hatte auf dem Anzeigen- und Werbemarkt gegen 20 Minuten und Metropol jedoch keinen Erfolg. Tamedia drohte darauf, zusammen mit der Berner Zeitung auf Basis des Zürich Express eine Gratiszeitung unter dem Titel Express aufzubauen und ihr das Tagblatt der Stadt Zürich, zurückverwandelt aus dem Zürich Express, beizulegen. Die Drohung führte dazu, dass sich Tamedia und Berner Zeitung 2003 an 20 Minuten beteiligen und auf die Herausgabe des Express verzichten konnten. Metropol war von 20 Minuten bereits 2002 vom Markt verdrängt worden. Der Zürich Express wurde darauf Mitte 2003 mit neuem Layout wieder in das Tagblatt der Stadt Zürich zurückverwandelt.[14]

2005 übernahm das Tagblatt der Stadt Zürich die Quartierzeitung Die Vorstadt, die in Zürich-Nord mit rund 37'000 Exemplaren jeweils mittwochs erscheint.[15]

Als Folge der Regionalisierungsstrategie des Tages-Anzeigers (die 2012 rückgängig gemacht wurde[16]) mit einer Split-Ausgabe auch für die Stadt Zürich wurde im November 2006 das Format des Tagblatts auf Tabloidformat geändert und die Erscheinungsweise von fünf- auf nur noch einmal wöchentlich (mittwochs) reduziert,[17] womit die bisher publizierten tagesaktuellen Meldungen aus der Politik, über Unfälle oder Gerichtsprozesse entfielen.[18] Der Name «Tagblatt» wurde trotzdem beibehalten. Die Reduzierung auf ein Wochenblatt führte zu Anfragen im städtischen Parlament an die Stadtregierung. Diese nahm mit Bedauern vom Entscheid der Eigentümer des Tagblatts Kenntnis, sah jedoch keine Verletzung des gültigen Vertrages.[19]

2010 führte das Tagblatt für die rund 30'000 Deutschen in Zürich eine «Deutsche Seite von Deutschen für Deutsche, die in Zürich leben» ein, was anfänglich zu heftigen Kontroversen führte.[20]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b WEMF-Auflagenbulletin 2013 (PDF; 688 kB). In: wemf.ch. November 2013, S. 19.
  2. Tarife. In: Website des Tagblatts der Stadt Zürich.
  3. Tamedia 2006 mit starkem Wachstum. Veränderungen nach dem Bilanzstichtag. In: Medienmitteilung der Tamedia vom 27. März 2007, S. 2 (PDF; 58 kB).
  4. NZZ-Mediengruppe. Beteiligungen (Stand 31.03.2014). In: Website der NZZ-Mediengruppe.
  5. Jan Strobel: Das Tagblatt im neuen Online-Kleid. In: Tagblatt der Stadt Zürich. 12. Februar 2013.
  6. Vertrag zwischen der Stadt Zürich und der Tagblatt der Stadt Zürich AG vom 13. Dezember 1984 mit Annex vom 18. Juni 2003. In: Website der Stadt Zürich (PDF; 166 kB).
  7. Stadt Zürich kündigt Vertrag mit «Tagblatt». In: Neue Zürcher Zeitung. 8. Januar 2014.
  8. Auszug aus dem Protokoll des Stadtrats von Zürich vom 11. Dezember 2013. In: Website der Stadt Zürich.
  9. Tarife. In: Website des Tagblatts der Stadt Zürich.
  10. Donnstags-Nachrichten. In: Google Books.
  11. Gerold Meyer von Knonau: Der Canton Zürich. Zweiter Band. Huber und Compagnie, St Gallen/Bern 1856. In: Google Books.
  12. Samuel Zurlinden: Hundert Jahre : Bilder aus der Geschichte der Stadt Zürich in der Zeit von 1814–1914. 2 Bände. Berichthaus, Zürich 1914/1915, hier Band 1, S. 329 f.
  13. Über uns. History der Tagblatt der Stadt Zürich AG (Version vom 28. Oktober 2012 im Internet Archive). In: Website des Tagblatts der Stadt Zürich.
  14. Comeback eines Altbekannten. In: Neue Zürcher Zeitung. 14. Mai 2003.
  15. Tamedia: Chronik 2005. In: Website der Tamedia.
  16. «Tages-Anzeiger» stellt Splits ein. In: Neue Zürcher Zeitung. 9. Mai 2012.
  17. Das «Tagblatt der Stadt Zürich» wird zum Wochenmagazin. In: Neue Zürcher Zeitung. 2. November 2006.
  18. Tagblatt der Stadt Zürich erscheint erstmals als Wochenblatt. In: Werbewoche. 29. November 2006.
  19. Auszug aus dem Protokoll des Stadtrates von Zürich. In: Website des Gemeinderates Zürich. 9. Mai 2007.
  20. «Deutsche wissen, dass Provokationen bei Schweizern nicht gut ankommen». In: Tages-Anzeiger. 12. Oktober 2012 (Interview mit Tagblatt-Chefredaktor Andy Fischer).