Ute Scheub

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Ute Scheub, 2015

Ute Scheub (* 7. Oktober 1955[1] in Tübingen) ist eine deutsche Publizistin, Politologin und Autorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1974 studierte Ute Scheub Politologie, Germanistik und Publizistik an der Freien Universität Berlin und erhielt 1980 den Abschluss als Diplompolitologin, 2010 die Promotion. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ute Scheubs Vater, ein ehemaliges SS-Mitglied, nahm sich im Anschluss an eine Lesung von Günter Grass auf dem Evangelischen Kirchentag 1969 in Stuttgart mit Zyankali das Leben. Er geht in Grass’ Tagebuch einer Schnecke in die Figur des „Manfred Augst“ ein.[2] Ute Scheub selbst verarbeitet Ihr Verhältnis zu Ihrem Vater später unter anderem in Ihrem Buch Das falsche Leben.[3][4]

Journalistisches Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ute Scheub ist als Journalistin und Autorin für den Tagesspiegel, die Frankfurter Rundschau, die Süddeutsche Zeitung und Der Freitag tätig.[5] Sie gehörte zu den Gründungsmitgliedern der taz und war dort Redakteurin im Ökologieressort, dann in der Nachrichtenredaktion. Später arbeitete sie in den Lokalredaktionen Hamburg und Berlin, zuletzt war sie dort Frauenredakteurin. Seit 1997 arbeitet Ute Scheub wieder als freie Journalistin und Publizistin.

Politisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ute Scheub 2011 auf einer Konferenz mit Monika Hauser

Sie war 1991 aus Anlass des Golfkrieges Mitbegründerin der „Frauenaktion Sheherazade“, 2003 anlässlich des Irakkrieges Mitbegründerin des deutschen „Frauensicherheitsrates“ und im Herbst 2006 europäische Koordinatorin des weltweiten Projektes „PeaceWomen Across the Globe“.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Krawalle und Liebe – Geschichte aus Berlin. Hamburg 1983. ISBN 3-499-15270-3
  • Alte Bekannte – Den neuen Nazis und ihren geheimen Freunden auf der Spur. Hamburg 1985. ISBN 3-499-15507-9
  • Zwischen Prunk und Stunk – eine kleine Hamburger Skandalchronik. Hamburg 1986. ISBN 3-925387-20-X
  • Verrückt nach Leben – Berliner Szenen in den zwanziger Jahren. Hamburg 2000. ISBN 3-499-22679-0
  • Friedenstreiberinnen – elf Mutmachgeschichten aus einer weltweiten Bewegung. Gießen 2004. ISBN 3-89806-931-1
  • Das falsche Leben – eine Vatersuche. München 2006. ISBN 3-492-04839-0
  • Heldendämmerung – die Krise der Männer und warum sie auch für Frauen gefährlich ist. München 2010. ISBN 978-3-570-55110-3
  • mit Yvonne Kuschel: Beschiss-Atlas – Zahlen und Fakten zu Ungerechtigkeiten in Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt. München 2012. ISBN 978-3-453-28037-3
  • mit Haiko Pieplow und Hans-Peter Schmidt: Terra Preta. Die schwarze Revolution aus dem Regenwald. Mit Klimagärtnern die Welt retten und gesunde Lebensmittel produzieren. 2013, ISBN 978-3865814074
  • Ackergifte? Nein danke! Für eine enkeltaugliche Landwirtschaft. Akt 438. Klein Jasedow 2014, ISBN 978-3-927-36987-0
  • mit Annette Jensen: Glücksökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben.[7] Oekom Verlag, München 2014. 320 S.
  • mit Harald Schumann: Die Troika – Macht ohne Kontrolle: Eine griechische Tragödie und eine europäische Groteske in fünf Akten.[8] 2015.
  • mit Stefan Schwarzer: Die Humusrevolution, oekom-Verlag 2017, ISBN 978-3865818386
  • Demokratie Die UnvollendetePlädoyer für mehr Teilhabe (Ein Buch von: mehr-demokratie.de) 2017
  • mit Christian Küttner: Abschied vom Größenwahn - Wie wir zu einem menschlichen Maß finden, oekom-Verlag 2020, ISBN 978-3-96238-205-6[9]
  • B.A.U.weisen – weise bauen, 40 Jahre B.A.U., dem Bund Architektur und Umwelt e.V., oekom-Verlag 2021, ISBN 978-3-96238-271-1[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ute Scheub – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Sontheimer: Mit einem hellen Lachen. Sie hat die taz mitbegründet und ist Vorsitzende des Kuratoriums der taz Panterstiftung: Ute Scheub wird nächste Woche Mittwoch stolze 65 Jahre. Eine Huldigung der Feministin und Ökologiekämpferin. In: taz.de. Die Tageszeitung, 2. Oktober 2020, abgerufen am 4. Oktober 2020.
  2. Volker Weidermann: Das war Zyankali, mein Fräulein! In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 19. Februar 2006, Nr. 7, S. 26.
  3. Ute Scheub: Am Schweigen erstickt. Ein Mann bringt sich öffentlich um. Auf dem Kirchentag 1969. Sein letzter Gruß gilt „den Kameraden der SS“. Es sollte ein Fanal sein. Nur wofür? Ein Vorabdruck aus Ute Scheubs Buch „Das falsche Leben“. In: taz.de. Die Tageszeitung, 18. Februar 2006, abgerufen am 4. Oktober 2020.
  4. Elke Nicolini: Ekel, Scham, Schuldgefühl. Ute Scheub: „Das falsche Leben – eine Vatersuche“. In: www.deutschlandfunkkultur.de. Deutschlandfunk Kultur, 26. Februar 2006, abgerufen am 4. Oktober 2020.
  5. Ute Scheub bei Perlentaucher.de
  6. Alternativer Medienpreis. Preisträger 2012. In: www.alternativer-medienpreis.de. Alternativer Medienpreis, 2012, abgerufen am 4. Oktober 2020.
  7. Rezension von Martin Tschechne zu Glücksökonomie, Deutschlandradio Kultur vom 17. Januar 2015
  8. Edition Zeitpunkt – Verlag | Die Troika – Macht ohne Kontrolle. In: edition.zeitpunkt.ch. Abgerufen am 29. Dezember 2016.
  9. https://www.oekom.de/buch/abschied-vom-groessenwahn-9783962382056
  10. https://www.oekom.de/buch/b-a-u-weisen-weise-bauen-9783962382711