Theodor Apel

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Theodor Apel

Guido Theodor Apel (* 11. Mai 1811 in Leipzig; † 20. November 1867 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller und Stifter.

Leben[Bearbeiten]

Theodor Apel wurde als Sohn des Leipziger Ratsherrn und Dichters August Apel geboren. Als Schüler der Nikolaischule und über die Schulzeit hinaus war er mit Richard Wagner befreundet. Von 1830 bis 1834 studierte Apel Rechtswissenschaft an den Universitäten Leipzig und Heidelberg. 1832 wurde er Mitglied des Corps Saxo-Borussia Heidelberg. Damit war er in Heidelberg in der gleichen Verbindung wie Robert Schumann.[1] Das Studium schloss er mit der Promotion zum Dr. jur. ab.[2]

In Leipzig war Apel zuvor Renonce beim Corps Saxonia Leipzig.[3] Apel setzte sich 1835 mit seiner Unterschrift unter eine Petition für die Wiederzulassung der Studentenverbindungen an der Universität Leipzig ein, wenn auch vergeblich. Das taten weitere Mitglieder des Corps Saxonia auch, die wie er im Umkreis Richard Wagners standen, so Bernhard Nake, Karl Louis Graf von Beust und Karl Allwill Graf von Tecklenburg.[4]

Apel schrieb Dramen sowie lyrische und erzählende Gedichte. Sein Stück Nähkätchen aus dem Jahr 1858 wurde ein Bühnenerfolg.

Theodor Apel besaß das von seinem Großvater Heinrich Friedrich Innocentius Apel erworbene Rittergut Ermlitz bei Schkeuditz, wo er auch lebte. Er war verheiratet mit Marie, geborene Ploß. Nach einem Sturz vom Pferd war er ab 1856 fast völlig blind.

Theodor Apel 1861 bei der Einweihung des Apelsteins Nr. 5

Seit Beginn der 1860er Jahre engagierte sich Apel für das Andenken an die Völkerschlacht bei Leipzig und ließ auf eigene Kosten 44 Denkmale an den Standorten der Truppen in der Schlacht errichten, die sogenannten Apelsteine.[5] Er verfasste auch einen Führer zu diesen Steinen mit Beschreibungen der Heerführer und dem Schlachtenverlauf.[6] Neuere Führer zu den Denkmälern der Völkerschlacht bei Leipzig sind die von Steffen Poser[7] und Reinhard Münch.[8]

Apel saß in Leipzig auch am sogenannten Verbrechertisch, an dem sich der demokratisch und fortschrittlich gesinnte Teil der geistigen Elite der Stadt traf. Apel ist auch auf der Tischplatte mit „Dr. Th Apel“ namentlich erfaßt.[9]

Seit 1898 trägt eine Straße in der ehemaligen Petzscher Mark in Leipzig den Namen der in Leipzig über 150 Jahre bedeutenden Familie Apel, die Apelstraße.[10]

Werke[Bearbeiten]

  • Columbius (Schauspiel, vor 1835, Richard Wagner komponiert eine Ouvertüre dazu: WWV 37a)
  • Melusine (Gedicht, 1844)
  • Der Hausarzt (1848)
  • Professor Mispel (Gedicht, 1854)
  • Günther von Schwarzburg (Drama, 1856)
  • Nähkätchen (Drama, 1858)
  • Die Tochter des Präsidenten (Drama, 1858)
  • Dichters Liebe und Heimath (Drama, 1859)
  • Führer auf die Schlachtfelder Leipzigs im October 1813 und zu deren Marksteinen (Sachbuch, 1863)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Pester, Zwischen Musik und Jus – Das "Burschenjahr" in Heidelberg 1829/30, in: Der akademische" Schumann und die Jenaer Promotion von 1840, herausgegeben von Joachim Bauer und Jens Blecher (Veröffentlichungen des Universitätsarchivs Leipzig Bd. 14, hrsg. von Jens Blecher und Gerald Wiemers), Leipzig 2010, S. 39-48. Hier S. 43.
  2. Kösener Korpslisten 1910, 120, 151
  3. Richard Wagner an Theodor Apel, Leipzig 1910 (Nachdruck London 2013), S. 3 f.
  4. Carl Friedrich Glasenapp, Das Leben Richard Wagners, Bd. 1, 4. Aufl., Leipzig 1905, S. 135-140. -Universitätsarchiv Leipzig (UAL): Bestand Rektor: Rep. II Kap. IV Nr. 10 "Acta die von den Studirenden Johann Eduard Naechster u. Cons eingereichte Petition um Abänderung der akademischen Gesetze insbesondere um Gestattung der Studentenverbindungen betr." (1830–1844). -Mario Todte: Der Prinz von Sulkowsky an der Universität Leipzig: Ein besonderer Fall von Hochstapelei, München 2014, S. 26 ff. ISBN 978-3-656-74569-3 Die als Prinz von Sulkowsky bezeichnete Person hieß in Wahrheit Johann Friedrich Lösch, die aber ebenfalls die Petition zur Wiederzulassung der Studentenverbindungen an der Universität Leipzig unterzeichnet hatte.
  5. Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig, Pro Leipzig, 2005, S. 21f.
  6. Theodor Apel: Führer auf die Schlachtfelder Leipzigs im October 1813 und zu deren Marksteinen. Hoffmann, Leipzig 1863. (Werk als pdf-Datei)
  7. Steffen Poser: Hiob 38,11. Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter, hier sollen sich legen deine stolzen Wellen. Denkmale erzählen über die Leipziger Völkerschlacht. Leipziger Hefte, Bd. 13 (Hrsg. vom Leipziger Geschichtsverein e. V.), Sax-Verlag, Beucha 1998, ISBN 3-930076-66-7.
  8. Reinhard Münch: Marksteine und Denkmale der Völkerschlacht in und um Leipzig. Barthel, Panitzsch 2000, ISBN 3-910188-28-1
  9. vgl. Prim Berland: Hermann Marggraff. Ein deutsches Literatenleben. Nach seinen Werken und seinen hinterlassenen Briefschaften, sowie nach der zeitgenössischen Journalistik. Paris: Flory, 1942, S. 262.
  10. Gina Klank, Gernot Griebsch: Lexikon Leipziger Straßennamen, Verlag im Wissenschaftszentrum Leipzig, 1995, ISBN 3-930433-09-5, S. 27