Claude Jade

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Claude Jade 1994 in Paris

Claude Jade (* 8. Oktober 1948 in Dijon; † 1. Dezember 2006 in Boulogne-Billancourt) war eine französische Schauspielerin, die in etwa 80 Kino- und TV-Produktionen mitwirkte. Dauerhafte Berühmtheit erlangte sie vor allem als Hauptdarstellerin dreier Filme von François Truffaut: Geraubte Küsse (1968), Tisch und Bett (1970) und Liebe auf der Flucht (1979).

Leben und Filmkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die am 8. Oktober 1948 als Claude Marcelle Jorré geborene Tochter des Professorenpaares Marcel Jorré und Marcelle Schneider begann bereits als 15-Jährige ihre Ausbildung am Conservatoire d’art dramatique de Dijon, wo sie 1964 die Agnès in Molières Schule der Frauen spielte und eine Tournee durch Burgund hatte. 1966 erhielt sie den Prix de comédie.

Sie setzte ihre Bühnenausbildung am Pariser Théâtre Edouard VII fort. Neben kleineren Rollen in Fernsehserien (Rosette in Prunelle, Liliane in Allô Police) und einer Hauptrolle als seltener Vogel Sylvie Massoneau in Les oiseaux rares hatte sie erste Engagements in Paris bei ihrem Lehrer Jean-Laurent Cochet und kurz darauf bei Sacha Pitoëff am Théâtre Moderne. Dort wurde sie 1968 von François Truffaut für den Film entdeckt und wurde in der Folgezeit seine Lieblingsschauspielerin (Geraubte Küsse, Tisch und Bett, Liebe auf der Flucht).

Nach dem Start bei Truffaut begann neben französischen Filmen wie Édouard Molinaros Mein Onkel Benjamin eine internationale Karriere mit 80 Kino- und TV-Filmen: Sie spielte neben italienischen und belgischen auch in amerikanischen (Alfred Hitchcocks Topas), japanischen (Kei Kumais Das Nordkap) und sowjetischen Filmen (u.a. Sergej Jutkewitschs Lenin in Paris). Im Fernsehen war sie neben zahlreichen Dramen die Heldin der Kult-Serie Die Insel der dreißig Tode. Neben der Filmarbeit blieb Claude Jade auch dem Theater treu.

Sie heiratete 1972 den Diplomaten Bernard Coste. 1976 wurde ihr Sohn Pierre Coste geboren. Wegen der Berufungen ihres Ehemanns als Kulturattaché ins Ausland lebte Claude Jade in den 1980er Jahren sechs Jahre in der Sowjetunion und auf Zypern. Claude Jade wurde 1998 zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. 2006 erlag Claude Jade wenige Monate nach ihrer letzten Vorstellung als Célimène in Célimène und der Kardinal einem Krebsleiden.

Claude Jade & François Truffaut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Théâtre Moderne wurde sie in einer Aufführung von Luigi Pirandellos Heinrich IV von François Truffaut entdeckt. Er war „hingerissen von ihrer Schönheit, ihrem Wesen, ihren Manieren und ihrer Lebensfreude“. Tagsüber drehte sie mit ihm Geraubte Küsse, abends spielte sie am Theater. Und im Februar führten Truffaut und Jade die Demonstrationen um die Cinémathèque française an. Sie verlobten sich und planten für den Juni 1968 die Hochzeit, doch kurz davor machte Truffaut einen Rückzieher.[1][2] Bereits in ihrem Debütfilm spielte sie 1968 die Hauptrolle als Christine Darbon an der Seite von Truffauts Alter Ego Antoine Doinel alias Jean-Pierre Léaud. Der film-dienst schrieb im Januar 2007 in seinem Nachruf auf Claude Jade, Truffaut habe seiner Hauptdarstellerin am Ende von Baisers volés eine der schönsten Liebeserklärungen des Kinos gemacht: Der Unbekannte, der ihr am Ende einen Heiratsantrag macht und dann geht, ist wie Doinel ein Alter Ego Truffauts.[3]

In den Fortsetzungen Tisch und Bett (1970) und Liebe auf der Flucht (1979) war Claude Jade die „bessere Hälfte“ des Ehepaars Antoine und Christine Doinel. Truffaut gab ihr in den Fortsetzungen den stärkeren Part des Paares, das sich in seiner Naivität gleicht, in der Form der Liebe jedoch unterscheidet: Christine liebt Antoine mit all seinen Macken, während der wiederum vor allem sich selbst liebt. Im autobiografischen Charakter des Zyklus finden sich auch Zitate zur Liebesbeziehung zwischen Truffaut und Jade, die sich bis zum Tod des Regisseurs zu einer engen Freundschaft entwickelte. Truffaut nannte sie später "meine dritte Tochter".

Imagewandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kritiker sind sich nach ihrem Debut einig als einer großen neuen Hoffnung des französischen Films: Louis Chauvet schwärmt in "Le Figaro", dass Valery Larbaud von ihr sehr angetan gewesen wäre und in "La Croix" schließt Jean Rochereau seine Kritik mit „einem letzten Wort“ an François Truffaut: „Sie haben mit Claude Jade nicht ein junges Mädchen gewählt, sondern DAS junge Mädchen. Und Jade, Mademoiselle, symbolisiert die Hoffnung!“ Die Truffaut-Filme prägten ihren Typus als liebevoll-sanfte moderne junge Frau im Gegenwartskino, dem sie zu entfliehen versucht. Keck variiert sie dieses Image als Manette in der Historienkomödie Mein Onkel Benjamin (1969) : Sie bedrängte ihren Partner Jacques Brel mit ihrem Bestehen auf die Ehe, bis sie ihm – ohne Trauschein – in die Verbannung folgte. Hatte sie hier bereits Nacktsezenen verweigert, so lehnt Claude Jade 1970 zahlreiche Angebote ab, unter anderem auch die Hauptrolle in Molinaros Zärtliche Wünsche. Erst Mitte der 1970er akzeptiert sie Nacktszenen. Ihrem Truffaut-Image setzte sie ambivalente Figuren entgegen: In Der Zeuge (1969) war sie die ihren Verlobten Jean-Claude Dauphin für den mysteriösen Gérard Barray verlassende Cécile, die am Ende allein ist.

Kritikerlob brachte ihr die Eléonore zwischen den Freunden Jean-Pierre Cassel und John McEnery in Gérard Brachs Le bateau sur l’herbe, in der sie unbekümmert und eigennützig ein Drama heraufbeschwört. Faszinierend auch die reizende Mörderin Julie in Bernard Toublanc-Michels Thriller Das böse Vergnügen (1975). In Benoît Lamys Sozialsatire Trautes Heim (1973) vollzieht ihre orientierungslose und unsympathische Claire einen Wandel von der gehorsamen zur solidarischen Pflegerin.

Dennoch blieben es die positiven Heldinnen, als die sie zumeist besetzt wurde: die sich von der renitenten Tochter zur Freundin der Mutter (Annie Girardot) entwickelnde Laura in Serge Korbers Familiendrama Kerzenlicht (1972): durch die Liebe zum Lehrer Marc (Bernard Fresson) wird sie ermutigt, ihre getrennten Eltern (Girardot, Jean Rochefort) wieder zu vereinen. Es folgen die kompromisslos in einen Priester (Robert Hossein) verliebte Françoise in Denys de La Patellières Résistance- und Zölibatsdrama Der Abbé und die Liebe (1973), die schüchterne alleinerziehende Witwe Dominique in Ein Pauker zum Verlieben (1978) bis hin zu ihrer vom Gatten hintergangenen und sich mit einer Affaire revanchierenden Gabrielle Martin in Tableau d’honneur (1992).

Der Belgier Jacques Faber nutzte den Widerspruch ihrer Rollen für die Doppelrolle Anne/Juliette in seinem Film Le choix (1976): als lebensfrohe und dann enttäuschte Partnerin und als geheimnisvolle Versuchung. Eine weitere Doppelrolle übernahm sie 1982 in Henri Helmans Lise et Laura. Sie spielte die von der Gestapo ermordete Lise und deren Ebenbild Laura, die dem Witwer (Michel Auclair) fast vierzig Jahre später begegnete. Zwielichtig war sie auch in späteren Rollen, vor allem als Alice in René Férets Thriller L'homme qui n’était pas là (1987).

In den 1990er Jahren und Anfang des 21. Jh. war sie teilweise in galant überzeichneten Figuren zu erleben, so als intrigante Erbschleicherin Lucienne des Grassins in Eugénie Grandet, als schüchterne Lesbe Caroline, der Michel Serrault in Jean-Pierre Mockys Bonsoir die Erbschaft rettet, als privilegierte Gouverneursgattin Reine Schmaltz im Historiendrama Das Floß der Medusa (1998) oder 2005 als charmante Geldfälscherin Emma Nazarova im Fernsehkrimi Groupe Flag: Vrai ou faux.

Claude Jade verkörperte neben mythologischen Figuren („Sheherazade“ in der Verfilmung von Shéhérazade , „Pallas Athene“ in Ulysse est revenu und „Helena“ in Der trojanische Krieg findet nicht statt) historische Persönlichkeiten wie Louise de La Vallière (Le château perdu), Lucile Desmoulins (La passion de Camille et Lucile Desmoulins), Inessa Armand (in Sergei Jutkewitschs Lenin in Paris) und Reine Schmaltz (Le radeau de la Méduse)

Internationale Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr Debüt in Geraubte Küsse 1968 begründete früh ihre internationale Karriere, die sie noch im selben Jahr in die USA führte: Bei Alfred Hitchcock spielte sie 1968/69 die Rolle der Agententochter Michèle Picard in seinem Thriller Topas. Sie spielte die mit einem Journalisten (Michel Subor) verheiratete Tochter eines Agenten (Frederick Stafford). Jene Michèle hilft ihrem Vater beim Enttarnen des Spionagerings Topas, mit dessen Chef (Michel Piccoli) ihre Mutter (Dany Robin) eine Affaire hat. Den exklusiven Sieben-Jahres-Vertrag lehnte die 20-jährige ab, um weiterhin in ihrer Heimat Frankreich arbeiten zu können. Ein nichtexklusiver Kontrakt wurde später annulliert.

In Belgien spielte sie 1969 die Hauptrolle in Anne Walters Thriller Der Zeuge, eine junge Mordzeugin, die dem Verdächtigen (Gérard Barray) verfällt. Ebenfalls in Belgien entstanden Benoît Lamys Komödie Trautes Heim (1973) und Jacques Fabers Le choix (1976), in dem sie eine Doppelrolle spielte.

1973 spielte sie in Italien in zwei Thrillern: in Gianni Buffardis Number One (1973) ermittelt sie in einem Kunstraub- und Mordfall und in Das Mädchen aus der Via Condotti unterstützt sie als Fotografin Tiffany einen Privatdetektiv (Frederick Stafford, ihr Filmvater aus Topas) bei dessen Recherchen. 1977 spielte sie in Eriprando Viscontis Drama Una spirale di nebbia die Hauptrolle der unglücklich verheirateten Maria Teresa. 1984 dreht sie erneut in Italien in der weiblichen Hauptrolle der Miniserie Wie im Flug.

1975/1976 drehte sie in Japan ein Drama um die Gleichgültigkeit des Okzidents gegenüber der Dritten Welt: Unter der Regie von Kei Kumai reist sie in Das Nordkap (Kita No Misaki) als Nonne Marie-Thérèse von Marseille nach Yokohama und erlebt eine unmögliche Liebe zum Ingenieur Mitsuo (Gō Katō).

Ihr einziger deutscher Film ist Gabi Kubachs Rendezvous in Paris, der 1981 in München, Prag und Paris entsteht: Sie spielt in der Verfilmung eines Romans von Vicki Baum eine Berlinerin der 1930er Jahre, die ihre bürgerliche Existenz für eine Affaire aufs Spiel setzt.

Anfang der 1980er Jahre spielte Claude Jade, die von 1979 bis 1982 in Moskau lebte, in zwei sowjetischen Filmen. In Teheran 43 spielt sie die junge Terroristin Françoise und in Sergej Jutkewitschs Lenin in Paris die Revolutionärin Inessa Armand. Um die sowjetische Zensur zu umgehen, findet Jutkewitsch für seine Chiffre der realen Liebesgeschichte zwischen Inessa und Lenin einen Stellvertreter: den in Inès Armand verliebten Arbeiter Trofimoff.

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Kino oder Fernsehen, das macht für mich wirklich keinen Unterschied. Eine schwer zu verteidigende Rolle ist es, die mich glücklich macht“: Neben dem Kino war Claude Jade vor allem fürs Fernsehen tätig. So spielte sie parallel zu Topas die Rolle der Waise Françoise in der TV-Saga Mauregard.

Bereits 1965 hatte sie in einem TV-Film ihres Cousins Guy Jorré, Le crime de la rue de Chantilly als Lily ihre ersten Auftritte vor einer Fernsehkamera. 1967 hatte sie ihre erste Serienhauptrolle in Les oiseaux rares als pubertierende und freche Sylvie. Später konnte sie im TV gegen ihr Leinwand-Image angehen, so als gerissene Serienmörderin Hélène in Malaventure Monsieur seul. TV-Erfolge waren der Horrorfilm Schach dem Roboter, in dem sie als Penny einem unheimlichen Grafen das Handwerk legte und Alle lieben Mami Rose als überforderte Mutter eines verhaltensgestörten Jungen. Der wohl größte Erfolg ihrer Fernsehkarriere war ihre Rolle als Véronique d'Hergemont, couragierte Heldin des zum Kult avancierten Sechsteilers Die Insel der dreißig Tode (in Deutschland lief der sechsstündige Film als Zwölfteiler).

Im Fernsehen spielte sie in Literaturadaptionen , so mit Michel Bouquet in Zwischen Tod und Leben nach Georges Simenons Die Glocken von Bicêtre, und als Heldin des Krimins La grotte aux loups nach André Bessons Die Wolfshöhle. Ebenso war sie in Theaterverfilmungen zu sehen (Jean-Christophe Avertys TV-Ereignis Ein Sommernachtstraum sowie Volpone, Die Mondvögel, Mandragola u.a.). Claude Jade begab sich in Fernsehrollen in die Schizophrenie (als depressive Gisèle in Nous ne l’avons pas assez aimée) oder als moderne Heldin auf der Suche nach der eigenen Vergangenheit in die Mythologie (Une petite fille dans les tournelos). Nachdem sie im Film Fou comme François, dem Zerbrechen einer Ehe nach der freiwillig gewählten Arbeitslosigkeit des Mannes, 1976 die Ehefrau von Michel Creton gespielt hatte, schrieb er sie für die Verfilmung seines Drehbuchs Treize (1980) als seine erneute Film-Ehefrau. Das Fernsehen führte sie nach Deutschland, wo sie 1982 die Hauptrolle in Gabi Kubachs Rendezvous in Paris nach Vicki Baums gleichnamigem Roman spielte. Von 1998 bis 2000 war Claude Jade als Anna Chantreuil Heldin der Serie Cap des Pins. Außerdem war Claude Jade in Deutschland als Suzan Frend im Sechsteiler Das große Geheimnis und in den Serien Der Hitchhiker (als Monique in der Folge Was der Maler sah), Kommissar Moulin (als Isabelle in der Folge Die Freundin aus der Kindheit) und Julie Lescaut (als Estelle Toulouse in der Folge Lynchjustiz) zu erleben.

Seit Mitte der 1990er Jahre arbeitete sie fast ausschließlich fürs Fernsehen (Fleur bleue, Au bonheur des autres, La tête en l’air, Porté disparu, Un enfant au soleil, Das Findelkind, als Gaststar in Krimiserien wie Une femme d'honneur, Navarro, Julie Lescaut, La crim und Groupe flag). 2007 laufen auf TV5MONDE mit deutschen Untertiteln die TV-Krimis Das Geheimnis (2004, als mordverdächtigte Geliebte des Opfers) und Wahr oder falsch (2005, als vermeintliche Geldfälscherin).

Im neuen Jahrtausend spielte sie neben ihren TV-Rollen für das Kino in Santiago Otheguys Beitrag Aufwärts im Episodenfilm Drogenszenen und in Julien Donadas Kurzfilm San Remo. Seit Ende der 1990er Jahre übernahm sie auch häufig Parts in Hörspielen auf France Culture (u. a. Les Rapapommes, Meurtre pour mémoire, Pot-Bouille, L’Abyssin sowie Le journal d’Alphonse, eine Fortsetzung des Doinel-Zyklus).

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Theater ebenfalls eine feste Größe, spielte Claude Jade kontinuierlich in Paris, Lyon, Dijon und Nantes. Von 1977 bis 1984 spielte sie allein in sechs Inszenierungen des Regisseurs Jean Meyer.

Claude Jade spielte in Stücken u. a. von Luigi Pirandello (als Frida in „Heinrich IV“), Jean Giraudoux (als Isabelle in „Intermezzo“ und als Helena in „Der trojanische Krieg findet nicht statt“), Sacha Guitry („Je t’aime“), Honoré de Balzac (Adeline Mercadet in „Der Macher“), William Shakespeare (Helena in „Ein Sommernachtstraum“), Jacques Deval (Clarisse in „Il y a longtemps que je t’aime“), Ben Jonson (Colomba in „Volpone“), Jean Racine (Junia in „Britannicus“), Vladimir Volkoff (Ingeborg Schultz in „Das Verhör“), Henry de Montherlant (Françoise in „Port Royal“), Marcel Aymé (Sylvie in „Die Mondvögel“), James Joyce (Berthe in „Verbannte“), Julien Vartet (Lucie Raboin in „Un château au Portugal“), Michel Vinaver (Hélène in „Dissident, il va sans dire“), Catherine Decours (Marquise de Bonchamps in „Regulus 93 ou la veritable histoire du citoyen Haudaudine“) und Alfred de Musset (Maria Soderini in Lorenzaccio).

2006 begeisterte Claude Jade bis kurz vor ihrem Tod das Pariser Publikum in der Titelrolle von Jacques Rampals Stück „Célimène und der Kardinal“, das – vom Autor selbst inszeniert – im Sommer 2006 mit ihr und Patrick Préjean auch verfilmt wurde.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Theaterpreis „Prix de Comédie“ wurde sie 1970 mit dem Révélation de la nuit du Cinéma (Georges Cravennes Vorgänger seines späteren César) und in Brasilien für ihre Leistung in Le bateau sur l'herbe (O Barco na relva) mit der Goldenen Eule geehrt. 1975 erhielt sie auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes den Prix orange, 2000 in West Palm Beach den New Wave Award für ihre Rolle in der Filmwelt und 2002 in Puget-Théniers den Prix Réconnaissance des Cinéphiles ausgezeichnet. 1998 wurde Claude Jade Ritter der Ehrenlegion.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 erschien ihre Autobiografie Baisers envolés bei „Éditions Milan“ (224 Seiten).

In der 1999 in Deutschland im vgs-Verlag erschienen Truffaut-Biografie von Antoine de Baeque und Serge Toubiana wird die Liebesbeziehung zwischen François Truffaut und Claude Jade beschrieben.

Elisabeth Gouslans 2016 erschienenes Buch Truffaut et les femmes widmet sich Truffauts Beziehungen zu seiner Frau Madeleine, zu Jeanne Moreau, Françoise Dorléac, Claude Jade, Catherine Deneuve und Fanny Ardant.

Claude Jade schrieb Beiträge in weiteren Büchern, so in Hitchcock von Bruno Villien und in Frenchie goes to Hollywood von Henri Veyrier.

Tod und Abschied[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Claude Jade litt an einem Retinoblastom, einem bösartigen Tumor im Auge. Sie spielte die ihr gewidmete Célimène mit einer Prothese. Der Krebs befiel auch ihre Leber. Claude Jade, die im Frühjahr 2007 einen neuen Film drehen sollte, die Schauspielerin, über die Julien Donada ein Porträt unter ihrer Mitwirkung begann und die ihre Célimène weiterhin spielen wollte, starb im Hospital Ambroise-Paré de Boulogne-Billancourt.

Die Trauerfeier fand am 5. Dezember im Tempel des Oratoire du Louvre statt. Kulturminister Renaud Donnedieu de Vabres bezeichnete sie in einem Nachruf als „die Inkarnation des Charmes und der Eleganz Frankreichs, die in diesem „fichu métier“ Generationen von Schauspielerinnen als Vorbild gilt“. Véronique Cayla, Vorsitzende des „Centre national de la cinématographie“, würdigte sie als „Lichtgestalt des französischen Kinos mit einer Klarheit in ihrem Handwerk“ und Jacques Rampal verabschiedete sie mit den Worten „Sie dachte immer nur an die anderen in diesem Metier der Ellenbogen. Sie beendete ihr Leben auf der Bühne, es endete in Schönheit, sie gab eine bemerkenswerte Vorstellung, es war der 8. August, es war erst gestern.[4]

Die Zeitung Neues Deutschland schrieb: „Wenn man Fotos von Claude Jade, der Wegbegleiterin Truffauts vom Bahnbrecher des formalen Experiments zum romantischen Erzähler, nun wieder betrachtet, dann kehrt eine wunderbare Zeit ins Gedächtnis zurück, die für immer vorbei ist. Man wollte nach Paris und ging einfach ins Kino. Mit dem Unerfüllbaren einer Sehnsucht befreundet zu sein, das war das schöne Erlebnis.“

Die Cinémathèque française widmete Claude Jade vom 19. bis 26. April 2007 eine Hommage.[5]

2013 wurde in Dijon eine Straße nach ihr benannt: die Allée Claude Jade in 21000 Dijon.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Claude Jade – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Claude Jade: Baisers envolés. Éditions Milan, 2004
  2. Antoine de Baecque, Serge Toubiana: Truffaut, vgs-Verlag 1999
  3. Rolf-Ruediger Hamacher: Nachruf, im film-dienst 1/2007, S. 18
  4. Ici Paris, Bericht Claude Jade (zur Trauerfeier), N° 3206, Dezember 2006, S.52/53
  5. cinematheque.fr