The Best Offer – Das höchste Gebot

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Filmdaten
Deutscher Titel The Best Offer – Das höchste Gebot
Originaltitel La migliore offerta
Produktionsland Italien
Erscheinungsjahr 2013
Stab
Regie Giuseppe Tornatore
Drehbuch Giuseppe Tornatore
Produktion Isabella Cocuzza
Arturo Paglia
Musik Ennio Morricone
Kamera Fabio Zamarion
Schnitt Massimo Quaglia
Besetzung

The Best Offer – Das höchste Gebot ist ein italienischer Kinofilm aus dem Jahr 2013 von dem Regisseur Giuseppe Tornatore.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der exzentrische Gutachter und Auktionator Virgil Oldman lebt ausschliesslich für seine Kunstleidenschaft. In Absprache mit dem Künstler Billy Whistler sichert er sich unterbewertete Meisterwerke direkt im Auktionssaal. Virgil führt bereits über Jahre hinweg Auktionen so durch, dass Billy bestimmte Originalgemälde großer Künstler günstig ersteigern kann. Vor jeder Auktion hat Virgil als Gutachter für das Auktionshaus diese Originalgemälde bewusst als Replikate, Nachahmungen oder Fälschungen bewertet. Tatsächlich handelt es sich aber um Originalgemälde, die stets Frauen porträtieren. Für die in seinem Haus von unschätzbarem Wert schlummernde Kunstsammlung dutzender, weiblicher Portraits hat Virgil einen Raum, der hinter einem Handschuhschrank und einer Stahltresortür gesichert liegt.

Indes liegt das Privatleben des überzeugten Misanthropen völlig brach. Mit seinen Mitmenschen, vor allem aber mit Frauen kann der 63-Jährige rein gar nichts anfangen. Er trägt im Alltag stets Lederhandschuhe, die verhindern sollen, das seine Hände schmutzig werden und er meidet auch sonst jeglichen, sozialen Kontakt. Erst als eine gewisse Claire Ibbetson ihn telefonisch beauftragt, den Wert des Nachlasses ihrer verstorbenen Eltern in deren Haus zu schätzen und die Kunstwerke für eine Auktion zu katalogisieren, ändert sich seine Einstellung allmählich.

Denn Virgil ist vorrangig nicht an der Antiquitätensammlung interessiert, sondern an der unnahbaren Claire. Diese lässt sich stets entschuldigen, bis Virgil bei einem Telefonat im Haus feststellt, das Claire im Haus leben muss. Claire leidet unter schwerer Agoraphobie und erträgt keine unbekannten Orte oder Menschen. Sie hat nach eigenen Aussagen das Haus der Familie Ibbetson seit 15 Jahren nicht mehr verlassen und will sich deshalb Virgil auch nicht persönlich zu erkennen geben.

Virgil setzt sich in den Kopf, der kunstgebildeten Frau zu helfen. Dazu holt er sich Rat beim jungen Mechaniker Robert in dessen Ladengeschäft um die Ecke. Dieser kennt sich nicht nur mit Mechanik bestens aus, sondern auch mit Frauen, wie Virgil sehr bald erkennt. Ganz nebenbei rekonstruiert Robert für Virgil unentgeltlich einen antiken Roboter, den Virgil ihm stückweise aus Claires Haus vorbeibringt.

Mittels einer Finte gelingt es Virgil, Claire erstmals im Haus direkt zu beobachten, ohne sich ihr selbst zu offenbaren. Hierbei fällt sie ihm als jung und überaus hübsch auf. Virgil beginnt, des Öfteren in eine Kaffeebar zu gehen, die genau auf der gegenüberliegenden Strassenseite von Claires Haus liegt, um den Hauseingang kontrollieren zu können. Hierbei wird er ungewollt auf eine missgebildete Frau aufmerksam, die stets in der Bar ist und merkwürdige Selbstgespräche führt.

Nach mehreren Besuchen bei Robert und dessen Tipps zum Thema Liebe und einigen verbalen Auseinandersetzungen mit Claire in deren Haus gelingt es Virgil endlich, sie persönlich zu sprechen. Spätestens nach diesem Treffen offenbart sich Virgil Robert ganz und spricht darüber, das die Geschichte mit Claire ihn persönlich betrifft. Virgil geht nun regelmässig zu Claire, kauft ihr Kleider und bringt ihr Essen mit.

Zwischenzeitlich arbeitet Virgil an der Katalogisierung aller antiquarischen Objekte aus Claires Haus. Seine eigentliche Arbeit als Auktionator leidet unter der Beziehung zu Claire, die ihn immer mehr beansprucht und aufwühlt. Er trägt sogar nicht einmal mehr seine obligatorischen Handschuhe.

Als Claire plötzlich nicht mehr auffindbar ist, sucht Virgil wie besessen nach ihr. Schliesslich findet er sie auf dem Dachboden ihres Hauses, wo sie zusammengekauert sitzt und weint. Nachdem sie zur Beruhigung ein Bad genommen hat, schlafen Virgil und Claire miteinander. Auch dieses Ereignis trägt Virgil am nächsten Tag an Robert weiter. Am selben Abend wird Virgil vor Claires Haus von drei Unbekannten krankenhausreif verprügelt. Mit letzter Kraft verständigt er Claire, die einen Krankenwagen ruft.

Nach seiner Genesung führt Virgil Claire erstmals zu sich und zeigt ihr auch den verborgenen Raum mit den Gemälden. Nachdem sich die beiden nun gegenseitig ihre Zuneigung gestanden haben, treffen sie sich mit Robert und dessen Freundin zum Abendessen in einem Restaurant. Hierbei präsentiert Virgil den fertig gestellten Katalog für die Antiquitäten aus Claires Haus, die nun aber plötzlich nicht mehr verkaufen möchte. Dem Wunsch kommt Virgil nach und zerreisst den Katalog. Ausserdem verkündet Virgil, das er sich entschieden hat, am kommenden Wochenende die grösste und zeitgleich letzte Auktion seines Lebens durchzuführen, um sich ganz Claire widmen zu können.

Nachdem Ende der Auktion teilt Billy Virgil mit, das aus ihm ein grosser Künstler hätte werden können, wenn Virgil an ihn geglaubt hätte. Doch es wird klar, das Virgil nichts von den Künsten Billys hält. Zum Abschied sagt Billy zu ihm, das er Virgil eines seiner Bilder geschickt habe.

Als Virgil bei sich zu Hause eintrifft, sucht er vergeblich nach Claire, die nach Aussage des Butlers ausgegangen ist, findet aber ein Portraitgemälde von Claire, das in einem Zimmer steht. Virgil bringt das Bild gleich in seinen Geheimraum, lässt dort das Gemälde aber entsetzt aus den Händen gleiten: sämtliche Bilder wurden aus dem Raum entwendet. Wie versteinert betrachtet Virgil die weissen Wände. Als er sich umdreht, entdeckt er in einer Decke den von Robert fertiggestellten, antiken Roboter. Als Virgil darauf zuläuft, beginnt der Roboter zu sprechen: "Hinter jeder Fälschung verbirgt sich auch etwas Echtes, ganz ihrer Meinung. Deshalb werden sie mir fehlen, Mister Oldman."

Virgil - mittlerweile in einer Psychatrie - wurde Opfer eines undurchschaubaren und raffinierten Plans. Die missgebildete Frau in der Bar entpuppt sich als die wahre Claire Ibbetson, der das Haus gegenüber gehört. Virgil erfährt im Gespräch mit ihr, das sie ihr Haus zuletzt an einen Techniker vermietet habe. Jetzt versteht Virgil, das Claire und Robert ein gerissenes Gaunerpärchen sind und die Liebe und Zuneigung von ihr nur gespielt war.

Auch das Ladengeschäft von Robert steht inzwischen leer. Als Virgil zuhause das Gemälde der falschen Claire untersucht, findet er auf der hinteren Leinwand geschrieben: "Für Virgil mit Zuneigung und Dankbarkeit. Billy" Damit ist klar, das auch Billy an der Intrige gegen Virgil beteiligt ist. Ein GPS-Sender im Kofferraum seines Wagens gibt Virgil Gewissheit, das die Beteiligten zu jederzeit wussten, wo er sich gerade aufhielt.

Verzweifelt erinnert sich Virgil an die intimen Momente mit der falschen Claire und fährt am Ende des Films mit dem Zug nach Prag, um in einem mit grossen Uhren gespickten Cafe - quasi einem Cafe Zeitlos - auf seine grosse Liebe Claire zu warten.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Schwickert lobt in der Zeit den Thriller, der "vor allem durch seine komplexe Plotkonstruktion und die atmosphärische Dichte des stilvollen Settings, in dem die Kunstgeschichte kräftig mitatmen darf [überzeugt]". [1] Gerhard Midding, der Kritiker der Welt, stellt eine Beziehung zu Alfred Hitchcock her, lobt die großartige schauspielerische Leistung von Geoffrey Rush. Tornatore habe den Film mit "altmodischem Elan und sichtbarem Vergnügen an den Mysterien, die er aufwirft" konstruiert, er bedauert aber den nichtssagenden Titel des Films. [2] Für Carsten Baumgardt von filmstarts.de ist der Film "wie aus dem Antiquariat - überaus kultiviert und bewusst gegen die heutigen Sehgewohnheiten gewandt", erfreut durch eine "liebevoll-perfekte Ausstattung [und] betörende Streicherklänge von Altmeister Ennio Morricone", durch "weitgehend effektiv gesetzte Wendungen und zeitlose Themen". [3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nominierungen zum Europäischen Filmpreis 2013 als bester europäischer Film, für die beste Regie und das beste Drehbuch. [4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]
  2. [2]
  3. Kritik der Filmstarts.de- Redaktion
  4. Internationale Filmfestspiele Berlin 2013