Thimerfonat

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Strukturformel
Struktur von Thimerfonat
Allgemeines
Name Thimerfonat
Andere Namen
  • Timerfonat
  • Ethyl-(4-sulfophenyl)sulfanylquecksilber
  • Natriumtimerfonat (Na-Salz)
  • Natriumthimerfonat (Na-Salz)
Summenformel C8H10HgO3S2
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
PubChem 169497
Wikidata Q2421144
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Antiseptikum

Eigenschaften
Molare Masse 418,88 g·mol−1
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[2] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 330​‐​310​‐​300​‐​373​‐​410
P: ?
Toxikologische Daten

56 mg·kg−1 (LD50Mausi.v.)[3]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Thimerfonat, auch Timerfonat, ist eine organische Quecksilberverbindung und eine Benzolsulfonsäure, die seit den 1930er Jahren Impfstoffen zugesetzt wird, um diese keimfrei zu halten.[4] Es wurde meist als Natrium­salz eingesetzt. Mit Ausnahme von pandemischen Impfstoffen in Mehrdosenbehältnissen (also spezielle Impfstoffe im Falle einer Pandemie) werden indes keine organische quecksilberhaltige Verbindungen mehr eingesetzt.[5]

Thimerfonat war in vielen bakteriellen Impfstoffen (Cholera, Pneumokokken)[6], in Grippeimpfstoffen[7] oder auch bei Impfstoffen gegen Diphtherie[8] enthalten. Die WHO hatte seinerzeit keine Bedenken gegen den Einsatz.[9] Sowohl die EMA, als auch das Institute of Medicine sahen keine wissenschaftlichen Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus oder anderen neurologischen Störungen bei Kindern.[9] Die FDA schloss sich dieser Einschätzung an.[10]

Natriumtimerfonat wird von der EU auf der Liste der pharmazeutischen Stoffe geführt, für die Zollfreiheit gilt.[11]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag zu Organische Quecksilberverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016. (JavaScript erforderlich)
  2. Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag organic compounds of mercury with the exception of those specified elsewhere in this Annex im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  3. Eintrag zu Thimerfonate sodium in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM)
  4. H. Spiess, U. Heininger: Impfkompendium. 6. Auflage. Thieme, Stuttgart 2005, ISBN 3-13-498906-9, S. 62–63.
  5. PEI Impfung und Quecksilber/ Thiomersal - Antworten auf kritische Fragen. Archiviert vom Original am 29. November 2018; abgerufen am 31. Juli 2018.
  6. Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH: Pharmazeutische Zeitung online: Heil- und Nutzpflanzen mit Haut-Tücken. Abgerufen am 31. Juli 2018.
  7. Grippeimpfstoffe 97/98 im Vergleich - arznei telegramm. (arznei-telegramm.de [abgerufen am 31. Juli 2018]).
  8. Muller: European Drug Index: European Drug Registrations. 4. Auflage. CRC Press, 1998, ISBN 978-3-7692-2114-5 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 31. Juli 2018]).
  9. a b Burkhard Schneeweiß und Brigitte Keller-Stanislawski: Impfsicherheit versus Impfskepsis. Abgerufen am 31. Juli 2018.
  10. Center for Biologics Evaluation and Research: Vaccine Safety & Availability - Thimerosal and Vaccines. Abgerufen am 31. Juli 2018 (englisch).
  11. Verordnung (EG) Nr. 578/2002 der Kommission vom 20. März 2002 zur Änderung des Anhangs I der Verordnung (EWG) Nr. 2658/87 des Rates über die zolltarifliche und statistische Nomenklatur sowie den Gemeinsamen Zolltarif. In: Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften. L, Nr. 97, 13. April 2002, S. 1–98.