Tierpark Arche Warder

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Tierpark Arche Warder
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Vollständiger Name Tierpark Arche Warder
Zentrum für alte Haus- und Nutztierrassen
Ort Langwedeler Weg 11
24646 Warder
Fläche 40 Hektar
Eröffnung 2004
Tierarten 86 Rassen[1] (2014)
Individuen 751 Tiere[1] (2014)
Artenschwerpunkte Seltene und vom Aussterben bedrohte Haus- und Nutztierrassen
Besucherzahlen 70.894[1] (2014)
Organisation
Leitung Kai Frölich
Trägerschaft Verein
Mitglied bei VdZ, DTG, DWV, GEH
www.arche-warder.de
Tierpark Arche Warder (Schleswig-Holstein)
Tierpark Arche Warder
Koordinaten: 54° 13′ 1,8″ N, 9° 54′ 12,4″ O

Der Tierpark Arche Warder ist ein Zoo und Landschaftspark an der Autobahn 7 in der Gemeinde Warder bei Kiel in Schleswig-Holstein. Die Arche Warder ist Europas größter Tierpark für seltene und vom Aussterben bedrohte Haus- und Nutztierrassen. Auf 40 ha Parkfläche sowie 40 ha landwirtschaftlichen Pachtlandes leben ca. 1200 Tiere aus 82 Rassen. Arche Warder ist ein anerkannter Naturerlebnisraum in Schleswig-Holstein.[2] 2018 wurde der Park als offizielles Projekt der UN-Dekade für biologische Vielfalt ausgezeichnet.[3]

Träger ist der 2003 gegründete Verein Arche Warder – Zentrum für alte Haus- und Nutztierrassen,[4] der das Ziel hat, mit Hilfe eines Parks bedrohte Haus- und Nutztierrassen zu erhalten und zu schützen. Der Park wurde im selben Jahr mit Hilfe der Umweltschutzorganisation Greenpeace übernommen (nach Insolvenz des Gründers) und im Mai 2004 wiedereröffnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Güntherschulze, Zoologe, begann 1988 sich in privater Initiative um seltene Rassen von Haustieren zu kümmern. In der holsteinischen Gemeinde Warder hatte er zu dem Zweck eine ehemalige Kiesabbaufläche erworben, 40 ha groß. Am 1. Mai 1991 eröffnet er offiziell den „Tierpark Warder für seltene und gefährdete Haustierrassen“, der Ende 1993 etwa 1000 Tiere aus 130 Rassen versorgte. Das war die größte derartiger Institution in Europa.[5] Güntherschulze erhielt 1997 den neugeschaffenen „Preis der Akademie für die Ländlichen Räume“, dotiert mit 5000 DM. Begründung: Die alten Rassen bewahren wertvolles Erbgut als züchterische Reserve.[6] In diesem Jahr beschäftigte er zehn Mitarbeiter und zählte 70000 Besucher; doch erst ab 100000 zahlende Gäste hätte der Zoo das Defizit verlassen.

Das Jahr 1999 brachte 65000 Besucher zu 1500 Tieren aus 150 Rassen: Der private Zoo bestand zehn Jahre. Im Februar 2002 sollte die Einrichtung in die „HausTierPark Warder GmbH“ umgewandelt werden, musste aber im Mai Insolvenzantrag stellen. Im November übernahm sie der neue Trägerverein „Tierpark Warder“; die Leitung ging an Dieter Kettenburg über. Den Park wollte man eventuell von 40 auf 25 ha schrumpfen; ein Viertel des Tierbestandes sollte verkauft werden.[7] Diesem Verein trat „Greenpeace“ im Juli 2003 als Kooperationspartner bei und erwarb den Zoo schließlich für etwa 500000 Euro. Aus Mitteln der Bingo-Umweltstiftung sollten 250000 Euro investiert werden. Der neue Trägerverein unter der damaligen Leitung von Heinz Laing nannte sich nun „Arche Warder“. Nach umfangreichen Baumaßnahmen öffnete das Zentrum für alte Haus- und Nutztierrassen erneuert am 1. Mai 2004.[8]

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schutz durch Zucht:

Durch gezielte Zuchtprogramme sollen die wertvollen alten Rassen erhalten werden, die Bestände vergrößert und damit ein Beitrag sowohl für die ökologische als auch für die konventionelle Landwirtschaft geleistet werden.

  • Schutz durch Etablierung von Satellitenstationen:

Auf diese Weise gewährleistet die Arche Warder den Schutz vor Seuchenzügen sowie die Möglichkeit, den Genpool zu vergrößern und die Tiere in die landwirtschaftliche Nutzung einzugliedern.

  • Schutz durch anspruchsvolle Bildungsangebote:

Das Tierpark-Besucherkonzept stellt die direkte Mensch-Tier-Begegnung in den Mittelpunkt. Damit ist die Arche Warder besonders attraktiv für Familien und Kinder, denn Tiere können berührt, gestreichelt und gefüttert werden.

  • Schutz durch Vernetzung mit nationalen und internationalen Institutionen
  • Schutz durch Forschung:

Derzeit werden elf Forschungsprojekte über die physiologischen Besonderheiten alter Haus- und Nutztierrassen bearbeitet.

Bestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turopolje-Schweine bei der Fütterung

Zum Bestand zählen fast 1200 Tiere, deren Rassen akut vom Aussterben bedroht sind (Auszug der Bestandsliste):

Anerkennung als Arche-Park[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arche Warder ist von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) als Arche-Park anerkannt.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harald und Gaby Schwammer: Im Einsatz für gefährdete Arten – Vom Tiergarten Schönbrunn um die ganze Welt. Stocker, Graz 2018 [ISBN 9783702017125]
  • Hans Hinrich Sambraus: Farbatlas Nutztierrassen – 263 Rassen in Wort und Bild. Ulmer, Stuttgart 2016 [ISBN 3800176130]
  • Martin Haller: Alte Haus- und Nutztierrassen neu entdeckt. Stocker, Graz 2015 [ISBN 3702015124]
  • Kai Frölich: Alte Nutztierrassen – selten und schützenswert. Cadmos, München 2014 [ISBN 3840430232]
  • Anne Webert: Tiere und Nutzpflanzen aus alter Zeit – Von Heidschnucke bis Puffbohne. BLV, München 2013 [ISBN 3835411306]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tierpark Arche Warder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Datenblatt zur Arche Warder auf der Homepage des Verbands der Zoologischen Gärten, abgerufen am 16. Juli 2015.
  2. Anerkennung des Naturerlebnisraumes "Warder" in der Gemeinde Warder, Kreis Rendsburg-Eckernförde
  3. Uno zeichnet Arche Warder aus
  4. https://www.arche-warder.de/ueber-uns/vereinsaufbau/
  5. sd [Sven Detlefsen, zeitlicher Überblick] in: Kieler Nachrichten 8. April 2004, Seite 5.
  6. ög [Achim Dröge]: Plastik für Güntherschulze. In: Kieler Nachrichten 8. November 1997, Seite ##.
  7. com [Cornelia Müller]: Ein Verein rettet den Haustierpark. In: Kieler Nachrichten 8. November 2002, 13:38 Uhr.
  8. sd [Sven Detlefsen, zeitlicher Überblick] in: Kieler Nachrichten 8. April 2004, Seite 5.
  9. Webseite der GEH, abgerufen am 27. September 2017