Verena Bahlsen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Verena Bahlsen (* 30. Januar 1993) ist eine deutsche Restaurant-Betreiberin und Mitinhaberin des Bahlsen-Konzerns.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verena Bahlsen ist Urenkelin des Bahlsen-Gründers Hermann Bahlsen, ihr Vater ist Werner Michael Bahlsen. Sie studierte Kommunikation und Management in London und New York, brach das Studium jedoch ohne Abschluss ab. Als 20-Jährige erhielt sie knapp ein Viertel der Anteile des Familienunternehmens, ebenso wie ihre drei Geschwister.[1] Bahlsen lebt derzeit in Berlin.

Unternehmen „Stupidly Simple“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie ist seit 2015 Geschäftsführerin des Unternehmens Stupidly Simple mit Sitz in Hannover. Das Unternehmen betreibt das Berliner Restaurant „Hermann’s“. Das Unternehmen ist eine 100-%-Tochter der Bahlsen GmbH & Co. KG.[2] Der Name Hermann’s ist auf den Vornamen von Verena Bahlsens Urgroßvater Hermann Bahlsen zurückzuführen.[3]

Medienauftritte und Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Hinblick auf kapitalismuskritische Äußerungen von Kevin Kühnert (SPD) sagte Verena Bahlsen im Mai 2019 in einer öffentlichen Rede im Beisein Kühnerts: „Ich bin Kapitalist. Ich will Geld verdienen und mir Segeljachten kaufen von meinen Dividenden und sowas“.[4] Für diese Aussage wurde sie heftig kritisiert. Auf Hinweise von Kritikern, dass das Bahlsen-Unternehmen einen erheblichen Teil seiner Einnahmen zur Zeit des Zweiten Weltkriegs erwirtschaftete, während der rund 200 Zwangsarbeiter im Unternehmen beschäftigt wurden, entgegnete Bahlsen: „Das war vor meiner Zeit und wir haben die Zwangsarbeiter genauso bezahlt wie die Deutschen und sie gut behandelt“. Nach dieser Aussage sah sich Bahlsen noch heftigerer Kritik ausgesetzt. Infolgedessen hat sie über die Bahlsen-Internetseite erklärt, dass ihr die „unbedachten Äußerungen“ leid täten. Sie bezeichnete sie als „Fehler“ und entschuldigte sich bei denen, deren Gefühle sie verletzt habe.[5][6]

In Folge der Äußerungen Verena Bahlsens wurde die Unternehmensgeschichte durch das Nachrichtenmagazin Der Spiegel näher untersucht. Diese Recherchen haben eine noch tiefere Verstrickung des Unternehmens in das Nazi-Regime zu Tage gefördert als bislang bekannt. So waren die damaligen Unternehmensleiter Hans, Werner und Klaus Bahlsen allesamt Mitglieder der NSDAP und förderten die SS.[7]

Im Zuge von Recherchen der Wochenzeitung Die Zeit stellte sich heraus, dass die Aussage Verena Bahlsens über die Höhe der Zwangsarbeiter-Entlohnung nicht den Tatsachen entspricht. Der zu damaliger Zeit übliche durchschnittliche Bruttowochenlohn eines deutschen Arbeiters betrug 44 Reichsmark. Den Bahlsen-Zwangsarbeitern wurden laut Auswertung von Bahlsen-Lohnkarten jedoch lediglich fünf bis zehn Reichsmark pro Woche ausgezahlt.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ich will das System Lebensmittelwirtschaft verändern. HR Info, abgerufen am 20. Mai 2019.
  2. vgl. Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2017 der Bahlsen GmbH & Co. KG
  3. Christoph Kapalschinski, Anja Müller: Diese 24-Jährige will den Leibnizkeks neu erfinden. Orange by Handelsblatt, 21. August 2018, abgerufen am 20. Mai 2019 (Interview mit Verena und Werner Bahlsen).
  4. OMR (Online Marketing Rockstars): Verena Bahlsen #OMR19 Keynote – Über die Zukunft der Kekse. 15. Mai 2019, abgerufen am 29. Mai 2019.
  5. Verena Bahlsen: Wer ist diese Millionen-Erbin eigentlich? news38.de, abgerufen am 20. Mai 2019.
  6. Erklärung Verena Bahlsen / Statement Verena Bahlsen. Unternehmenswebsite: The Bahlsen Family, abgerufen am 20. Mai 2019.
  7. Felix Bohr, Jürgen Dahlkamp, Jörg Schmitt: Die Bahlsens und die SS. In: Spiegel Online. Abgerufen am 18. Mai 2019.
  8. Alexander Preker: So schlecht bezahlte Bahlsen seine Zwangsarbeiter. In: Spiegel Online. 22. Mai 2019, abgerufen am 18. Mai 2019.