Transpersonale Psychologie

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Mit Transpersonaler Psychologie werden eine Reihe inhaltlich unterschiedlicher psychologischer Ansätze bezeichnet, die sich mit der Erfahrung veränderter Bewußtseinszustände auseinandersetzen. Es geht dabei um das Erfassen psychischer Zustände außerhalb des gewöhnlichen „normalen“ Wachbewußtseins. Daher stehen insbesondere Ekstase, spirituelle Erlebnisse und Grenzerfahrungen im Zentrum des Interesses. [1] Die Transpersonale Psychologie und die darauf aufbauende Transpersonale Psychotherapie wollen die klassischen Ansätze der Psychologie und der Psychotherapie um philosophische, religiöse und spirituelle Aspekte erweitern. Zur Beschreibung und Erklärung veränderter Bewußtseinzustsände und des entsprechenden Erlebens wird innerhalb der verschiedenen Ansätze der Transpersonalen Psychologie auch auf genuin religiöse Vorstellungen zurückgegriffen, namentlich auf Aspekte des Zen-Buddhismus, des Sufismus und des Hinduismus. Auch die westlichen Psychologieansätze werden verwendet.

Inhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Transpersonale Psychologie entwickelte sich zum Teil aus anderen psychologischen Schulen wie Psychoanalyse, Behaviourismus und Humanistische Psychologie. Die Transpersonale Psychologie versucht, spirituelle Erfahrungen zu beschreiben und in bereits vorhandene, moderne psychologische Theorieansätze zu integrieren. Diverse Auffassungen innerhalb der transpersonal-psychologischen Ansätze setzen voraus, daß eine Art Seele existiert, die materiell und zeitlich mitunter unabhängig vom Körper Erfahrungen speichern kann, auch aus der Zeit vor der Zeugung. Diese Vorstellung drückt das Adjektiv „transpersonal“ aus.

Auch nach eigenem Selbstverständnis steht Transpersonale Psychologie teilweise außerhalb des Kanons der klassischen Wissenschaften und damit auch der Psychologie als empirischer Wissenschaft.[2] Sie betrachtet den naturwissenschaftlichen Ansatz eher als eine Metaphysik unter vielen und tritt für einen weitgehenden methodischen Pluralismus ein. Sie steht auch sogenannten paranormalen Phänomenen, die von der Parapsychologie untersucht werden, offen gegenüber.[3]

Transpersonale Psychologie untersucht nach eignenem Verständnis Bewusstseinszustände „jenseits“ (trans) der personalen Erfahrung. Derartige Erfahrungen werden mit Begriffen umschrieben, die das herausgehobene Erleben betonen. Diese Begriffsfelder stammen aus den Bereichen

Obwohl Carl Jung, Otto Rank und andere Aspekte des Spirituellen und Transpersonalen in ihrem Werk untersucht haben, merkt John Miller,[4] American Psychiatric Association, an, dass die westliche Psychologie eine Tendenz hat, die spirituelle Dimension der menschlichen Psyche zu ignorieren.

Das Menschenbild der Transpersonalen Psychologie ähnelt dem der Humanistischen Psychologie, die ebenfalls die ganzheitliche Entwicklung in das Zentrum ihrer Überlegungen rückt.[5] Die auf der Transpersonalen Psychologie beruhende Transpersonale Psychotherapie setzte bewußtseinsverändernde Stoffe (z. B. LSD) und vergleichbare Methoden (z. B. holotropes Atmen) ein, um Veränderungen der Person zu ermöglichen.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Begriff wurde Ende der 1960er Jahre von Vertretern der Humanistischen Psychologie in den USA geprägt. Ursprünglich war der Begriff „transhumanistisch“ im Gespräch, wurde dann aber verworfen zugunsten der Bezeichnung „transpersonal“. 1969 erschien erstmals das Journal of Transpersonal Psychology.[6]

Wesentliche Begründer und Theoretiker der Transpersonalen Psychologie waren und sind Stanislav Grof, Anthony Sutich, Frances Vaughan, Roger Walsh, Abraham Maslow, Ronald D. Laing, Charles Tart, Roberto Assagioli und Ken Wilber. In Europa wurden auch Elemente der Analytischen Psychologie von Carl Gustav Jung, der von Viktor Emil Frankl begründeten Logotherapie und der von Karlfried Graf Dürckheim begründeten Initiatischen Therapie in die Transpersonale Psychologie integriert.

Therapeutische Methoden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Transpersonalen Psychotherapie werden neben Elementen verschiedener Therapieverfahren vor allem meditative und hypnotische Techniken sowie Methoden der Körpertherapie, der initiatischen Therapie von Graf Dürckheim, Holotropes Atmen, psycholytische Psychotherapie, schamanische Techniken und andere spirituelle Techniken eingesetzt. Dadurch sollen bewusstseinserweiternde Erfahrungen möglich werden, die sich dann auf das Leben des Menschen nachhaltig auswirken.[7]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seitens der wissenschaftlichen Psychologie wird die Transpersonale Psychologie entweder meist ignoriert [6] oder vor allem wegen der Kombination spiritueller und psychologischer Konzepte kritisch gesehen. Ihre Methodologie, Inhalte und die darauf beruhenden Therapien werden von Therapeuten anderer Therapieschulen oftmals abgelehnt, beispielsweise von dem verstorbenen kognitiven Therapeuten und Begründer der Rational-Emotiven Verhaltenstherapie (REVT) Albert Ellis.[8]

Insbesondere werden von Kritikern eine teilweise vorhandene Ablehnung wissenschaftlicher Methoden des Erkenntnisgewinns, eine naive Romantisierung östlicher traditioneller Psychologie und einige Argumentationen von Ken Wilber bemängelt.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kriz, Jürgen, Transpersonale Psychologie. In: Roland Asanger, Gerd Wenninger (Hrsg.) Handwörterbuch Psychologie. Stichwort Transpersonale Psychologie (Autor Jürgen Kriz). Psychologie Verlags Union, S. 797-802. 1992 (S.797)
  2. Jorge N. Ferrer: Transpersonal Psychology, Science, and the Supernatural. In: Journal of Transpersonal Psychology. 46(2), 2014, S. 152–186.
  3. Douglas A. MacDonald, Harris L. Friedman: Transpersonal Psychology, Parapsychology, and Neurobiology: Clarifying their Relations. In: International Jornal of Transpersonal Studies. 31(1), 2012, S. 49–60.
  4. John J. Miller: Book Review: Textbook of Transpersonal Psychiatry and Psychology. In: Psychiatric Services. 49, April 1998, S. 541–542.
  5. Kriz, Jürgen, Transpersonale Psychologie. In: Roland Asanger, Gerd Wenninger (Hrsg.) Handwörterbuch Psychologie. Stichwort Transpersonale Psychologie (Autor Jürgen Kriz). Psychologie Verlags Union, S. 797-802. 1992 (S.797)
  6. a b c Harald Walach, Niko Kohls und Wilfried Belschner: Transpersonale Psychologie - Psychologie des Bewusstseins: Chancen und Probleme, (PDF-Datei), Zeitschrift Psychother Psych Med 2005; 55: 405 ± 415
  7. Roger N. Walsh, Frances Vaugham: Psychologie in der Wende. Scherz, München 1985, ISBN 3-502-13818-4, S. 12 ff.
  8. Albert Ellis, Raymond J. Yeager: Why some therapies don't work: The dangers of transpersonal psychology. Prometheus Books, Amhearst, New York, USA 1989, ISBN 0-87975-471-0.