Technologiepolitik

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Der Begriff Technologiepolitik bezeichnet alle politischen Aktivitäten der Planung, Entwicklung, des Einsatzes und der Evaluation von Technologie.

'Technologiepolitik' ist auch der Name eines Ministeriums-Abteilung. Diese war seit ihrer Gründung Teil des Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF). 1998 (Regierungswechsel zu rot-grün) musste das BMBF die Abteilung Technologiepolitik an das Wirtschaftsministerium abgeben und wurde daher in Bundesministerium für Bildung und Forschung umbenannt.

Politikfeld[Bearbeiten]

Technologiepolitik ist ein Politikfeld, das neben der Förderung von Forschung und Entwicklung auch die vielfältigen Maßnahmen zur Diffusion und Anwendung von neuen Technologien und der Bearbeitung von Folgeproblemen umfasst (Simonis et al 2001). Seit den 1980er Jahren wird daher auch von Technologiepolitik als einer Innovationspolitik gesprochen. Diese Tendenz lässt sich sowohl auf unterschiedlichen politischen Ebenen feststellen (z. B. regional als Technologiepark oder national als Nationales Innovationssystem) als auch auf der Ebene von international tätigen Unternehmen, die ihre Technologieentwicklung (F&E) stark auf die späteren Anwendungen und die Kundenbedürfnisse ausrichten. In der europäischen Technologiepolitik wird diese Orientierung seit Mitte der 1990er Jahre verstärkt verfolgt (Schaper-Rinkel 2003). Die Nationalstaaten konkurrieren miteinander um Tempo sowie Intensität der Entwicklung neuer Technologien und analysieren dabei zunehmend systematischer die Fördermaßnahmen konkurrierender Staaten.

Instrumente[Bearbeiten]

Das Ziel- und Handlungsspektrum der staatlichen Technologiepolitik wird sowohl qualitativ und quantitativ erweitert. Das Spektrum von Instrumenten der Forschungs- und Technologiepolitik ist entsprechend vielfältig. Die Instrumente staatlicher Forschungs- und Technologiepolitik bestehen

  • in der institutionellen Förderung (Großforschungseinrichtungen, Max-Planck-Gesellschaft, Fraunhofer-Gesellschaft, Hochschulen etc.),
  • in finanziellen Anreizen (Programme mit FuE-Förderung und Verbundprojekten, Innovationsprogramme, Risikokapital) und
  • in der Bereitstellung von Infrastrukturen und Unterstützung des Technologietransfers (Information und Beratung, Unterstützung von Kooperationen und Netzwerken).

Zu den Instrumenten im weiteren Sinne gehören die

  • die öffentliche Nachfrage,
  • die Organisation und Finanzierung des Diskurses (Langfristvisionen, Technikfolgenabschätzung, Awareness-Maßnahmen, Planungszelle),
  • Aus- und Fortbildung (Inititierung und Förderung des Aus- und Aufbaus von Studiengängen und der Entwicklung von Ausbildungsberufen),
  • Ordnungspolitik (Wettbewerbspolitik, Regulative Politik, Beeinflussung der privaten Nachfrage).

Ziele[Bearbeiten]

Als relativ unstrittige Zusammenfassung genereller Politikziele hat sich in den letzten Jahren das Konzept der Nachhaltigkeit durchgesetzt. Übertragen auf den Bereich der Technologiepolitik bedeutet dies die Orientierung an nachhaltigen Technologien, deren Entwicklung sich im Einklang mit den ökologischen, ökonomischen und sozialen Bedürfnissen der Anwender vollzieht.[1]

In der Energie- und Infrastrukturpolitik steht das Ziel der Versorgungssicherheit zunehmend im Zentrum. Die Zugänglichkeit von Energieressourcen (Erdöl-, Ergasfelder etc.) und die Kontrolle ihrer technischen Verteilung (Pipelines etc.) ist ein Anliegen der Geopolitik. Technologiepolitik kann dabei wichtige Weichen stellen, etwa bei der Frage, ob zukünftig eher eine zentralistische oder eine dezentrale Energieversorgung gefördert wird und wie groß dabei die Abhängigkeit von ausländischen Rohstoffen ist.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Dispan; Sylvia Stieler (2005): Perspektiven der Technologiepolitik und Inno-vationsförderung in Baden-Württemberg. In: Krumbein, Wolfgang; Ziegler, Astrid (Hrsg.): Perspektiven der Technologie- und Innovationsförderung in Deutschland. Marburg, S. 51–77.
  • Stefan Kuhlmann: Politikmoderation: Evaluationsverfahren in der Forschungs- und Technologiepolitik. Baden-Baden 1998.
  • Petra Schaper-Rinkel: Die europäische Informationsgesellschaft. Technologische und politische Integration in der europäischen Politik. Münster 2003.
  • Georg Simonis, Renate Martinsen, Thomas Saretzki (Hrsg.): Politik und Technik: Analysen zum Verhältnis von technologischem, politischem und staatlichem Wandel am Anfang des 21. Jahrhunderts. Wiesbaden 2001.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beiträge zu einer nachhaltigen und bürgernahen Technikpolitik (im Entstehen)