Virginia Hill

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Virginia Hill (geboren als Onie Virginia Hill am 26. August 1916 in Lipscomb, Alabama; verstorben am 24. März 1966 in Koppl) war eine Angehörige der organisierten Kriminalität der Vereinigten Staaten von Amerika.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1931 heiratete sie als Schulabbrecherin, fünfzehnjährig, den damals sechzehnjährigen George Randell. 1933 übersiedelten beide nach Chicago, da Hill hoffte, dort in der Unterhaltungsbranche Fuß fassen zu können. Diese Absicht schlug fehl, sie fand einen Arbeitsplatz als Kellnerin in einem von der organisierten Kriminalität besuchten Lokal und ergänzte ihre Einkünfte als Prostituierte.

Durch Bekanntschaften mit Persönlichkeiten der Halbwelt und der Unterwelt erreichte sie einen Status als prominente Gangsterbraut, so etwa als Gefährtin der bekannten Kriminellen Charles Fischetti – Cousin von Al Capone – sowie Benjamin „Bugsy“ Siegel.[1] Zudem agierte sie als Kurierin für kriminelle Auftraggeber.

Im Jahr 1950 lernte sie bei Wintersportferien in Sun Valley den aus Österreich stammenden Skilehrer Hans Hauser kennen. Beide heirateten, der Ehe entstammte der gemeinsame Sohn Peter Hauser.[2]

1951 wurde sie vorgeladen, um bei den Kefauver-Hearings zur Untersuchung der organisierten Kriminalität als Zeugin auszusagen. Sie verneinte dort, Kenntnis über kriminelle Vorgange zu besitzen, wurde aber dennoch vom Time-Magazine als „Königin der Gangster-Schlampen“ bezeichnet.[3]

Es wird ihr nachgesagt, sie habe sich gerühmt, die „verdammt beste Matratze des Landes“[4] oder „beste Schwanzlutscherin des Landes“[5] zu sein.

Salzburger Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1954 wurde sie wegen Steuerhinterziehung steckbrieflich gesucht[6] und floh mit ihrem Sohn nach Salzburg. Sie lebte dort eingangs mit ihrem Mann und ihrem Sohn am Anwesen von dessen Familie auf der Zistelalm am Gaisberg, zog sich aber nach wenigen Jahren in eine Berghütte bei Unken zurück, um dort ihre Memoiren zu verfassen.

In einer österreichischen Fernsehdokumentation aus dem Jahr 2020 wird die Theorie vertreten, dass sie ihre Memoiren mit dem Ziel verfasst habe, durch ein Enthüllungsbuch mit Interna der organisierten Kriminalität Zahlungen der Mafia an sie zu erreichen.

Die letzte Zeit ihres Lebens verbrachte sie in einer Pension in der Landeshauptstadt Salzburg.

Am 24. März 1966 verstarb sie im Alter von 49 Jahren in Koppl an einer Überdosis Schlaftabletten. Ihr lebloser Körper war von einem Spaziergänger in einem Waldstück gefunden worden. Aufgrund des Verschwindens der Akten der zuständigen Staatsanwaltschaft ist nicht bekannt, ob sie die Schlaftabletten versehentlich, in Absicht eines Freitodes[7] oder durch Einwirkung Dritter eingenommen hatte. Öffentlich wird zumeist angenommen, dass sie zur Einnahme gezwungen worden war.

Mediale Rezeption (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehfilm, Serie, Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Virginia - Das ungelöste Rätsel der Salzburger Mafiabraut, ServusTV, Ausstrahlung am 6. September 2020[8]
  • Mafia - Die Paten von New York, Teil 6, Schmutzige Geschäfte. Serie bei Amazon Prime
  • Virginia Hill: Mistress to the Mob

Musical[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Memoiren einer Gangsterbraut, Virginia Hill (Autor), Howard Peterson, Molden Verlag
  • Virginia Hill - Journal d'une affranchie
  • Bugsy's Baby: The Secret Life of Mob Queen Virginia Hill
  • Virginia Hill - Mafia Molls - Beautiful Broads With Brass Balls: Volume 3 (Mob Molls – Beautiful Broads With Brass Balls) (English Edition)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Elisabeth Hewson: Vom Verbrechen zum Vergnügen. Abgerufen am 10. September 2020.
  2. Wer war Virginia Hill. In: SalzburgerLand Magazin. Abgerufen am 10. September 2020.
  3. VIRGINIA HILL, 49, DEAD IN AUSTRIA; Body of Gangsters' Friend Found After 2 Days (amerikanisches englisch). In: The New York Times, 25. März 1966, S. 57. Abgerufen am 4. Juni 2020. 
  4. Wer war Virginia Hill. Abgerufen am 14. September 2020.
  5. Virginia Hill: The Mob’s Lady Associate | Newz Breaker. Abgerufen am 15. September 2020 (amerikanisches Englisch).
  6. Virginia Hill - DER SPIEGEL 30/1951. Abgerufen am 10. September 2020.
  7. PHANTASTIK DES BANALEN - DER SPIEGEL 34/1970. Abgerufen am 10. September 2020.
  8. Salzburger Nachrichten: Das Rätsel um Virginia Hill: Mordete die Mafia in Salzburg? Abgerufen am 10. September 2020.
  9. Virginia Hill | PETER BLAIKNER. Abgerufen am 10. September 2020 (deutsch).