Trzebież

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Trzebież
Trzebież führt kein Wappen
Trzebież (Polen)
Trzebież
Trzebież
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Police
Gmina: Police
Geographische Lage: 53° 39′ N, 14° 30′ OKoordinaten: 53° 39′ 23″ N, 14° 30′ 30″ O
Höhe: 0 m n.p.m.
Einwohner: 2136 (2013[1])
Postleitzahl: 72-020
Telefonvorwahl: (+48) 91
Kfz-Kennzeichen: ZPL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 115 StettinTanowo
DW 114 Tanawo–PoliceNowe Warpno
Schienenweg: PKP-Linie 406: Stettin-Police-Trzebież
Bahnamtliche Bezeichnung der Bahnstation: Trzebież Szczeciński
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Verwaltung
Schultheiß: Stanisław Alksnin
Webpräsenz: www.trzebiez.pl



Trzebież (deutsch Ziegenort) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Der Ort bildet ein Schulzenamt in der Gmina Police (Stadt- und Landgemeinde Pölitz) im Powiat Policki (Pölitzer Kreis).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trzebież liegt im östlichen Vorpommern an der Westseite der Mündung der Oder in das Stettiner Haff und an der Grenze der Ueckermünder Heide, etwa 35 Kilometer nördlich von Stettin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziegenort südlich des Großen Haffs am Westufer des Papenwassers und nördlich von Pölitz auf einer Landkarte von 1905.

Der Ort wurde 1280 durch Herzog Bogislaw IV. von Pommern dem Stettiner Bürger Gottfried von Breslau im Tausch gegen das Dorf Stepenitz und weitere Besitzungen verliehen. Der damalige Ortsname Zegenhort ist abgeleitet von Zege (hochdeutsch Ziege), einer früher im Haff häufig vorkommenden Fischart. 1328 kam Ziegenort in den Besitz des Chorherrenstifts Jasenitz.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde die Schifffahrt ein wichtiger Wirtschaftszweig von Ziegenort. Im Hafen aus dem 18. Jahrhundert wurde vor allem Holz aus der Ueckermünder Heide verschifft. Regelmäßige Dampfschiffsverbindungen nach Stettin bestanden ab 1860. Im Jahre 1864 hatten 31 Segelschiffe ihren Heimathafen in Ziegenort.

Um das Jahr 1930 hatte die Gemarkung der Gemeinde Ziegenort eine Flächengröße von 8,5 km², und auf dem Gemeindegebiet standen zusammen 358 Wohnhäuser an drei verschiedenen Wohnorten:[2]

  1. Forsthaus Herzberg
  2. Forsthaus Neu Ziegenort
  3. Ziegenort

Im Jahr 1925 wurden in der Gemeinde Ziegenort 2.382 Einwohner, darunter 15 Katholiken und zehn Juden, gezählt, die auf 668 Haushaltungen verteilt waren.[2]

Ziegenort bildete vor 1945 eine Landgemeinde im Landkreis Ueckermünde im Regierungsbezirk Stettin der Provinz Pommern.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Ziegenort 1945 als Teil des sogenannten Stettiner Zipfels unter polnische Verwaltung gestellt.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1862: 1.923, davon 1.404 in Groß Ziegenort, darunter neun Juden, und 519 in Klein Ziegenort[3]
  • 1925: 2.382, darunter 15 Katholiken und zehn Juden[2]
  • 1933: 2.338[4]
  • 1939: 2.669[4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1910 an bestand eine Bahnverbindung nach Jasenitz und weiter nach Stettin. Der Personenverkehr wurde auf dieser Linie 2002 aufgegeben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbild (Aufnahme von 2009)

Sehenswürdigkeiten sind neben der Kirche das Pfarrhaus und das Kapitänshaus. Es gibt einen Strand am Stettiner Haff.

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dorf befindet sich das Zentrale Bildungszentrum des Segelns (Centralny Ośrodek Żeglarstwa Polskiego Związku Żeglarskiego im. Andrzeja Benesza).

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchengebäude aus dem 18. Jahrhundert

Pfarrkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche ist ein barocker Putzbau mit einem Turm, der ein Fachwerkobergeschoss besitzt. Eine frühere Wetterfahne trug die Jahreszahl 1745. Altar und Kanzel sind, wie in der Ueckermünder Heide verbreitet, miteinander verbunden. Bis 1945 war die Kirche evangelisches Gotteshaus. Sie wurde dann zugunsten der Katholischen Kirche in Polen enteignet.

Kirchengemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor 1945 war der überwiegende Teil der Ziegenorter Bevölkerung evangelischer Konfession. Der Ort war seit alters her Pfarrsitz. Zum Kirchspiel Ziegenort (bis ins 20. Jahrhundert Groß Ziegenort genannt) gehörten zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Filialgemeinden Königsfelde (heute polnisch: Niekłończyca) und Althagen (Brzózki) und die Dörfer Wilhelmsdorf (Uniemyśl), Hammer (Drogeredz) und Karpin (Karpin). 1940 gehörten zum Kirchspiel Ziegenort 4109 Gemeindeglieder, von denen 2361 zur Kirchengemeinde Ziegenort, 1428 zur Kirchengemeinde Königsfelde und 320 zur Kirchengemeinde Althagen gehörten.

Vor 1945 lag Ziegenort im Kirchenkreis Ueckermünde im Westsprengel der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union.

Seit 1945 leben überwiegend römisch-katholische Einwohner in Trzebież. Hier ist eine Pfarrei errichtet, die zum Dekanat Police im Erzbistum Stettin-Cammin gehört. Evangelische Kirchenglieder sind dem Pfarramt in Stettin (Trinitatiskirche, ehemals Gertrudenkirche) in der Diözese Breslau der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen zugeordnet.

Pfarrer bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Reformation amtierten in Ziegenort bis 1945 als evangelische Geistliche:

  1. Zachäus Müller, 1617
  2. David Kellermann, 1633
  3. Martinus Kamensky, bis 1669
  4. Andreas Stenzeler, bis 1707
  5. Johann Friedrich Simonis, 1708–1717
  6. Johann Hassert, 1717–1726
  7. Martin Friedrich Dreist, 1727–1759
  8. Johann Heinrich Jordan, 1759–1797
  9. Gottlieb Andreas Knüppius, 1797–1820
  10. Friedrich Gotthold Fürgang, 1821–1830
  11. Karl Eduard Theodor Purgold, 1831–1871
  12. Ludwig Martin Schenck, 1872–1890
  13. Oskar Wilhelm Ludwig Lastowsky, 1891–1915
  14. Paul Thilo, 1915–1936
  15. Wolfram von Roon, 1936–1939
  16. Oskar Kohls, 1939–1945

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Bahr: Ziegenort. In: Helge Bei der Wieden, Roderich Schmidt (Hrsg.): Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands. Band 12. Mecklenburg Pommern. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1996, S. 326.
  • Johannes Hinz: Pommern. Wegweiser durch ein unvergessenes Land. Flechsig-Buchvertrieb, Würzburg 2002, ISBN 3-88189-439-X, S. 431.
  • Hans Moderow: Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart. Teil 1: Der Regierungsbezirk Stettin. Niekammer, Stettin 1903.
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. Teil II, Band 1, Anklam 1865, S. 1056-1061 (Online), und Teil II, Band 2, Anklam 1865, S. 1872 (Online)
  • Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtuns Vor- und Hinterpommern. Teil I: Allgemeine Einleitung und die Beschreibung des Preußischen Vorpommern, Stettin 1779, S. 208-210, Nr. 12 und Nr. 13 (Online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Trzebież – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Główny Urząd Statystyczny, Online-Abfrage als Excel-Datei: Portret miejscowości statystycznych w gminie Police (powiat policki, województwo zachodniopomorskie) w 2013 r. Fortschreibung des Zensus 2011 (polnisch, abgerufen am 21,01,2016)
  2. a b c Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Ziegenort im ehemaligen Kreis Ueckermünde in Pommern (2011)
  3. Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. Teil II, Band 1, Anklam 1865, S. 1056-1061
  4. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/ueckermuende.html