Trans-Aral-Eisenbahn

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Die Trans-Aral-Eisenbahn in der Steppe von Kasachstan, 2005
Briefmarke aus Kasachstan, 1999

Die Trans-Aral-Eisenbahn ist eine Eisenbahnstrecke, die vom südlichen Russland aus nach Südosten durch Kasachstan nach Usbekistan führt. Sie ist etwa 1.900 km lang und als Breitspurbahn von 1520 mm Spurweite ausgeführt. Die Bahnstrecke verbindet die Transsibirische Eisenbahn in der südrussischen Stadt Orenburg mit dem namensgebenden ehemaligen Aralsee in Kasachstan und führt weiter nach Süden zur usbekischen Hauptstadt Taschkent. Die Strecke ist Teil der eurasischen Kontinentalbrücke zwischen Europa und China.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1874 bestanden Pläne die Strecke zu errichten. Aber erst im Herbst 1900 begannen die Bauarbeiten, gleichzeitig von beiden Enden aus. Die Strecke wurde 1906 fertiggestellt und verband Orenburg mit Taschkent, die beide damals zum russischen Zarenreich gehörten[1]. 1910 wurde eine detaillierte Beschreibung der Bauarbeiten veröffentlicht.[2] In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war dies die einzige Eisenbahnverbindung zwischen dem europäischen Teil Russlands und Zentralasien. Nach der Russischen Revolution 1917 unterbrachen Kosaken unter dem Kommando von Alexander Dutow die Bahnstrecke. Diese Unterbrechung und der erzwungene Baumwollanbau führten in Turkestan zum einen zu einer verheerenden Hungersnot, zum anderen dazu, dass Taschkent eine gewisse Autonomie von Moskau erreichte.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke beginnt in Orenburg, führt in südlicher Richtung nach ca. 150 km über die russisch-kasachische Grenze und verbindet in Kasachstan die Städte Aqtöbe, Aral, Baikonur (Kosmodrom), Qysylorda, Türkistan. Dabei folgt sie über weite Strecken dem Fluss Syrdarja. In Arys hat sie Anschluss an die nach Osten abzweigende Turkestan-Sibirische Eisenbahn, die über Schymkent, Taras und Almaty in Richtung Ostkasachstan, China (Korgas) bzw. Süd-Sibirien (Barnaul, Nowosibirsk) verbindet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Hopkirk, (1984) Setting the East ablaze: Lenin’s dream of an empire in Asia, Seiten 252 ff., London: John Murray

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Coulibaly, S. Deichmann u. a.: Eurasian Cities: New Realities along the Silk Road. World Bank Publications 2012, S. 26f.
  2. Angus Hamilton: Afghanistan. (=  Oriental series). J.B. Millet Company, Boston and Tokyo 1910 (Abgerufen am 23. November 2014).