Unterelsbach

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Koordinaten: 50° 25′ 34″ N, 10° 8′ 7″ O

Unterelsbach
Gemeinde Oberelsbach
Höhe: 360 m
Fläche: 9,66 km²
Einwohner: 571[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1978
Postleitzahl: 97656
Vorwahl: 09774
Unterelsbach (Bayern)
Unterelsbach

Lage von Unterelsbach in Bayern

Unterelsbach ist eine Gemarkung des Markts Oberelsbach im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pfarrdorf liegt im Biosphärenreservat Rhön am Vereinigungspunkt der Sonder und der Els. Die Gemarkung weist eine Größe von etwa 966 Hektar auf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man nimmt an, dass die Urbewohner des Elsgrundes die Sueben-Alemannen waren, diese besaßen kein Privateigentum, der ganze Grund und Boden war Allmende. Es gab Flurnamen wie z. B. Kalte Elze, das ist die All-Elz, die Gemeindeweide für die Tiere der Sueben. So wurde der Flussname Els geprägt und sie gab der Ortschaft ihren Namen. Später wurden die Sueben von germanischen Stämmen verdrängt. Aus dieser Zeit stammt auch ein keltischer Ringwall, der als Fluchtburg diente. Ober- und Unterelsbach bildeten in ältesten Zeiten die Villa Elspa und trennten sich im 13. Jahrhundert in zwei Gemeinden.

Im Jahre 1525 beteiligten sich auch Unterelsbacher Bauern am Bauernkrieg. Der Gangolfsberg bei Oberelsbach war ein wichtiger Standort der Bauernheere. Viele der hiesigen Bauern wurden durch das fürstbischöfliche Gericht in Mellrichstadt schwer bestraft.

Am 1. Januar 1978 wurde Unterelsbach im Rahmen der Gemeindegebietsreform nach Oberelsbach eingemeindet.[2]

Pfarrkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrei St. Simon und Judas Thaddäus in Unterelsbach ist wahrscheinlich vom Kloster Wechterswinkel gestiftet worden. Sie hatte schon im Jahre 1453 eine eigene Pfarrkirche.

Katholische Pfarrkirche St. Simon und Judas

Der älteste Teil der heute bestehenden St.-Simon-und-Judas-Kirche ist der im Jahre 1615/1617 erbaute Turm. Er schließt ab mit einer Echterturmspitze. Mit dem Wachsen der Gemeinde wurde die alte Kirche zu klein, deshalb wurde der Bau einer neuen Kirche beschlossen. Der Turm sollte aber weiterhin bestehen bleiben. Die alte Kirche wurde am 20. März 1810 von den Dorfbewohnern eingelegt. Am 2. Juni 1810 konnte der Grundstein für die neue Kirche gelegt werden. Er befindet sich unter dem rechten Chorbogen.

Der Hochaltar wurde dem Kloster Bildhausen abgekauft.

Aufbau des Dorfes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterelsbach

Um diese Kirche herum bauten die Dorfbewohner ihre Häuser. Der ursprüngliche Dorfkern mit nur ca. vier Hektar Fläche blieb über Jahrhunderte unverändert, auch die Einwohnerzahl liegt seit mindestens 150 Jahren etwa gleich, trotz des früheren Kinderreichtums. Es gab nur wenige Hausbesitzer, die einen Hof für sich allein hatten. In der Regel teilten mehrere Bauern eine Hofstelle. Die Aufteilung der Grundfläche war relativ einfach und übersichtlich.

In der so genannten „Türkei“ sind sechs Wohnhäuser ineinander verschachtelt, teilweise mit weniger als 16 Quadratmeter Grundfläche und sehr geringem Hofraum.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leben und Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Bauern lebten von ihrer Landwirtschaft, alles wurde in der Dreifelderwirtschaft angebaut. Manche Bauern betrieben noch die Leinenweberei.

Die Familien lebten sehr karg, in guten Jahren reichten meist nicht einmal Heu und Stroh. So wurde auch das Kraut der Heidelbeere als Einstreu verwendet. Die Heidelbeere wächst in den Wäldern um Unterelsbach auch heute noch sehr zahlreich. Im Sommer wurden auch Heidelbeeren gepflückt und verkauft.

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saueiche Unterelsbach

Etwa drei Kilometer südlich von Unterelsbach steht ein Naturdenkmal, die mächtige mehrere hundert Jahre alte Saueiche. Dorthin trieben der Schweinehirt bis zum Jahre 1892 und die Gänsehirtin bis 1957 ihre Tiere. Um die Gänsewiese gab es damals sehr viele Eichen, heute steht nur noch die Saueiche. Diese hat bereits mehrmals gebrannt und in dem entstandenen Loch im Stamm konnten zwei bis drei Schutzsuchende Platz finden. 1970 wurde das Loch wegen weiterer Brandgefahr zugemauert.

Unterelsbach heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Januar 1978 gehört Unterelsbach zur Marktgemeinde Oberelsbach. An Einrichtungen verfügt Unterelsbach über einen eingruppigen Kindergarten, der durch den St.-Elisabeth-Verein verwaltet wird. In der Rhönhalle können Veranstaltungen durchgeführt werden. Es gibt noch mehrere Handwerksbetriebe. Außerdem befinden sich im Ort ein Hotel mit einer Tennissportanlage und verschiedene Gesundheitseinrichtungen. Es gibt die Freiwillige Feuerwehr Unterelsbach, den TSV Unterelsbach, den Karateverein, den Rhönklub und die Musikfreunde Unterelsbach.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.oberelsbach.rhoen-saale.net
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 741.