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Ursula Traun

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Ursula Maria Traun-Lieb, auch Ursula Uhde-Traun[1] (* 17. August 1918[2] als Ursula Maria Uhde; † 6. November 2020[3]) war eine deutsche Synchronsprecherin und Schauspielerin.

Ursula Traun war spätestens seit 1937 als Darstellerin am Landestheater Coburg engagiert.[4] Von 1946 bis 1947 spielte Traun unter anderem am Landestheater Darmstadt und 1956 an den Münchner Kammerspielen.[5][6] 1975 stand sie am Theater Bielefeld auf der Bühne.[7] Eine ihrer letzten größeren Rollen am Theater spielte sie 1993 am Münchner Prinzregententheater in Yerma.[8] Auf der Leinwand und im Fernsehen war Traun unter anderem in dem Film Fanfaren der Liebe im Jahre 1951 als Anette, in der Serie Sie schreiben mit und in der Fernsehserie Kommissar Freytag als Hilde Freytag zu sehen. 2006 spielte Ursula Traun im Kurzfilm Rosalie und Bruno und erhielt für ihre Leistung den Preis als beste Darstellerin auf dem Kurzfilm-Festival Borges en Curt.[8]

In München war Ursula Traun seit den 1950er Jahren umfassend als Synchronsprecherin aktiv. Sie lieh unter anderem Lauren Bacall, Vivien Leigh und Doris Roberts ihre Stimme. Sie war in Filmen wie Die Verdammten und Gottes Werk und Teufels Beitrag sowie in Fernsehserien wie Criminal Intent – Verbrechen im Visier und Anne mit den roten Haaren zu hören. Einem jüngeren Publikum wurde Ursula Trauns Stimme als die der Erzählerin in den ersten Staffeln der Kinderserie Caillou bekannt.

Ursula Traun beendete ihre Karriere 2013 im Alter von 95 Jahren. Aufgrund ihres hohen Alters war sie zu diesem Zeitpunkt vornehmlich nur noch in kleineren Rollen als Synchronsprecherin aktiv, während sie ihre Laufbahn als Schauspielerin bis auf wenige Bühnenauftritte weitgehend beendete.

Ursula Traun starb am 6. November 2020 im Alter von 102 Jahren.

Ursula Traun war in erster Ehe seit 1940 mit Hans Traun verheiratet.[9] In zweiter Ehe war sie mit dem deutschen Chemiker Viktor Lieb verheiratet.[10]

Einzelnachweise

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  1. Alexander Weigel, Deutsches Theater Berlin (Hrsg.): Das Deutsche Theater – Eine Geschichte in Bildern. Propyläen Verlag, Berlin 1999, S. 372.
  2. „Fr. Lieb ist heute seit 100 Jahren auf dieser Welt“, in: BRK Kreisverband Aktuell vom 17. August 2018.
  3. Gedenkseite von Ursula Maria Traun-Lieb. Abgerufen am 28. November 2020.
  4. Ursula Uhde – Adressbuch Coburg (Oberfranken) 1937. In: adressbuecher.genealogy.net. Abgerufen am 14. Februar 2026.
  5. Hermann Kaiser: Vom Zeittheater zur Sellner-Bühne - das Landestheater Darmstadt von 1933 bis 1960. E. Roether Verlag, Darmstadt 1961, S. 217.
  6. Münchner Kammerspiele (Hrsg.): Kammerspiele München. München 1956.
  7. Deutsches Literaturarchiv (Hrsg.): Marbacher Magazin. Nr. 101-104. Marbach am Neckar 2003, S. 13.
  8. 1 2 Thomas Bräutigam: Stars und ihre deutschen Stimmen - Lexikon der Synchronsprecher. Schüren Verlag, Marburg 2009, S. 248.
  9. Anonymus: Hamburger Fremdenblatt, Abendausgabe (URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/newspaper/item/GRX65LM7QCZXMOA5SBLAMQBJIQKM4EJ6?query=%22Ursula%20Traun%22&issuepage=4). 30. April 1940, S. 4.
  10. Katharina Petri: Untersuchungen zum Abbau von Fibrinogen und Fibrin mit Leukozyten-Elastase (zugl. München, Techn. Univ., Diss.). 1985.