Uwe Herms

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Uwe Herms (* 9. September 1937 in Salzwedel, Altmark) ist ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uwe Herms wuchs ab 1945 in Hamburg auf. Nach dem Besuch eines Gymnasiums legte er dort 1957 die Reifeprüfung ab. Von 1959 bis 1963 studierte er Philosophie, Kunstgeschichte und Germanistik an den Universitäten in Heidelberg, Hamburg und an der Northwestern University in Evanston (Illinois), wo er den Magistergrad erlangte. Ab 1966 war er Mitarbeiter der Zeitschrift Konkret und lehrte als Poet in Residence[1] an Hochschulen in Großbritannien, USA und China. Von Oktober 1970 bis April 1971 setzte sich Herms − gemeinsam mit Thomas Ayck, Siegfried Lenz und dem Fernsehjournalisten Uwe Zimmermann − im schleswig-holsteinischen Wahlkampf für den sozialdemokratischen Kandidaten Jochen Steffen ein. Von 1972 bis 1977 war er als Redakteur beim Fernsehprogramm des Norddeutschen Rundfunks tätig. Im Rahmen dieser Tätigkeit beteiligte sich Herms an der Herstellung von Fernsehporträts, u.a. über Konrad Zuse[2] und Siegfried Lenz.

Uwe Herms lebt als freier Schriftsteller in der Gemeinde Poppenbüll im Amt Eiderstedt (Kreis Nordfriesland). Er ist Verfasser von Erzählungen, Drehbüchern und Gedichten.

Position[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem schriftstellerischen Schaffen bezieht sich Herms ausdrücklich auf den Schriftsteller und Philosophen Henry David Thoreau, der von 1845 bis 1847 in einer selbstgewählten Einsamkeit in einer Blockhütte lebte. In dieser Zeit entstand Thoreaus Werk Walden; or, Life in the Woods. Dieses Werk und Thoreaus Streitschrift Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat haben Herms in seinem Handeln und Schreiben nachhaltig beeindruckt.[2] Seine Position definiert Herms in dieser Weise:
Schriftsteller zu sein, ist für mich die genaueste Lebensform, egal wie 'erfolgreich' ich damit bin. Das klingt romantisch, ist aber das Ergebnis scharfer Selbstbetrachtung als Mitbürger einer überbordenden Wirtschaftsgesellschaft, in der ich meinen Platz als Andersdenkender und Andersfühlender zu behaupten suche.[2]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monografien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brokdorfer Kriegsfibel. Eigenverlag, Hamburg 1977
  • Familiengedichte. Svato, Hamburg 1977
  • Der Mann mit den verhodeten Hirnlappen. The man with the testiculated brainlobes. Deutsch und Englisch. Svato, Hamburg 1977
  • Das Haus in Eiderstedt. Erzählung. Bertelsmann, München 1985
  • Yoga-Schule. Das Übungsbuch zur Fernsehserie. Gemeinsam mit Claudia Mahler. Rasch und Röhring, Hamburg 1993
  • Im Land zwischen den Meeren. Reisen in das unbekannte Schleswig-Holstein. Rasch und Röhring, Hamburg 1996
  • Wundertüte eines halben Tages. Erzählungen. Rasch und Röhring, Hamburg 1997
  • Schrauben, aha. Verlag Fränkischer Tag, Bamberg 2001, ISBN 3-928648-70-5.
  • Wal und Wettermacher. Erzählung. 2002

Herausgeberschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Drucksachen. Junge deutsche Autoren. Wegner, Hamburg 1965
  • Schnittpunkte. Zeitschrift für Prosa, Lyrik, Essay, Kunst ...heute. Gemeinsam mit Peter-Hannes Lehmann, Hans Meierott und Kurt Meierott. Heft 2, April 1966 (2. Jahrgang). Ulrich Ramseger, Hamburg 1966
  • Mit gemischten Gefühlen. Gedichte, Biographien, Statements. Lyrik-Katalog Bundesrepublik. Gemeinsam mit Jan Hans und Ralf Thenior. Goldmann, München 1978
  • Lieber Axel Eggebrecht! Freunde und Kollegen zum 90. Geburtstag von Axel Eggebrecht. Gemeinsam mit Joachim Fuhrmann. Neue Presse, Hamburg 1989

Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • George MacDonald: Lilith. Aus dem Englischen übersetzt. Klett-Cotta, Stuttgart 1977

Literaturzeitschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein (Hrsg.): Uwe Herms. In: Littera Borealis. Edition zur zeitgenössischen Literatur im Norden. Heft 12, Kiel 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Förderverein für Kunst und Kultur Garding/Eiderstedt e.V. (Hrsg.): Kurzportraits Eiderstedter Künstler. Garding 2011, S. 17.
  2. a b c Werner Hajek: Eine leise Stimme von Gewicht. In: Kreis Nordfriesland (Hrsg.): Kulturjournal Sommer/Herbst 2012. Husum 2012, S. 16–19.