Vincent Stoltenberg Lerche

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Vincent Stoltenberg Lerche, Foto, 1880
Oldsaksgranskeren, 1865
Zehntentag im Kloster, 1873

Vincent Stoltenberg Lerche (* 5. September 1837 in Tønsberg, Norwegen; † 28. Dezember 1892 in Düsseldorf), war ein norwegischer Maler, der seine Gemälde auch mit „Vinc. St. Lerche“ signierte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lerche wurde geboren als Sohn des gleichnamigen Vaters (1809–1894; der Großvater (1766–1820) trug auch den gleichen Namen), und dessen Frau Jane Matthew, geborene Døderlein (1804–1860).[1] Aus der Ehe mit Kristine (Christine) Marie Rosenvinge (1838–1926),[2] Tochter des Meteorologen Abraham Bredahl Rosenvinge (1810–1884), stammt die Halbschwester Valborg Lerche (1873–1931), Sozialarbeiterin und erste weibliche Theologin Norwegiens.[3]

1855 beendete er seine Schulausbildung und ging dann 1856 nach Düsseldorf, wo er in der dort herrschenden Malweise der Düsseldorfer Malerschule unter anderen bei Benjamin Vautier ausgebildet wurde. Er malte zuerst Architekturstücke und ging deshalb nach Venedig, von da an den Rhein, wo er namentlich Kirchen malte, schließlich auch in den heimischen Norden, wo ihm Trondheim und Roskilde Vorbilder boten.

Daneben machte er sich einen Namen als Karikaturenzeichner und bevölkerte bald seine Klosterhöfe, Sakristeien und Kirchengänge mit heiteren Szenen aus der katholischen Priester- und Mönchswelt. Später hat er auch Interieurs mit Figuren aus dem 18. Jahrhundert gemalt. Seine Hauptwerke sind:

  • Das Innere der Lambertikirche zu Düsseldorf (1862)
  • Klosterbibliothek (1872)
  • Der Zehntentag im Kloster (1873)
  • Ein Wirtshaus in Köln zur Zeit der französischen Okkupation (1880)
  • Der Kirchenplan (1886)
  • Seemannsgeschichten (1886)

Mit den Veröffentlichungen Reiseskizzen (1872 und 1874), Kleine Bilder für große Kinder, zwei Hefte Kinderreime und Volksweisen in Arabesken (1876 und 1879) wurde er auch schriftstellerisch tätig. Darüber hinaus wirkte er auch als Illustrator zahlreicher Beiträge für deutsche, schwedische und norwegische Zeitschriften. Lerches Grab liegt auf Feld VII im nördlichen Teil des Golzheimer Friedhofs.

1866 heiratete er Marie Rittershausen (1842–1926),[4][5] die Tochter von Carl Heinrich Alfred Rittershausen.[6] Nach Familienrecherchen sind aus erster Ehe folgende Kinder nachweisbar: Margrethe Sophie Lerche (1869–1938), Gunhild Lerche (1870–1893) und der Mediziner Axel Wilhelm Bertold Stoltenberg Lerche (1872–1905).[7] Dem Eintrag zu Hans Stoltenberg Lerche im Store norske leksikon ist zu entnehmen, dass er das erstgeborene Kind der Familie war.[8] Demnach ist der Manager und Unternehmer Jean Gustave Stoltenberg-Lerche sein Enkel.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vincent Stoltenberg Lerche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vincent Stoltenberg Lerche, bei geneanet.org.
  2. Kristine Marie Rosenvinge, geni.com.
  3. Adolph Carl Peter Callisen: Valborg Lerche, geni.com.
  4. Marie Rittershausen, geni.com.
  5. Siehe Weblink zum Eintrag im store norske leksikon.
  6. Rittershausen (Carl Heinrich Alfred); in: Adolph Carl Peter Callisen: Medicinisches Schriftsteller-Lexicon der jetzt lebenden Aerzte, Wundärzte, Geburtshelfer, Apotheker, und Naturforscher aller gebildeten Völker von Adolph Carl Peter Callisen: Medicinisches Schriftsteller-Lexicon der jetzt lebenden Verfasser Nachtrag. (Band 31), Königl. Taubstummen-Institut zu Schleswig, 1843. S. 479.
  7. Vincent Stoltenberg Lerche, geni.com.
  8. Hans Stoltenberg Lerche, store norske leksikon.
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888 bis 1890.
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