Tatort: Tödliche Freundschaft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelTödliche Freundschaft
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
NDR
Länge83 Minuten
EinordnungFolge 310 (Liste)
Erstausstrahlung21. Mai 1995 auf Das Erste
Stab
RegieHerrmann Zschoche
DrehbuchRaimund Weber
ProduktionKerstin Ramcke,
Richard Schöps
MusikKlaus Doldinger
KameraKlaus Brix,
Sönke Hansen
SchnittDagmar Pohle
Besetzung
Chronologie

← Vorgänger
Bienzle und der Mord im Park

Nachfolger →
Rückfällig

Tödliche Freundschaft ist ein Fernsehfilm aus der Kriminalreihe Tatort. Der Film wurde vom Norddeutschen Rundfunk unter der Regie von Herrmann Zschoche produziert und am 21. Mai 1995 erstmals ausgestrahlt. Es handelt sich um die Tatort-Folge 310. Für den Kriminalhauptkommissar Paul Stoever (Manfred Krug) ist es der 24. Fall. Für seinen Kollegen Peter Brockmöller (Charles Brauer) ist es der 21. Fall, in dem er ermittelt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommissare Stoever und Brockmöller werden zu einem Mordfall gerufen. Der Wissenschaftler Jochen Kronberg wird erstochen in einer Bunkerruine aufgefunden. Er war aktiver Radsportler und während einer Trainingsfahrt hatte ihn sein Mörder abgefangen.

Der Wissenschaftler und Biologe hat eine sehr wohlhabende Mutter, die ihren Lebensabend in einem Sanatorium verlebt. Von ihr erfahren die Ermittler, dass ihr Sohn mit der Pflegerin Ingrid befreundet war und sie ein Kind von ihm erwartet. Ehe Stoever und Brockmöller die junge Frau jedoch befragen können, wird sie vorsätzlich von einem Auto angefahren und stirbt.

Die Recherchen der Ermittler ergeben, dass Kronbergs Mutter fast ihr gesamtes Vermögen einer dubiosen Kapitalanlagegesellschaft anvertraut hat. Möglicherweise hat sich Jochen Kronberg mit dieser Gesellschaft angelegt, doch auch die Noch-Ehefrau des Opfers wollte sich vielleicht durch ein Vorheriges Ableben ihres Mannes ein Pflichtteil sichern. Beide Möglichkeiten scheiden jedoch schnell aus.

Brockmöller erfährt von der Frauenärztin, dass Ingrids Kind missgebildet war und dass dies bereits der zweite Fall in letzter Zeit gewesen ist. Als die Ermittler herausfinden, dass Jochen Kronberg der Vater zu beiden Kindern war, werfen sie einen Blick in die wissenschaftliche Vergangenheit des Opfers. Dabei trifft Stoever auf Dr. Dieter Frank, der mit Jochen Kronberg jahrelang zusammen bei „Delta Pharma“ gearbeitet hat. Sie hatten sich mit einem genveränderten Wachstumshormon für die Schweinemast beschäftigt, bis Kronberg vor einigen Monaten überraschend gekündigt hatte.

Von Kronbergs Nachbarn wird Stoever auf den „Schweinebaron“ Hausmann aufmerksam gemacht, der bekannterweise mit Medikamenten bei der Schweinemast nachhilft. So vermuten die Ermittler, dass er in Zusammenarbeit mit Dr. Dieter Frank und anfangs auch Kronberg ein nicht zugelassenes Mittel produziert und in seinem Mastbetrieb einsetzt. Es gelingt ihnen an eine Probe des Mittels zu gelangen und nach der Analyse bestätigt es die Vermutung, dass die missgebildeten Babys der beiden Frauen darauf zurückzuführen waren.

Brockmöller findet derweil heraus, dass Heimleiter Dr. Beuck eine heimliche Überwachungsanlage im Aufenthaltsraum der Schwestern installiert hat, was sein verdächtiges Benehmen der Polizei gegenüber erklärt. Ein Mordmotiv kann er daraus zunächst nicht ableiten. Aber Stoever wird auf Beucks roten Golf aufmerksam, mit dem vermutlich Schwester Ingrid angefahren wurde. Beuck gibt daraufhin an, dass es ein Unfall gewesen sei. Doch Stoever glaubt ihm nicht. Nachdem er ihm auch den Mord an Kronberg zuordnen will, protestiert Beuck und erklärt, dass dies Dr. Dieter Frank zu verantworten hätte. Jener wusste um die illegalen Medikamente und hatte von Hausmann als „Schweigegeld“ Fleisch für die Küche seines Seniorenheims erhalten. Da die schwangeren Schwestern auch davon gegessen hatten und er von den Missbildungen erfahren hatte, sei er in Panik geraten und wollte die Angelegenheit vertuschen. Da Schwester Elke vor kurzem Suizid begangen hatte, hätte nur noch über Schwester Ingrid der Skandal bekannt werden können, was er um jeden Preis verhindern wollte.

Aufgrund von Dr. Beucks Aussage wird auch Dr. Dieter Frank festgenommen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde vom NDR und Studio Hamburg produziert und in Hamburg gedreht.[1]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einschaltquoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstausstrahlung sahen 8,05 Millionen Zuschauer, was einen Marktanteil von 26,09 % entspricht.[2]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wahlberliner wertete: „Schon der Titel macht die Spannung dieses Tatortes weitgehend zunichte. Es gibt nur eine Freundschaft in diesem Film, die tödlich sein könnte, und das ist sicher nicht die ‚kreative Konkurrenz‘ zwischen Brocki und Pudelmützen-Paul – sondern die seit Kindertagen bestehende Verbindung zwischen den Genbiologen Jochen Kronberg (Thomas Naumann) und Dieter Frank (Udo Schenk). Warum aber der eine, der so unemotional und geschäftsmäßig wirkt, den anderen gerade an diesem Memorial-Place eines alten Bunkers umbringt, den beide als Kinder besucht haben (oder ihn zumindest dort deponiert), wird ebenso ein Geheimnis bleiben wie viele andere Details dieses Falles, der von grob gestrickten sowie unfreiwillig komischen Szenen befallen ist wie ein alternder Käse von Schimmelpilzen.“[3]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm vergaben eine mittlere Wertung (Daumen zur Seite) und schrieben: „Wirrer Exkurs in Frankensteins Welt“.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Produktionsfirma bei Internet Movie Database, abgerufen am 18. Februar 2015.
  2. Tödliche Freundschaft. Tatort-Fundus, abgerufen am 6. Dezember 2014.
  3. Tödliche Freundschaft – Tatort 310 Filmkritik bei derwahlberliner.wordpress.com, abgerufen am 18. Februar 2015.
  4. Tatort: Tödliche Freundschaft Filmkritik bei TV Spielfilm (mit Bildern zum Film)