Thomas Vogtherr

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Thomas Vogtherr (* 19. August 1955 in Berlin-Steglitz) ist ein deutscher Historiker.

Thomas Vogtherr studierte von 1973 bis 1982 Geschichte, Germanistik und Osteuropäische Geschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und wurde dort 1982 mit der von Hans Eberhard Mayer betreuten Arbeit „Wirtschaftlicher und sozialer Wandel im Lüneburger Landadel während des Spätmittelalters“ promoviert. Von 1983 bis 1985 absolvierte er eine Ausbildung zum Archivar an der Archivschule Marburg. Nach kurzzeitiger Tätigkeit als Archivar im Staatsarchiv Stade arbeitete er von 1985 bis 1993 an der Kieler Universität, wo er sich 1990 – nach einem Studienaufenthalt am Historischen Kolleg in München 1989/90 – habilitierte. Von 1993 bis 2001 war Vogtherr Professor für Historische Hilfswissenschaften an der Universität Leipzig. Seit 2001 ist er Professor für Geschichte des Mittelalters an der Universität Osnabrück, wo er von 2005 bis 2009 auch das Amt des Vizepräsidenten für Studium und Lehre innehatte. Vogtherr ist seit 2003 korrespondierendes Mitglied der Historischen Kommission für Westfalen und seit 2006 Vorsitzender der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen.[1]

Vogtherrs Hauptarbeitsgebiete sind die Niedersächsische Landesgeschichte, die Kirchengeschichte des Mittelalters sowie die Historischen Hilfswissenschaften, insbesondere die Diplomatik. 2014/2015 arbeitet er an der Fertigstellung einer ersten wissenschaftlichen Biographie des Historikers und Archivars Georg Schnath.[2]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Wirtschaftlicher und sozialer Wandel im Lüneburger Landadel während des Spätmittelalters (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen. 24 = Untersuchungen zur Ständegeschichte Niedersachsens. Bd. 5). Lax, Hildesheim 1983, ISBN 3-7848-2525-7 (Zugleich: Kiel, Universität, Dissertation, 1982).
  • Urkundenbuch der Stadt Uelzen (= Lüneburger Urkundenbuch. Abt. 14 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen. 37 = Quellen und Untersuchungen zur Geschichte Niedersachsens im Mittelalter. Bd. 9). Lax, Hildesheim 1988, ISBN 3-7848-3018-8.
  • Uelzen. Geschichte einer Stadt im Mittelalter. Becker, Uelzen 1997, ISBN 3-920079-42-6.
  • Chronicon episcoporum Verdensium. = Die Chronik der Verdender Bischöfe (= Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der Ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden. Bd. 10). Landschaftsverband der Ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, Stade 1998, ISBN 3-931879-03-8.
  • Die Reichsabteien der Benediktiner und das Königtum im hohen Mittelalter. (900–1125) (= Mittelalter-Forschungen. Bd. 5). Thorbecke, Stuttgart 2000, ISBN 3-7995-4255-8 (Zugleich: Kiel, Universität, Habilitations-Schrift, 1990/1991).
  • Zeitrechnung. Von den Sumerern bis zur Swatch (= Beck'sche Reihe. 2163). Beck, München 2001, ISBN 3-406-44763-5.
  • Urkundenlehre. Basiswissen (= Hahnsche historische Hilfswissenschaften. Bd. 3). Hahn, Hannover 2008, ISBN 978-3-7752-6133-3.
  • Iso von Wölpe, Bischof von Verden (1205–1231). Reichsfürst, Bischof, Adliger. Eine Biographie (= Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der Ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden. Bd. 31). Landschaftsverband der Ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, Stade 2008, ISBN 978-3-931879-36-5.
  • 600 Jahre Krankenhaus in Uelzen. Klinikum Uelzen GmbH, Uelzen 2012, ISBN 978-3-920079-60-8.
  • Die Welfen. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart (= C. H. Beck Wissen. 2830). Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-66177-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Online-Auftritt der Kommission.
  2. Wissenschaftliche Projekte. In: ThomasVogtherr.de.