Thomas Sandmann

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Thomas Sandmann (* 5. April 1964 in Lünen) ist ein deutscher Rennfahrer und Motorsport-Teamchef. Darüber hinaus ist der Inhaber des Unternehmens master orange group auch als Musik- und Video-Produzent bekannt.

Der studierte Diplom-Ingenieur ist neben seinen hauptsächlichen Wirkungsbereichen als Berater für Rundfunk, Fernsehen und die Industrie tätig. Sandmann gibt regelmäßig Interviews und Workshops in Fachzeitschriften[1] und hat drei Fachbücher geschrieben. Sein Unternehmen master orange group beinhaltet seit dem Jahr 2000 auch seine ehemals eigenständige Medienfirma ths master mix, die heute entsprechend der Nomenklatur master orange motorsport neben anderen Bereichen wie master orange pictures als master orange music geführt wird.

Motorsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner aktiven Rennfahrer-Karriere (Tourenwagen der Gruppe A) wurde Thomas Sandmann Motorsport-Teamchef und Inhaber seines eigenen Rennstalls. Zu seinen Erfolgen gehören Meistertitel und Gesamtsiege in verschiedenen Markenpokalen und Langstrecken-Rennserien.[2] Im Motorsport-Bereich arbeitet Sandmann mit vielen Partnern und Sponsoren.[3]

Sandmanns Firmenbereich master orange motorsport baut Renn-Tourenwagen auf, die in verschiedenen Rennserien eingesetzt werden. Sein Orange Green Racing Team erreichte im Jahr 2009 den 2. Platz und 2010 den 3. Platz in der Teamwertung der BMW DE Challenge.[4][5] In Saison 2011 erreichte ein Master-Orange-BMW Platz 1 der Gesamtwertung.[6][7] Mit dem Gesamtsieg beendete Sandmann seine aktive Mitwirkung in diesem Team.[8]

Die master orange group war von 2009 bis 2012 Medienpartner[9] und Sponsor[10] der Motorsport-Serie RCN.

Ein von master orange motorsport betriebener Porsche-Rennwagen, der mit einem Beifahrersitz ausgestattet ist, wurde 2012 zum offiziellen Race Taxi des DMV.[11] Dieses Fahrzeug wird von Sandmann selbst gefahren.[12] In jedem Jahr verlost er bei der Essen Motor Show Mitfahrten auf verschiedenen Rennstrecken in Europa. Seit 2010 spendet er den gesamten Erlös jeweils für einen guten Zweck[13], seit 2014 fährt das DMV Race Taxi für die Aktion "Augenlicht in Kambodscha" und finanziert mit jeder einzelnen Mitfahrt eine komplette Augenoperation.[14] Zusammen mit der Rennserie STT fährt Sandmann mit seinem Race Taxi seit 2015 auch im Rahmenprogramm der ADAC GT Masters.[15]

Extra für den Einsatz auf der Nordschleife der Rennstrecke Nürburgring stellte Sandmann im Jahr 2016 sein Race Shuttle vor, ein mit vier Rennsitzen und Rennwagen-Technik ausgestatteter VW Touran. Mit diesem zeigt er Interessenten und angehenden Rennfahrern die Eigenarten jener Rennstrecke, mit der ihn viel verbindet. Koordiniert werden die Fahrten vom Fanshop Grüne Hölle, in dem Sandmann bei Großveranstaltungen auch regelmäßig persönlich im Rahmen von Autogrammstunden anzutreffen ist.

Mit einem eigenen Förderprogramm engagiert sich Sandmann für den Nachwuchs im Motorsport[16], unterstützt ein Studenten-Team in der Formula Student[17] und brachte in der Saison 2013 einen Deutschen Meister im Kartsport (Rotax Max) hervor.[18]

Für Marketing und Medienpräsenz unterhält Sandmann weitere Firmenbereiche wie eine eigene Video- und Musikproduktion, eine Presseabteilung und eine Agentur für die Vermittlung von Messehostessen und Grid Girls. Diese sind zum einen Teil durch den Bedarf entstanden, zum anderen aus früheren eigenständigen Bereichen in die heutige Firmengruppe integriert worden.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In mehreren Fachzeitschriften wird Thomas Sandmann in die internationale Top-Riege der Toningenieure eingestuft. Er gilt als Pionier der digitalen Studiotechnik[19] und Vorreiter der hochauflösenden Audioformate.[20] Die von ihm bereits in den späten 1980er Jahren zu diesem Thema verfassten Texte galten lange Zeit als die einzigen im deutschsprachigen Raum. Hersteller hochauflösender digitaler Audiosysteme verwenden sie noch heute nahezu unverändert in ihren Produktbeschreibungen.[21]

Sandmanns Produktionen reichen von Klassik bis Rock.[22] In Sandmanns Studios wurden Hip-Hop-, Heavy-Metal- und Schlager-Produktionen gemischt. Sandmann gibt zu seiner Tätigkeit auch Interviews, hält Vorträge und Workshops.[23] Da er in sehr jungen Jahren mit der Musikproduktion begann, reicht seine Erfahrung von den Anfängen der Mehrspurtechnik bis zu den aktuellen Entwicklungen.[24] Charakteristisch für seine Audio-Produktionen ist ein großer technischer Aufwand, um eine möglichst hohe Qualität zu erreichen.[25] Sandmann arbeitet mit einer großen Anzahl von Partnern, externen Vorproduktionsstudios, Lizenznehmern der von ihm entwickelten Audio-Verfahren oder angeschlossenen Verlage und Platten-Labels. Schon mehrfach führten Sandmanns Projekte als Auslöser zu weiterführenden Partnerschaften zwischen den beteiligten Industrie-Unternehmen. [26]

Als größter Erfolg Sandmanns gilt in Fachkreisen nicht ein einzelnes Werk, sondern die große Anzahl an Club-Hits der frühen Techno-Szene in Deutschland.[27] In den frühen 1990er Jahren produzierte Sandmann hauptsächlich diese Musik, die er auch selbst komponierte. Er gilt als Wegbereiter der Musikgattung in Deutschland und gab mit Soundbänken für Synthesizer vielen anderen Techno-Produzenten das benötigte Handwerkszeug[28] an die Hand. Für dieses Lebensabschnittswerk wurde er im Jahr 2009 in die Ausstellung des Gronauer rock'n'popmuseums aufgenommen.

Heute produziert Thomas Sandmann nur noch selten Musik für eigenständige Veröffentlichungen, sondern hauptsächlich für den kombinierten Einsatz mit seinen anderen Firmenbereichen. Seine Musik ist in den letzten Jahren in Videoproduktionen aus eigenem Hause zu finden sowie vornehmlich im Motorsport-Bereich. So produzierte Sandmann beispielsweise den offiziellen Titelsong der Essen Motor Show.[29] Auch das Musikstück Schumania[30] zu Ehren von Michael Schumacher wurde in den Studios der master orange group gemischt.

Video[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von Sandmann produzierten Musikvideos verzichten oft auf aufwendige und teure Settings oder Spezialeffekte und betonen eher Bildqualität, Handlungsverlauf und Spannungsbogen.[31] Seine Videos für Jürgen Drews, Die Schröders und Rage gelten als kostengünstigste Produktionen der gesamten Branche.[32]

Weiterhin gilt Sandmann als Verfechter der Bewegung Demokratisierung der Produktionsmittel, verfasste ein Buch zum Thema und berät die Industrie,[33] damit der begrenzende Faktor nicht mehr in den Budgets, sondern nur noch in der Kreativität der Video-Schaffenden besteht.

Aus Sandmanns Studios stammen heute hauptsächlich TV-Berichte über Motorsport, ebenso kommen Filmaufnahmen von Rennwagen in seinen Musikvideos vor[34].

Veröffentlichungen (auszugsweise)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Party[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Drews, CD König von Mallorca, Polydor, 2000
  • Valetti, CD Whisky in the jar, Felixdae Musix, 2001
  • Jürgen Drews, CD Hey! Amigo Charly, Polydor, 2001
  • Jürgen Drews, CD 6x6 am Tag, Polydor, 2002

Punkrock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Schröders, CD Das Beste, Uposta/PIAS, 2003
  • Nullbock, CD Für immer, Uposta, 2002
  • Die Schröders, TV-Musik Was nicht passt, wird passend gemacht, 2003
  • Die Schröders, Film-Musiktracks in Motown, Kinofilm mit Oli P.

Rock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Souldrinker, CD Semper Fidelis II, Rock Dog Records, 2014
  • Black Thunder Ladies, CD First Take, Rock Dog Records, 2012
  • Rage, DVD Never Give Up, Nuclear Blast, 2010
  • T.Rex, DVD Back in Business, SPV, 2003

Pop[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • En Vogue, DVD+CD Live in Birmingham, SPV, 2004
  • Chic, DVD+CD Live at the Budokan, SPV, 2004
  • Marc Almond, DVD+CD Live at the Lokerse Feesten, SPV 2004
  • Cle, CD Cle, Sony/BMG, 2003

Techno[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Blue Cascade, Maxi-Single Silver Blue, 23 Frankfurt, 1999
  • Syrinxx, Maxi-Single Exxtasy, Massive/Sony, 1996
  • Hardbase, diverse Tracks, SMG 1994
  • Concrete, diverse Tracks, SDD 1994

Klassik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ingeborg Hischer, CDs Ave Maria Vol. 1 und 2, Sicus Klassik, 1998, 1999
  • Philip Langshaw, CD Mahler im Dom zu Schwerin, Sicus Klassik, 2003
  • Christoph Keller, CD Percy Whitlock: The Great Organ Works, Sicus Klassik, 2005
  • Christoph Keller, CD Toccata Toccatissimo, Splendid Classics, 2007
  • Christoph Keller, CD Scherzo Scherzissimo, Splendid Classics, 2009

Country[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Engel, CD Heavenly Melodies, Felixdae Musix, 2006
  • Michael Engel, CD Romantische Mundharmonika, Koch/Universal, 2009

Schlager[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Achim Mentzel, CD Mal ist man oben und dann unten, DA, 2001
  • Michael Holm, CD Frühstück, DA, 2008

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beiträge als Gastautor (auszugsweise)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Sandmann: Workshop Effekte, in: Fachzeitschrift Keys, monatl. Serie, 1996–1998
  • Thomas Sandmann: Schnell erklärt, in: Fachzeitschrift Keys, monatl. Serie, 1999
  • Thomas Sandmann: Grundlagen der Audiotechnik, in: Fachzeitschrift Sound & Vision, monatl. Serie, 2000–2001
  • Thomas Sandmann: Aliasing, in: Prof. Dr. Dr. Horst Hischer, Mathematikunterricht und Neue Medien, Verlag Franzbecker, 2002, ISBN 3-88120-353-2
  • Thomas Sandmann: Die Musikvideo-Produktion im zeitlichen Wandel, in: Mania/Keazor/Wübbena, Imagebuilder, Telos Verlag, 2011, ISBN 978-3-933060-36-5
  • Thomas Sandmann: Studiowissen, in: Fachzeitschrift Keys, monatl. Serie, 86 Folgen, 05/2008 bis 07/2015
  • Thomas Sandmann: Fahrdynamik und Fahrphysik, in: Race Track 2 Read, vierteljährl. Serie seit 2016

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fachzeitschriften: Rolling Stone, Keys, Studio Magazin, Beat, Sound & Vision, Recording Magazin, PMA, Studio Post Pro, Solo, Tools4Music, Streaming Media, Production Reality
  2. Fachzeitschrift Motorsport XL, Ausgabe Juni 2012
  3. Beispiel für Sponsoring im Motorsport
  4. Pressemitteilungen der BMW DE Challenge 12/2009 und 12/2010
  5. Siegesfeier BMW DE Challenge vom 21. November 2009
  6. Auto Bild, Ausgabe 22, vom 1. Juni 2011
  7. Auto Bild, Ausgabe 44, vom 4. November 2011
  8. Bericht im Stadtspiegel Dorsten
  9. Abspann der RCN-TV-Trailer 2010 bis 2012
  10. Logo im Sponsor-Feld hinter der Startnummer auf jedem RCN-Rennwagen
  11. Jahresrückblick DMV TCC 2012, Seite 36
  12. Video: DMV TCC Race Taxi
  13. Video: Thomas Sandmann fährt für Skate Aid
  14. Motorsport XL online: DMV Race Taxi fährt für Augenlicht in Kambodscha
  15. Auto-Rennsport.de: Mitfahren im Rennwagen
  16. Förderprogramm: Nachwuchs im Motorsport
  17. Video: Thomas Sandmann als Sponsor und Partner eines Formula-Student-Teams
  18. Tamino Bergmeier holt sich den ersten RMC-Titel
  19. Fachzeitschrift Keys, Ausgabe 09/2012, S. 93: Digitaltechnik
  20. Interview: Hochauflösende Audioformate
  21. Beispiel einer Produktbeschreibung mit Sandmanns Texten
  22. Fachzeitschrift Music Outlook, Ausgabe 02/2001: Barfuß oder Lackschuh
  23. Video-Workshop bei C-Tube
  24. Fachzeitschrift Sound & Vision, 2001: Vom Senkel zur Festplatte
  25. Fachzeitschrift Streaming Media, 2003: Mit Kanonen auf Spatzen
  26. IMM Excellence, Ausgabe 31, Juni 2012, S. 7: Powern mit Partnern
  27. Fachzeitschrift Recording Magazin, 6/2012 S. 66
  28. Interview: Sounddesign
  29. Titelsong der Essen Motor Show For Drivers And Dreams
  30. Musikproduktion: Schumania
  31. Fachzeitschrift Production Reality, 2002, Kreativität statt Budget
  32. Fachzeitschrift Recording Magazin, 2008, Hollywood-Look
  33. Mitwirkung u. a. bei Magix Video Deluxe, Magix Video Pro X und Video Pro X 2
  34. Rage, Never Give Up, DVD 2010

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]