Tsilla Chelton

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Tsilla Chelton (* 21. Juni 1919 in Jerusalem; † 15. Juli 2012 in Brüssel[1]) war eine französische Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Tsilla Chelton begann ihre Schauspielkarriere spät. 1962 debütierte sie in einer winzigen Rolle in Yves Roberts Krieg der Knöpfe. Robert gab ihr 1967 eine etwas größere Rolle in Alexandre mit Philippe Noiret, ehe ihr Pierre Richard einen kleinen Part in Der Zerstreute gab. Im selben Jahr absolvierte sie einen Kurzauftritt als Magierin neben Claude Jade in Sheherazade. 1969 hatte sie eine der Hauptrollen, als Mme Martin, an der Seite von Jean Richard in "Les enquêtes du commissaire Maigret", 8. Episode, "L'ombre chinoise", nach dem gleichnamigen Roman von Georges Simenon. In den 70er und 80er Jahren folgten ebenso kurze Auftritte (u. a. auch ein größerer Part in der Krimi-Reihe Kommissar Moulin), bis Étienne Chatiliez ihr 1990 die Titelrolle in Tante Daniele anvertraute, in dem sie eine einsame alte und nicht zuletzt gehässige Frau spielt, die ihre Haushälterin in den Tod und die Familie an den Rand des Wahnsinns treibt. Für diese Leistung wurde Tsilla Chelton 1991 für den französischen Filmpreis César als beste Hauptdarstellerin nominiert. Drei Jahre später erhielt sie für ihre Darbietung in Eugène Ionescos Les chaises den französischen Theaterpreis Molière als beste Hauptdarstellerin zugesprochen. Auch im internationalen Kino trat Chelton von Zeit zu Zeit in Erscheinung. Nach dem Part der Mrs. Barton in William Castles amerikanischem Horrorfilm Shanks (1974) und einer kleinen Nebenrolle in Peter Hyams’ Historienfilm The Musketeer (2001) war der 90-jährigen Schauspielerin mit Yeşim Ustaoğlus türkischem Familiendrama Die Büchse der Pandora wieder Erfolg beschieden. Die Rolle einer alten an Alzheimer erkrankten Frau, die aus ihrem Heimatdorf am Schwarzen Meer spurlos verschwindet, brachte ihr 2008 auf dem spanischen Festival Internacional de Cine de Donostia-San Sebastián gemeinsam mit der Amerikanerin Melissa Leo (Frozen River) den Preis für die beste Darstellerin ein.[2]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Magazine Le Point 16. Juli 2012
  2. vgl. „Goldene Muschel“ für türkisches Familiendrama Pandora’s Box bei derstandard.at, 27. September 2008 (aufgerufen am 28. September 2008)