Eystrup

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eystrup
Eystrup
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eystrup hervorgehoben
Koordinaten: 52° 47′ N, 9° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Nienburg/Weser
Samtgemeinde: Grafschaft Hoya
Höhe: 15 m ü. NHN
Fläche: 24,06 km2
Einwohner: 3251 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 135 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27324
Vorwahl: 04254
Kfz-Kennzeichen: NI
Gemeindeschlüssel: 03 2 56 007
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 53,
27324 Eystrup
Webpräsenz: www.eystrup.de
Bürgermeister: Jost Egen (SPD)
Lage der Gemeinde Eystrup im Landkreis Nienburg/Weser
Steinhuder Meer Nordrhein-Westfalen Landkreis Diepholz Landkreis Oldenburg Landkreis Schaumburg Landkreis Heidekreis Landkreis Verden Region Hannover Balge Binnen Binnen Binnen Binnen Bücken Diepenau Drakenburg Estorf (Weser) Eystrup Eystrup Gandesbergen Hämelhausen Hämelhausen Haßbergen Haßbergen Hassel (Weser) Hassel (Weser) Heemsen Hilgermissen Hoya Hoyerhagen Husum (bei Nienburg) Landesbergen Leese Liebenau (Niedersachsen) Linsburg Linsburg Marklohe Nienburg/Weser Pennigsehl Raddestorf Rehburg-Loccum Rodewald Rohrsen Schweringen Steimbke Steyerberg Steyerberg Stöckse Stolzenau Uchte Warmsen Wietzen WarpeKarte
Über dieses Bild

Eystrup ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine alte Bezeichnung des Ortes ist um ca. 1025 Estorp. In alten Schreibungen ist der Ortsname identisch mit Estorf: 1217 Estorpe. Die Grundform lautet „Ages-thorp“ und bedeutet „Dorf eines ‚Agi‘“, zu „Egge, Ecke“ für „Kante, Schärfe des Schwertes“.[2]

Die Gegend um Eystrup war bereits früh besiedelt. Ein archäologischer Fund, der in das Jahr 750 v. Chr. datiert wird („Hortfund vom Blankenmoor bei Eystrup“), besteht aus bronzenen Schmuckstücken wie Halsring, weiteren Ringen und einer Bernsteinkette. Die Kirche zu Eystrup wird 1179 erstmals erwähnt. Die Eystrup umgebenden Ortschaften werden früher erwähnt.

Im Jahre 1945 wurde in Bücken das Unternehmen Albin Grünzig & Co. neugegründet, ein Turn-, Sport- und Spielplatzgerätehersteller, der später nach Eystrup umzog.

Am 29. November 1951 verschickte der Attentäter Erich von Halacz Paketbomben, darunter auch an Carl Maynitz, den Leiter der Marmeladenfabrik Göbber. Es kam zu einer Explosion im Postamt Eystrup, bei der die Kontoristin der Firma Göbber, Margret Grüneklee, ums Leben kam.[3]

Bis 1977 gehörte Eystrup zum Landkreis Grafschaft Hoya, kam mit der Gebietsreform dann zum Landkreis Nienburg. Die für 2006 geplante Zusammenlegung mit der Gemeinde Gandesbergen wurde vom dortigen Gemeinderat abgelehnt.

Im Jahre 2011 fusionierte die Samtgemeinde Eystrup mit der Samtgemeinde Grafschaft Hoya.

Am 1. März 1974 wurde die kleine Nachbargemeinde Mahlen eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1885 1925 1933 1939 2008 2015
Einwohner 741 976 1.369 1.408 3.308 3.251

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlbeteiligung: 48,97 %
 %
50
40
30
20
10
0
49,08 %
37,54 %
8,04 %
5,32 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. November 2016 wurde Jost Egen zum Bürgermeister der Gemeinde Eystrup gewählt. Zuvor war er bereits von 2001 bis 2009 Samtgemeindebürgermeister.[6]

Bisherige Amtsinhaber der Gemeinde
  • ~1980–~2005: Alfred Schindler (CDU)
  • ~2005–2011: Wilhelm Bergmann-Kramer (CDU)
  • 2011–2015: Manfred Ernst (SPD)
  • 2015–2016: Wilhelm Bergmann-Kramer (CDU), wurde gem. §105 NKomVG aus der Mitte des Rates für die verbleibende Wahlperiode bis 31. Oktober 2016 für den am 17. Mai 2015 verstorbenen Manfred Ernst gewählt.
  • seit 2016: Jost Egen (SPD)
Bisherige Gemeindedirektoren
  • Hans Blumenberg
  • Paul Frankmölle
  • Hans Hermann
  • Jost Egen
  • Detlef Meyer

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Willehadi-Kirche
  • Mitten in Eystrup steht auf einer kleinen Anhöhe eine Turmholländer-Windmühle mit Galerie namens „Margarethe“. Sie wurde 1861 erbaut und ist mit einem Motor- und zwei Windmahlgängen noch weitestgehend funktionstüchtig. Gemahlen wird allerdings nur noch zur Demonstration bei besonderen Gelegenheiten. Betreut wird die Mühle vom Verein „Eystruper Mühlenfreunde e.V.“ Mitglieder des Vereins übernehmen auf Wunsch Mühlenführungen. Seit 2003 gibt es in der Mühle ein Trauzimmer des Standesamtes Eystrup.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Eystrup gab es um 1920 herum einen Schützenverein. Nachdem der Ort Doenhausen 1929 zu Eystrup eingemeindet wurde, teilen sich bis heute der Schützenverein Eystrup und der Schützenverein Doenhausen den Ort. Mit dem Spielmannszug & Cheerleader im Schützenverein Doenhausen ist der Ort Eystrup auch musikalisch seit 1958 nicht nur im Umkreis, sondern auch in den Landkreisen Verden, Hannover, Bremen und Cuxhaven vertreten, wie z. B. beim Schützenfest in Hannover, dem Germanenfünfkampf in Otterndorf, dem Bremer Freimarkt oder dem Kramermarkt in Oldenburg.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Eystrup gibt es folgende Firmen der Nahrungsmittelindustrie:

  • Göbber GmbH (gegründet 1888)
  • Leman GmbH & Co. KG, ein Senf-, Essig- und Ölproduzent, mit einer Dampfmaschine als Industriedenkmal

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eystrup ist Standort eines großen Seniorenpflegeheimes (Landsitz Hohenholz). Nächstgelegene Krankenhäuser sind die Aller-Weser-Klinik in Verden (Aller) und die Mittelweserkliniken (Rhön-Klinikum) in Nienburg/Weser. In Eystrup gibt es eine Freiwillige Feuerwehr.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eystrup liegt an der B 215 zwischen Nienburg/Weser und Verden. Die Gemeinde hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Wunstorf–Bremen (die in diesem Abschnitt auch Teil der Weser-Aller-Bahn ist) und an der Güter- und Museumseisenbahnstrecke Eystrup–Hoya–Bruchhausen-Vilsen–Syke ("Kaffkieker"). Der Eystruper Bahnhof wurde in den Jahren 2011 und 2012 vollständig modernisiert.[7] Seitdem wird in Fahrtrichtung Nienburg das alte Gleis 1 sowie in Fahrtrichtung Verden das neue Gleis 3 benutzt. Auf Gleis 2 finden Durchfahrten der IC/ICE/EC sowie von Güterzügen statt. Mit dem Umbau wurde der Bahnhof barrierefrei ausgebaut. Der alte Bahnübergang wurde durch eine Unterführung für Radfahrer und Fußgänger ersetzt. Autofahrer müssen die etwas weiter südlich neu errichtete Brücke benutzen. Mehrere Buslinien der Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya stehen im Nahverkehr zur Verfügung. Tariflich ist Eystrup in den Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen eingebunden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatverein Grafschaft Hoya (Hrsg.): Eystrup - Ein Dorf im Wandel der Zeit. Adam Prettenhofer, Eystrup 1995, ohne ISBN.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eystrup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  3. Paketbomben-Attentäter von Halacz kehrt zurück in: Kreiszeitung vom 27. März 2015
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 191.
  5. KDO-Internetpräsentation von Wahlergebnissen
  6. http://www.kreiszeitung.de/lokales/nienburg/grafschaft-hoya-ort120424/auch-waehlt-egen-buergermeister-6984651.html
  7. Private Homepage zur Geschichte des Bahnhofs Eystrup