Wolfgang Winkler (Schauspieler)

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Wolfgang Winkler (* 2. März 1943 in Görlitz; † einige Tage vor dem 7. Dezember 2019[1]) war ein deutscher Schauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und erste Engagements[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfgang Winkler wuchs wohlbehütet bei seinen Großeltern auf, die regelmäßig ins Theater gingen, wodurch er bereits frühzeitig mit dem Schauspiel in Berührung kam.[2] Nach der Schule absolvierte er zunächst bei der Deutschen Reichsbahn eine Ausbildung zum Lokomotivführer und gründete parallel das Kabarett Die Zwecken.[2] Schließlich bewarb er sich an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam, wo er von 1962 bis 1965 studierte.[2] 1965 debütierte er am Görlitzer Gerhart-Hauptmann-Theater als Handwerker Zettel in William Shakespeares Komödie Ein Sommernachtstraum. Ab 1967 war er am Landestheater Halle[2] engagiert. Als sein Kollege Peter Sodann 1980 Schauspieldirektor wurde, kündigte er 1986 wegen seines schwierigen Verhältnisses zu Sodann schließlich sein Engagement.[2] Nachdem er nach der Wende wieder ein Engagement am neuen Theater Halle gefunden hatte, wurde er Anfang der 1990er Jahre vom Intendanten Horst Schönemann an das Staatsschauspiel Dresden geholt.[2]

Film und Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinen Erstauftritt vor der Kamera hatte Winkler bereits 1965 in Kurt Maetzigs Drama Das Kaninchen bin ich. Der Film, eine Adaption des Romans Maria Morzeck oder Das Kaninchen bin ich von Manfred Bieler, war bis 1990 in der DDR verboten, da er sich kritisch mit dem Sozialismus und im Besonderen mit der Strafjustiz auseinandersetzte. Auch mit Angeboten und Hauptrollenoptionen für die DEFA-Filme Ich war neunzehn (1968), Dr. med. Sommer II (1970) und Leichensache Zernik (1970) war Winkler wenig Glück beschieden – sie gingen dann doch an Jaecki Schwarz bzw. Werner Tietze[3] und im Fall von Leichensache Zernik, wo er an der Seite von Wolfgang Kieling zu drehen begonnen hatte, erkrankte der Regisseur Gerhard Klein am 10. Drehtag und verstarb. Der dann zwei Jahre später schließlich unter der Regie von Helmut Nitzschke produzierte Kriminalfilm wurde mit einer anderen Besetzung realisiert.

Erst mit verschiedenen kleinen und mittleren Fernseh-Rollen, beispielsweise in zahlreichen Inszenierungen des Fernsehtheaters Moritzburg zwischen 1968 und 1988, sowie mit Egon Schlegels Kinderfilm Das Pferdemädchen (1979) wurde Winkler einem breiten Publikum bekannt.

Nach der Wende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch nach der Wende gelang es Winkler, im Fernsehgeschäft zu bleiben. So spielte er 1992 in Frank Beyers Das große Fest an der Seite von Hans Christian Blech, Rolf Hoppe und Iris Berben oder 1994 neben Manfred Krug in Werner Mastens neunteiliger Serie Wir sind auch nur ein Volk nach Drehbüchern von Jurek Becker. Einem Millionenpublikum bekannt wurde er in der Rolle des Hauptkommissars Herbert Schneider in der Krimireihe Polizeiruf 110, wo er von 1996 bis 2013 gemeinsam mit Jaecki Schwarz in Halle (Saale) und Umgebung ermittelte. Ende Januar 2013 wurden vom MDR mit Claudia Michelsen und Sylvester Groth als Ermittlungsduo Brasch und Drexler ihre Nachfolger bestimmt.[4] Während der Zeit des Polizeirufs war Winkler wiederholt mit Schwarz auch in weiteren Fernsehfilmen als gemeinsames Duo zu sehen, wie etwa 2008 in dem ARD-Fernsehfilm Das Traumpaar.

Von 2015 bis 2019 spielte Winkler in der ARD-Vorabendserie Rentnercops an der Seite von Tilo Prückner die Hauptrolle des aus dem Ruhestand zurückgeholten Kommissars Günter Hoffmann.[5][6] Letztmals stand er im Oktober 2017 für den Fernsehfilm Der steinerne Gast der Krimireihe Wolfsland als Kneipenwirt Bruno Hass vom „Steinernen Gast“ vor der Kamera.[7]

Ferner spielte er noch Theater, so unter anderem in Dresden und 2007 sowie 2011 beim Schauspielensemble Klassik am Meer unter der Regie von Jürgen Kern.

2013 erhielt Wolfgang Winkler gemeinsam mit seinem Kollegen Jaecki Schwarz die Goldene Henne für sein Lebenswerk.[8]

Privates und Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Winkler engagierte sich als ehrenamtlicher Botschafter der Stiftung Kinderhospiz Mitteldeutschland Nordhausen e. V. in Tambach-Dietharz. Daneben hielt er regelmäßig Rezitationen und Lesungen. Mit seinem Kollegen und Freund Jaecki Schwarz hielt er in unregelmäßigen Abständen Rezitationen aus dem Ende Dezember 2009 erschienenen Buch Niemals vergessen, wo ich herkomme – Lebenswege berühmter und weniger berühmter Alkoholiker.[9][10] Im September 2012 veröffentlichte er mit Jaecki Schwarz im Eulenspiegel-Verlag das Buch Herbert & Herbert – Mit dir möchte ich nicht verheiratet sein!, welches Winkler und Schwarz auch mehrere Jahre in Lesungen vorstellten.[11]

Am 7. Dezember 2019 wurde bekannt, dass Winkler wenige Tage zuvor[12] an den Folgen einer Krebserkrankung verstorben ist.[2][13]

Winkler lebte zuletzt in Berlin-Karow. Er war verheiratet und hatte einen Sohn und eine Tochter.[12]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Primärliteratur
Sekundärliteratur

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gestorben 2019 - Die Toten des Jahres - Bild 58. In: Spiegel-Online, Fotostrecke. Abgerufen am 31. Dezember 2019.
  2. a b c d e f g mdr.de: Polizeiruf-Schauspieler Wolfgang Winkler ist tot | MDR.DE. Abgerufen am 8. Dezember 2019.
  3. Herbert & Herbert: Andreas Kurtz spricht mit Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler über Freundschaft, TV-Kommissare und das Leben. Eulenspiegel Verlag 2012
  4. Sylvester Groth und Claudia Michelsen neue "Polizeiruf"-Fahnder welt.de (Abgerufen am 29. Januar 2013)
  5. Wolfgang Winkler ist Günter Hoffmann daserste.de. Abgerufen am 2. April 2015.
  6. imfernsehen GmbH & Co KG: Ein Rentnercop geht in Rente: Neuer Partner für Tilo Prückner. Abgerufen am 22. September 2019.
  7. Wolfgang Winkler, populär geworden als Kommissar im „Polizeiruf“, ist mit 76 gestorben Online-Ausgabe der Leipziger Volkszeitung vom 8. Dezember 2019.
  8. a b Goldene Henne 2013: Das sind die Gewinner Online-Ausgabe der Superillu vom 30. September 2013.
  9. Lesung Jaecki Schwarz spricht über Alkoholkrankheit. In: mz-web.de. Abgerufen am 6. September 2012.
  10. Polizeiruf-Schauspieler Wolfgang Winkler und Jaecki Schwarz in Leinefelde. In: mz-web.de. Abgerufen am 23. Juni 2014.
  11. Herbert & Herbert on tour im Eulenspiegel-Verlag; abgerufen am 8. Dezember 2019.
  12. a b Schauspieler Wolfgang Winkler gestorben. Zeit Online, 8. Dezember 2019, abgerufen am selben Tage.
  13. Dirk Skrzypczak: Wolfgang Winkler: Hallescher Polizeiruf-Star ist gestorben. Mitteldeutsche Zeitung, 7. Dezember 2019, abgerufen am 7. Dezember 2019.