Tatonka

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TATONKA GmbH

Rechtsform GmbH
Gründung 1981
Sitz Dasing, Deutschland Deutschland
Leitung Andreas Schechinger (Geschäftsführer)
Mitarbeiterzahl 72 (2017/18)[1]
Umsatz 9,6 Millionen Euro
Branche Outdoor-Textilien und -Ausrüstung
Website www.tatonka.com
Stand: 9. März 2020

Die Tatonka GmbH (Eigenschreibung: TATONKA) ist ein deutscher Hersteller von Freizeit- und Outdoor-Artikeln sowie Outdoor-Bekleidung mit Hauptsitz in Dasing im Landkreis Aichach-Friedberg bei Augsburg. Tatonka bedeutet in der Sprache der SiouxBison‘.

Das Unternehmen befindet sich in Familienbesitz und wird in zweiter Generation geführt. Am Standort in Dasing befinden sich Design, Vertrieb und Unternehmensleitung. Eine Produktion in Deutschland gibt es nicht, die Tatonka-Produkte werden ausschließlich in zwei unternehmenseigenen Fabriken in Vietnam gefertigt. Von der Mountech Co. Ltd in Ho-Chi-Minh-Stadt, mit Produktionsstandorten in Ho-Chi-Minh-Stadt und An Nhơn in der Bình Định, wurden im März 2017 rund 700 Mitarbeiter beschäftigt.[2]

Geschichte und Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1981 gründete Winfried Schechinger in Dasing unter der Firma Mountain Sport GmbH Vertrieb von Bergsportartikeln ein Handelsunternehmen,[3] das u. a. in den 1980er Jahren Marken wie PRE-Ski und Jansport nach Europa holte.

Seit 1989 lässt das Unternehmen in betriebseigenen Fabriken vom Tochterunternehmen Mountech Co. Ltd. in Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam fertigen.[4] Mountech Co. Ltd. wird nicht im Jahresabschluss der Tatonka GmbH konsolidiert. Kinderarbeit schließt das Unternehmen nach eigenen Angaben in den eigenen Produktionsstätten aus.[5]

1993, als die Mountain Sport GmbH die Lizenz für den Vertrieb und die Produktion der Marke Jansport an den US-Konzern VF zurückgegeben hatte, benötigte das Unternehmen einen neuen Markennamen; inspiriert durch den Film Der mit dem Wolf tanzt ließ Winfried Schechinger 1993 die Wortmarke Tatonka eintragen.[6] Das Unternehmen firmierte in Tatonka GmbH Qualitätsausrüstung für Freizeitaktive um.[3]

Im November 2004 übernahm Andreas Schechinger – Sohn des Unternehmensgründers – die Geschäftsführung. Dieser arbeitet bereits seit 1991 im Unternehmen in der Produktentwicklung und absolvierte von 1989 bis 1990 beim Unternehmen Globetrotter Ausrüstung eine kaufmännische Ausbildung. Andreas Schechinger ist Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen-Sportartikel-Industrie (BSI) und dort Schatzmeister der Fachgruppe Outdoor.[7]

Die Produkte von Tatonka werden nach Unternehmensangaben in rund 4000 Fachgeschäften in 38 Ländern vertrieben.

Das Unternehmen beschäftigt am Standort Dasing laut Bundesanzeiger 72 Mitarbeiter, weltweit sind es nach Unternehmensangaben rund 1.000 Mitarbeiter.[8] Dasing ist Entwicklungsort und Auslieferungslager für den ganzen europäischen Raum.

Tatonka ist Mitglied der European Outdoor Group (EOG) mit Sitz im schweizerischen Zug. Der Verein wurde 2003 gegründet, um im Namen der Mitgliedsunternehmen auf europäischer Ebene die Interessen der Outdoor-Industrie zu vertreten. Um Mitglied zu werden muss es sich bei dem Unternehmen um eine Outdoor-Marke handeln, deren Umsatz in Europa vier Millionen Euro übersteigt und in mindestens vier europäischen Ländern Handel treibt.

Marken und Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Produktpalette der Tatonka GmbH umfasst laut Firmenangaben ein Sortiment von 2.000 Freizeit- und Outdoor-Produkten. Pro Saison kommen bis zu 80 Neuentwicklungen hinzu. Die Palette reicht von Textilien, Rucksäcken und Taschen über Zelte bis hin zu Kochgeschirr. Als Eigenmarke tragen sie die Markenbezeichnung Tatonka. Die Tatonka GmbH hat zudem seit 1993 den Vertrieb der US-amerikanischen Marke Teva übernommen, die vor allem Outdoor-Schuhe und -Sandalen herstellt.[9]

Außerdem wird Tatonka auch oft mit der Tochterfirma Tasmanian Tiger in Verbindung gebracht. Diese ist im taktischen bzw. militärischen Bereich stark vertreten und produziert hauptsächlich Rucksäcke und Plattenträger (Basis für Schutzwesten). Mittlerweile gehört aber auch eine kleine Auswahl an Kleidung zum Sortiment. Ein Merkmal der Firma ist die Verwendung von 700D-Cordura.

Kampagne für Saubere Kleidung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tatonka-Jacke von 1993 (rechts)

2009 war Tatonka in einer Debatte der seit 1990 existierenden internationalen Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign CCC) involviert. Dabei wurde moniert, inwieweit Tatonka die ILO-Kernarbeitsnormen (Organisationsfreiheit, Recht auf Kollektivverhandlung, Verbot von Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung) einhält.

Mittlerweile wurde Tatonka mit der Norm SA8000 vom TÜV Rheinland zertifiziert.[10]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen beteiligt sich am Sponsoring des Rothaarsteigs.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2017 bis zum 30.09.2018. In: Bundesanzeiger, 17. Juli 2019, abgerufen im Unternehmensregister am 9. März 2020.
  2. Die Produktion in Zahlen. openfactory.tatonka.com, Stand: März 2017, abgerufen am 29. Oktober 2018.
  3. a b Handelsregistereintrag Bayern, Amtsgericht Augsburg HRB 10883.
  4. The Garment Industry in Vietnam – Ho Chi Minh (2). In: JUKI Magazine, Nr. 3/2007, S. 6. Demnach 450 Mitarbeiter in der ersten Fabrik und 350 in der zweiten.
  5. Tatonka auf Aktiv gegen Kinderarbeit. (Abgerufen am 23. Dezember 2009.)
  6. Registernummer 2080176 beim Deutschen Patent- und Markenamt.
  7. BSI – Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie: Vorstand. Abgerufen am 9. März 2020.Fachgruppe Outdoor (Memento vom 27. Dezember 2009 im Internet Archive)
  8. Tatonka: Die Marke. Abgerufen am 9. März 2020.Marke Tatonka (Memento vom 3. März 2010 im Internet Archive) auf der Unternehmenswebsite. (Abgerufen am 23. Dezember 2009.)
  9. Internetpräsenz Teva
  10. Tatonka: Open Factory. 27. September 2011, abgerufen am 27. September 2011.
  11. Frank Rosenkranz: Rothaarsteig präsentierte sich mit seinen Sponsor-Partnern auf der TourNatur. Geschäftsstelle Rothaarsteigverein e. V., 9. September 2005, archiviert vom Original am 20. April 2011; abgerufen am 23. Dezember 2009.