Deutscher Eisenbahn-Verein

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Deutscher Eisenbahn-Verein e. V.
Dev logo.png
Basisinformationen
Unternehmenssitz Bruchhausen-Vilsen
Webpräsenz Deutscher Eisenbahn Verein
Vorstand Dirk Lonscher (Vorsitzender)

Bernd Furch (stellvertretender Vorsitzender)
Wolf-Jobst Siedler (stellvertretender Vorsitzender)

Betriebsleitung Jens Dippel (EBl)
Linien
Spurweite 1000 mm (Meterspur)
Eisenbahn 1
Anzahl Fahrzeuge
Lokomotiven 14
Triebwagen 9
Statistik
Haltestellen 8
Länge Liniennetz
Eisenbahnlinien 7,8dep1
Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe 1
Weichen 31
Bruchhausen-Vilsen–Asendorf
Strecke der Deutscher Eisenbahn-Verein
Streckenkarte der Museumsstrecke (2010)
Kursbuchstrecke (DB):12383
Streckenlänge:7,8 km
Spurweite:1000 mm (Meterspur)
Höchstgeschwindigkeit:20 km/h
Kopfbahnhof – Streckenanfang
0,0 Bruchhausen-Vilsen
Strecke – geradeaus
Gemeinschaftsbahnhof mit VGH
Bahnhof, Station
0,9 Vilsen-Ort (ehemals Fischteiche)
Haltepunkt, Haltestelle
1,4 Wiehe-Kurpark
Haltepunkt, Haltestelle
2,3 Vilser Holz
Bahnhof, Station
3,9 Heiligenberg
Haltepunkt, Haltestelle
4,6 Klosterheide
Haltepunkt, Haltestelle
6,1 Arbste
Kopfbahnhof – Streckenende
7,8 Asendorf Endbahnhof

Der Deutsche Eisenbahn-Verein e. V. (DEV) ist ein Verein mit Sitz in Bruchhausen-Vilsen, der als Ziel die betriebsfähige Erhaltung einer Kleinbahn mit allen ihren Anlagen als lebendiges Freilichtmuseum verfolgt. Seit 2010 gehört das Niedersächsische Kleinbahn-Museum Bruchhausen-Vilsen zur Route der Industriekultur im Nordwesten.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Deutsche Eisenbahn-Verein e. V. (DEV) wurde im November 1964 als „Deutscher Kleinbahn-Verein“ gegründet mit dem Ziel einer betriebsfähigen Erhaltung einer Kleinbahn gegründet. Nachdem zwei erste Bemühungen bei der Kleinbahn Alt-Rahlstedt–Volksdorf–Wohldorf und bei der Steinhuder Meer-Bahn an politischen Gegebenheiten scheiterten, hatte man mit dem noch schmalspurigen Teilstück Bruchhausen-Vilsen–Heiligenberg der Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya, ca. 35 km südlich von Bremen, mehr Glück. Am 2. Juli 1966 wurde der Museumsbahnverkehr mit der Dampflok „Bruchhausen“ und einem Wagen aufgenommen. Dies war, von einzelnen kurzlebigen Versuchen abgesehen, die erste Museumseisenbahn Deutschlands. Seit 1970 wird auch die ganze Strecke bis Asendorf befahren.

Inzwischen hat sich daraus das „Niedersächsische Kleinbahn-Museum“ entwickelt. Dazu gehört die seit 1899 im Betrieb befindliche Strecke mit kleinbahntypischem Streckenverlauf und Oberbau und den erhaltenen Gebäuden (Empfangsgebäude, Wartehäuschen, Güterschuppen, Lokschuppen). An Wochenenden von Mai bis September und im Dezember wird die Strecke Bruchhausen-Vilsen–Asendorf fahrplanmäßig – überwiegend mit Dampfzügen – befahren. Unter dem Namen „Hoyaer Eisenbahn“ wird auch ein Zubringerverkehr auf der Strecke EystrupHoya–Bruchhausen-Vilsen–Syke betrieben. Im Bahnhof Bruchhausen-Vilsen ist der Übergang regelspuriger Fahrzeuge auf die Schmalspurstrecke mittels Rollböcken oder Rollwagen möglich.

In der zum Museum gehörigen Werkstatt werden auch aussterbende Arbeitstechniken, wie das Nieten von Dampf(lok)kesseln, und die dafür notwendigen Werkzeuge bewahrt. Betrieb und Unterhalt der Fahrzeuge und Anlagen erfolgt überwiegend in ehrenamtlicher Arbeit.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fahrzeugsammlung umfasst im Jahr 2012 mehr als 100 Fahrzeuge in Meter- und Regelspur der Baujahre 1886 bis 1964, der größte Teil davon betriebsfähig. Die Fahrzeuge sind überwiegend in mehreren Hallen in Bruchhausen-Vilsen und Heiligenberg wettergeschützt untergestellt, und können an Betriebstagen besichtigt werden.

Unter den Meterspurfahrzeugen sind sieben Dampflokomotiven (darunter neben der seit 1899 auf dieser Strecke verkehrenden Lokomotive Hoya, die ehemalige DR 99 5633, eine Lenz-Typ i, eine Kastendampflokomotive der Plettenberger Kleinbahn und eine Malletlokomotive), fünf Diesellokomotiven (darunter eine Lok der ehemaligen DB-Baureihe V 29 und eine dieselelektrische Lok der Borkumer Kleinbahn), sechs Triebwagen (darunter einen Wismarer Schienenbus, einen Wismarer Triebwagen Typ Frankfurt, einen Triebwagen der Franzburger Kreisbahn und einen Talbot-Triebwagen Typ Eifel), 26 Personenwagen, sechs Pack- bzw. Postwagen und zahlreiche Güterwagen und Bahndienstfahrzeuge.

Die Fahrzeugsammlung ermöglicht, typische Züge der Franzburger Kreisbahnen – mit Görlitzer Gewichtsbremse –, der Kreis Altenaer Eisenbahn und der Kleinbahn Hoya–Syke–Asendorf in Betrieb einzusetzen und in restaurierter Ausstattung zu fahren.

Auch einige Normalspurfahrzeuge besitzt der Verein, die regelmäßig auf der Regelspurstrecke Eystrup–Syke verkehren, unter anderem eine ehemalige V 36, eine Köf III, einen Esslinger Triebwagen mit Beiwagen und einen MaK GDT. Auch der letzte in Deutschland erhaltene Viehverschlagwagen gehört zur Sammlung.

Die Schmalspurbahn des Deutschen Eisenbahn-Vereins (DEV)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Museums-Eisenbahn – Zeitschrift für Kleinbahn-Geschichte ist das offizielle Organ des Deutschen Eisenbahn-Vereins e. V. (DEV). ISSN 0936-4609
  • Claas Rehmstedt: Die Fahrzeuge der Museums-Eisenbahn Bruchhausen-Vilsen–Asendorf. Verlag Feld- und Schmalspurbahnen Karl Paskarb, Celle 2005. ISBN 3-938278-09-9
  • Wolfram Bäumer: Mit Tempo 20 über Land. Bildführer durch das Kleinbahn Museum Bruchhausen-Vilsen. DEV-Kleinbahn-Verlag, Bruchhausen-Vilsen 1995. ISBN 3-9802233-9-6

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Museumseisenbahn Bruchhausen-Vilsen–Asendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Metropolregion Bremen-Oldenburg e. V.: Route der Industriekultur im Nordwesten. Station 14: Niedersächsisches Kleinbahn-Museum Bruchhausen-Vilsen