Ursula Meier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ursula Meier (2012)

Ursula Meier (* 24. Juni 1971 in Besançon) ist eine französisch-schweizerische Filmregisseurin und Filmschauspielerin.

Kurzbiografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursula Meier wurde als Tochter einer französischen Mutter und eines Deutschschweizer Vaters[1] geboren und wuchs bei Genf auf. Sie hat drei ältere Geschwister.[2] Sie besuchte in Ferney-Voltaire ein dortiges Lycée und studierte anschließend von 1990 bis 1994 Regie am Institut des Arts de Diffusion im belgischen Ottignies-Louvain-la-Neuve. Heute lebt Meier im Stadtteil Louvain-la-Neuve.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meier begann ihre Karriere 1994 als Regisseurin von Kurzfilmen, darunter ihr Debüt À corps perdu. Nach vier weiteren Kurzfilmen, die sie zwischen 1999 und 2003 inszenierte, wagte sich Meier 2008 mit dem Film Home an ihren ersten Spielfilm, der 2009 den Schweizer Filmpreis in der Kategorie Bester Spielfilm und Bestes Drehbuch gewann (zusammen mit Antoine Jaccoud). Er wurde für den Europäischen Filmpreis 2008 eingereicht, aber nicht berücksichtigt. Im Februar 2009 war Home für drei Césars nominiert, ging jedoch ebenfalls leer aus. Mitte September 2009 wurde Home als Schweizer Beitrag für den Oscar 2010 in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film eingereicht.

2012 wurde Meier für ihren Spielfilm Winterdieb erstmals in den Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Berlin eingeladen, wo sie für ihr Sozialdrama mit einem Sonderpreis ausgezeichnet und mit einem Silbernen Bären geehrt wurde. Auch dieser Film wurde als offizieller Beitrag der Schweiz für den Oscar 2013 in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film eingereicht und gewann im selben Jahr drei Schweizer Filmpreise (Film, Drehbuch, Hauptdarsteller – Kacey Mottet Klein). Im selben Jahr wurde sie in die Wettbewerbsjury der 69. Internationalen Filmfestspiele von Venedig berufen.

Im Jahr 2015 drehte Meier den Kurzfilm Kacey Mottet Klein, Naissance d’un acteur (englischer Titel: Kacey Mottet Klein, Birth of an Actor) über den Darsteller Kacey Mottet Klein, mit dem sie bereits im Kindesalter für Home und Winterdieb zusammengearbeitet hatte. Dieser Film lief in der Sektion Generation bei der Berlinale 2016. Auch 2017 drehte sie wieder mit Klein. Er ist der Hauptdarsteller ihres Langfilms Ondes de choc – Journal de ma tête (englischer Titel: Shock Waves – Diary of My Mind), der 2018 zur Berlinale, Sektion Panorama eingeladen wurde. Im selben Jahr wurde sie beim 71. Filmfestival von Cannes als Jurypräsident für die Vergabe der Caméra d’Or ausgewählt.

Neben ihrer Tätigkeit als Regisseurin wirkte Meier bislang in drei Filmen als Schauspielerin mit, darunter 2004 im Coming-of-Age-Filmdrama Garçon stupide.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2002: Die Sprinterin (Des épaules solides), TV-Film
  • 2008: Home, Kinofilm
  • 2012: Winterdieb (L’enfant d’en haut), Kinofilm
  • 2014: Les Ponts de Sarajevo, Dokumentarfilm
  • 2015: Kacey Mottet Klein, Naissance d’un acteur, Kurzfilm
  • 2017: Ondes de choc – Journal de ma tête, Langfilm

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ursula Meier – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rico Bandle: „Süsser Wahnsinn“, Die Weltwoche, Ausgabe 30/2016
  2. «In der Schweiz spricht man nicht über Armut», Migros-Magazin, Ausgabe 16, 16. April 2012