Uli der Knecht (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher TitelJunge Jahre der Liebe
OriginaltitelUli der Knecht
ProduktionslandSchweiz
OriginalspracheBerndeutsch
Erscheinungsjahr1954
Länge115 Minuten
Stab
RegieFranz Schnyder
DrehbuchRichard Schweizer
Werner Düggelin
Franz Schnyder
ProduktionOscar Düby
Max Dora
MusikRobert Blum
KameraEmil Berna
SchnittHans Heinrich Egger
Hermann Haller
Besetzung

Uli der Knecht ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans durch Franz Schnyder aus dem Jahre 1954. Er ist einer der bekanntesten Schweizer Filme.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uli ist Knecht beim Bodenbauer. Er trinkt oft mit Bauernsöhnen aus der Gegend in Gaststätten und erledigt seine Aufgaben liederlich bis mittelmässig. Sein Meister redet ihm ins Gewissen und Uli reisst sich nach anfänglichem Aufbegehren zusammen.

Auf Initiative seines Meisters wird er Meisterknecht auf dem grossen, aber heruntergewirtschafteten Hof des Glunggenbauern. Er trifft dort auf eine weitgehend feindselige Umgebung. Die Knechte und Mägde sind besserwisserisch und faul, der Meister hinterlistig und falsch. Einzig die Bäuerin und Vreneli, eine uneheliche Magd, meinen es gut mit ihm. Mit der Zeit bemerken aber alle, dass Uli ein fähiger Meisterknecht ist, und die Tochter des Glunggenbauers will sich mit ihm vermählen. Anlässlich eines Kuraufenthalts in einem Bad lernt diese jedoch einen vermeintlich reichen Baumwollhändler kennen und sie heiratet ihn. Uli interessiert sich mehr für Vreneli.

Nach einigem Zögern und unter Vermittlung der Bodenbäuerin stimmt Vreneli einer Heirat zu. Zum Schluss wird Uli Pächter auf dem Glunggenhof, da sich die Nachkommen des Glunggenbauern nicht auf eine Nachfolgeregelung einigen können.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Gotthelf-Jahr 1954 erwarb Produzent Oscar Düby die Filmrechte am Roman Wie Uli der Knecht glücklich wird – Eine Gabe für Dienstboten und Meisterleute von Jeremias Gotthelf für die Gloriafilm. Das Budget belief sich auf 600'000 Franken. Zunächst war Leopold Lindtberg als Regisseur vorgesehen. Da die Geldgeber aber einen Berner Regisseur wünschten, kam nur mehr Franz Schnyder in Frage. Noch vor Beginn der Dreharbeiten verlor der Produzent die Kontrolle an den Produktionsleiter Max Dora, der Kürzungen am Drehbuch durchsetzte und die Produktion auch zu Ende führte. Richard Schweizer und Christian Lerch schrieben die berndeutschen Dialoge.

Die Dreharbeiten dauerten von April bis Juni 1954. Die fünf Kulissen der Innenszenen baute Max Röthlisberger im Filmstudio Rosenhof in Zürich auf. In Brechershäusern, Eggiwil, Heimischmatt, Würzbrunnen und Bern entstanden die Aussenaufnahmen. Hermann Haller half beim Schnitt. Der Schauspieler Hans Gaugler war Regieassistent.

Die Erstaufführung fand am 19. Oktober 1954 im Zürcher Kino Scala statt. Der ländliche Film war auch in den Städten ein Erfolg. Man zählte nicht weniger als 1,6 Millionen Eintritte in der Schweiz, wodurch die Kosten bereits im Inland eingespielt wurden. Die Fortsetzung Uli der Pächter kam im Jahr darauf in die Kinos. Die deutsche Synchronfassung für die Bundesrepublik sprachen die Darsteller selbst. Das Schweizer Fernsehen strahlte den Film erstmals am 25. Dezember 1971 aus.[1] Aus Anlass des 10. Todestages des Regisseurs wurde der Originalfilm restauriert und digitalisiert.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

«Verfilmung der klassischen Schweizer Volkserzählung von Jeremias Gotthelf. Eine episch breite, besinnlich und humorvoll zugleich konzipierte Heimaterzählung in behutsam verinnerlichter Darstellung.»

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hervé Dumont: Geschichte des Schweizer Films – Spielfilme 1896–1965. Schweizer Filmarchiv / Cinémathèque suisse, Lausanne 1987, ISBN 2-88267-001-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Uli der Knecht im Schweizer Fernsehen auf srf.ch
  2. Uli der Knecht. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 26. Dezember 2017.