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Tangenssatz

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In der Trigonometrie stellt der Tangenssatz oder Tangentensatz eine Beziehung zwischen den drei Seiten eines ebenen Dreiecks und dem Tangens der halben Summe bzw. der halben Differenz zweier Winkel des Dreiecks her.

Für die drei Seiten , und eines Dreiecks sowie für die diesen Seiten jeweils gegenüber liegenden Winkel , und gilt:

[H 1]

Wegen

kann man diese Formel auch schreiben als

Analoge Formeln für und erhält man durch zyklische Vertauschung:

Wegen bleiben diese Formeln gültig, wenn sowohl die Seiten als auch die zugehörigen Winkel vertauscht werden, also zum Beispiel:

Beweis mit Sinussatz und Identitäten der Winkelfunktionen

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Nach dem Sinussatz gilt und damit folgt

nach Einsetzen der Identitäten

sowie

die sich aus den Additionstheoremen ableiten lassen, ergibt sich durch Einsetzen in die obere Gleichung der Tangenssatz:

Beweis mit Mollweideschen Formeln

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Aus der Winkelsumme im Dreieck und dem Übergang zum Komplementärwinkel des Tangens folgt:

Aus den Mollweideschen Formeln folgt daraus der Tangenssatz:

Verallgemeinerung für Sehnenvierecke

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Eine Verallgemeinerung des Tangenssatzes gilt für Sehnenvierecke . Für die Seitenlängen , , , und die Winkelgrößen , gilt:[1]

Diese Formel reduziert sich für auf den Tangenssatz für Dreiecke.

Tangenssatz für Kugeldreiecke

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Für Kugeldreiecke gelten die Gleichungen[2][3]

Dabei sind , und die Seiten (Kreisbögen) des Kugeldreiecks und , und die gegenüberliegenden Winkel auf der Kugeloberfläche.

Der Tangenssatz wurde von dem persischen Mathematiker Abu l-Wafa im 10. Jahrhundert entdeckt.[4]

Auch Ibn Muʿādh al-Dschaiyānī beschrieb im 11. Jahrhundert den Tangenssatz für ebene Dreiecke.[5]

Der Tangenssatz für sphärische Dreiecke wurde im 13. Jahrhundert von dem persischen Mathematiker Nasir al-Din al-Tusi (1201–1274) beschrieben, der in seiner fünfbändigen "Abhandlung über das Viereck" auch den Sinussatz für ebene Dreiecke präsentierte.[5][6]

Einzelnachweise

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  1. Emmanuel Antonio José García: A Generalization of the Law of Tangents. In: Mathematics Magazine. Band 97, Nr. 3, 2024, S. 274–275, doi:10.1080/0025570X.2024.2336633.
  2. Wolfram: Spherical Law of Tangents
  3. Rob Johnson, West Hills Institute of Mathematics: Spherical Trigonometry
  4. Victor J. Katz: A History of Mathematics: An Introduction. Pearson, 2017, ISBN 978-0-13-468952-4, S. 298 (englisch, google.com [abgerufen am 6. Juli 2026]).
  5. 1 2 Marie-Thérèse Debarnot: Trigonometry. In: Rushdī Rāshid, Régis Morelon (Hrsg.): Encyclopedia of the history of Arabic science. Band 2. Routledge, 1996, ISBN 0-415-12411-5, S. 182 (englisch, google.com [abgerufen am 6. Juli 2026]).
  6. Q. Mushtaq, JL Berggren: History of Civilizations of Central Asia. Hrsg.: C. E. Bosworth, M.S.Asimov. Band 4, Nr. 2. Motilal Banarsidass, 2002, ISBN 81-208-1596-3, Trigonometry, S. 190 (englisch, google.com [abgerufen am 6. Juli 2026]).
  1. Die in Beziehung gesetzten Seiten und des Dreiecks seien dabei als unterschiedlich lang vorausgesetzt, so dass die beteiligten Nenner stets sind. Entsprechendes gilt im Folgenden für alle weiteren Formeln.