Uwe Oberg

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Mit ROPE im KULT Niederstetten 2017

Uwe Oberg (* 1962 in Offenbach am Main) ist ein deutscher Pianist und Komponist.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberg erhielt ab dem Alter von sieben Jahren Klavierunterricht, spielte populäre Musikstile und ab den frühen 1980er Jahren als Autodidakt Jazz. Seit 1986 ist er Mitglied der Kooperative New Jazz/ARTist Wiesbaden.

Seine Musik ist improvisiert. Beeindruckt vom freien Jazz und Neuer Musik entwickelte er seine Klaviermusik; wichtige Einflüsse sind Thelonious Monk, Paul Bley, Cecil Taylor, Don Pullen, Ran Blake, Alex Schlippenbach, Andrew Hill, die Musik von Anthony Braxton, die frühe Klaviermusik von John Cage sowie europäische Improvisationsmusik. Seit den 1980er Jahren spielt er in zahlreichen Kontexten: Als Solist spannt er den Bogen vom Inside-Piano zur Musik von Monk. Mit dem international besetzten Quartett ROPE ist es freie Improvisation. Im Projekt Lacy Pool (mit Rudi Mahall und Michael Griener) widmet er sich der Musik von Steve Lacy, und im Duo mit Silke Eberhard spielt er Musik, die mit Paul Bley verknüpft ist, als auch eigene Stücke.

Ferner sucht er immer wieder die improvisatorische Begegnung mit Musikern aus verschiedenen Kulturen, etwa im Duo mit Xu Fengxia oder im Trio mit Saadet Türköz und Urs Leimgruber. Er spielte weiterhin mit Alfred Harth, Peter Kowald, Tony Oxley, Ulrich Phillipp, Jürgen Wuchner, Sven-Åke Johansson, dem hr-Jazzensemble, Rudi Mahall, Axel Dörner, Heinz Sauer, Ute Jeutter, Rajesh Mehta, Paul Lovens, Carl Ludwig Hübsch, Uli Böttcher, Frank Gratkowski, Paul Rodgers u. v. a. Zu seinen aktuellen Projekten zählt das Trio Hic sunt leones mit Frank Paul Schubert und Günter Baby Sommer und sein Duo mit Evan Parker.

Oberg komponiert Musik für Theater, Tanz, Literatur. Als Stummfilmpianist ist er regelmäßig z. B. im Deutschen Filmmuseum Frankfurt oder im Caligari-Kino Wiesbaden zu hören.

2004 wurde er zum Projekt Darmstadt-Warschau/Shared Spaces bei den internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt und dem Warschauer Herbst eingeladen. Seit dem Jahr 2000 kuratiert er das Jazzfestival Just Music in Wiesbaden.

"Oberg ist einer der Wenigen, der amerikanische und europäische Improvisationsmusik tatsächlich zu verbinden vermag; einer der interessantesten Pianisten am gefährlichen Terrain zwischen Neuer Musik und freiem Jazz, der vor allem durch seine ökonomische Spielweise besticht." (OTMAR KLAMMER / ORF)

"... alles, was er in die Hände nimmt, bekommt mehr Glanz, wird intensiviert." (ART LANGE / CHICAGO)

Oberg ist ein Meister der Improvisation, der europäischen Tradition ebenso wie der schwarzamerikanischen. THOMAS FITTERLING / RONDO Feb. 2016

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 wurde Oberg mit dem Hessischen Jazzpreis ausgezeichnet.[1]

Diskographie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Turns Uwe Oberg und Silke Eberhard (Leo Records 2016) Longlist Deutscher Schallplattenpreis
  • Rope mit Frank Paul Schubert, Wilbert De Joode, Mark Sanders (Red Toucan 2016)
  • Work Uwe Oberg Solo (Hat Hut Records 2015)
  • Twice, at Least Uwe Oberg Solo (Leo Records 2015) Longlist Deutscher Schallplattenpreis
  • Eric Plandé Trio Touching (jazzwerkstatt 2014)
  • Shots & Coups Duo mit Frank Paul Schubert: (gligg records 055, 2012)
  • Full Bloom Duo mit Evan Parker (jazzwerkstatt 092, 2010)
  • Lacy Pool mit Christof Thewes und Michael Griener (hatOLOGY 667)
  • After All Uwe Oberg Trio + Frank Gratkowski (Konnex Records 2006)
  • DEDICATED mit Matthias Schubert, Jürgen Wuchner, Jörg Fischer (Jazz'N'Arts Records 1603, 2004)
  • Looking Duo mit Xu Fengxia (NurNichtNur, 2003)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Uwe Oberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Uwe Oberg erhält den Hessischen Jazzpreis 2007