Thomas Hodgkin

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Thomas Hodgkin
Hodgkins Grabmal in Jaffa

Thomas Hodgkin (* 17. August 1798 in Pentonville, London Borough of Islington; † 5. April 1866 in Jaffa, damals Palästina) war ein britischer Arzt und Pathologe. Er beschrieb 1832 die Lymphogranulomatose.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Quäker konnte Hodgkin nicht im anglikanischen England studieren. Deshalb studierte er Medizin an der University of Edinburgh. Schon in seiner Doktorarbeit befasste er sich mit Lymphknoten.[1] Zur klinischen Ausbildung ging er zu René Théophile Hyacinthe Laënnec am Hôpital Necker in Paris. Er trat 1825 seine Stelle am Guy’s Hospital an und hielt Vorlesungen in „morbider Anatomie“. Mit Thomas Addison und Richard Bright bildete er das große Dreigestirn der Klinik. Bei seiner tiefen Religiosität fühlte er sich nicht nur dem Arztberuf, sondern auch sozialen und pädagogischen Reformen verpflichtet. Er war eine bedeutende Persönlichkeit seiner Zeit vor dem Hintergrund der sozialen und medizinischen Veränderungen im England des 19. Jahrhunderts.

Im Januar 1832 veröffentlichte er in der Royal Society einen Artikel mit dem Titel On the Morbid Appearances of the Absorbent Glands and Spleen.[2] Darin beschreibt er verschiedene Fälle einer Krankheit des lymphatischen Systems betrifft. Seither trägt diese Erkrankung Hodgkins Namen.

1837 war Hodgkin Mitgründer der Aborigines’ Protection Society, die sich dem Schutz der Rechte indigener Völker im Britischen Weltreich widmete.

Hodgkin starb an Dysenterie, als er seinen Gönner Moses Montefiore auf einer Reise in das Heilige Land begleitete. Nach der (wohl hintersinnigen) Inschrift seines Grabmals war ihm nichts Menschliches fremd:

HUMANI NIHIL A SE ALIENUM PUTABIT

Laënnec hielt viel von Hodgkin: „Er war die Nummer Eins unter all den englischen Doktoren, die bei mir studiert haben.“

Siehe auch: Hodgkin-Lymphom

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dissertatio physiologica inauguralis de absorbendi functione.
  2. Med Chir Trans 17 (1832), S. 69–97.