VisiWinNET

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VisiWinNET
Basisdaten

Entwickler INOSOFT GmbH
Aktuelle Version 6.5.4
(2015-06-08)
Betriebssystem Windows und Windows CE
Kategorie HMI / SCADA
Lizenz proprietär
deutschsprachig ja
inosoft.com

VisiWinNET ist ein Prozessvisualisierungssystem des Herstellers INOSOFT GmbH aus Hiddenhausen. Es wird in industrieller Umgebung als maschinennahes HMI System und als SCADA Software eingesetzt.[1] Alle typischen Funktionsmerkmale dieser Art von Software werden unterstützt (Prozessanbindung, Sprachumschaltung, Alarme, Trends, Benutzerverwaltung, Logbuch, ...).[2] Die Produktfamilie VisiWin wird in Deutschland seit 1995 vermarktet, die aktuelle Variante VisiWinNET ist seit 2003 erhältlich.

Systemaufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie die meisten Prozessvisualisierungspakete besteht VisiWinNET aus einer Design-Umgebung zur Entwicklung der Oberflächen und einer Laufzeitumgebung. Eine Besonderheit von VisiWinNET ist die Integration des Entwicklungssystems in Microsoft Visual Studio.[3] Unterstützt werden die Programmiersprachen Visual Basic .Net und C-Sharp. VisiWinNET stellt Controls und eine Klassenbibliothek zur Verfügung. Programme für vergleichbare Anwendungsfälle haben in der Regel ein in sich geschlossenes Entwicklungssystem mit der Möglichkeit, Skripte in proprietärer Syntax zu hinterlegen. Eine weitere Besonderheit ist die Unterstützung von WPF Grafiken mit Microsoft Expression.[4]

Das Laufzeitsystem von VisiwinNET ist für den Einsatz als Einzelplatz und Client-Server-Applikation gedacht und auch auf Embedded Systemen lauffähig. Das System basiert auf dem .NET Framework für die gesamte PC-Plattform mit Betriebssystem Microsoft Windows und dem .NET Compact Framework für Windows CE. Für die Ankopplung an die Steuerung der Maschine und zur Weitergabe von Daten z. B. an ERP Systeme wird der Industriestandard OPC unterstützt.[5][6]

Einsatzbereiche und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Software wird hauptsächlich in der Automatisierungstechnik eingesetzt. Typische Anwender sind Maschinenbauunternehmen, die Serien- oder Sondermaschinen herstellen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt im Bereich der Verpackungstechnik und dort auch bei Anwendungen, wo eine Abnahme der amerikanischen FDA erforderlich ist.[7] VisiWinNET und die Vorgängerprodukte sind weltweit in Fertigungsanlagen vertreten, die Dinge herstellen wie Reifen, Zigaretten, CDs/DVDs, Spritzgussteile, Spielzeug, Folien, Rohre, Medikamente, Lebensmittel, Verpackungen, KFZ-Teile, Textilien und so weiter. Aktuelle Beispiele sind in der Textilindustrie[8], in Betonsteinanlagen[9] und in dem Forschungsprojekt ImRoNet[10] des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), der Universität Karlsruhe und Partnern aus der Industrie zu finden.

Durch die Vermarktung als OEM Produkt ist die Entwicklungssoftware ebenfalls weltweit erhältlich.[11]

Der klassische Einsatzbereich einer solchen Applikation erstreckt sich von minimal ausgestatteten Embedded Systems bis hin zu großen Anwendungen auf Server-Betriebssystemen. Im untersten Sektor wird der Einsatz oftmals nicht möglich sein, da hier nicht genügend Ressourcen zur Verfügung stehen.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Nachfolger des unter MS-DOS laufenden VisiPro wurde VisiWin erstmals 1995 vermarktet. Dieses System war unter Windows 3.1 lauffähig und bereits in Visual Basic der Version 3 integriert. Eine erste 32 Bit Version war ab 1996 mit Visual Basic 5 verfügbar. Danach folgte 1998 VisiWinStudio, das erste mehrplatzfähige VisiWin. Das klassische Visual Basic wurde ab 2002 durch Microsoft Visual Studio mit .NET-Technologie ersetzt. Der Umstieg brachte auch den neuen Namen VisiWinNET. Seit 2003 gibt es diese Software am Markt. Im Jahr 2005 wurde mit VisiWinNET 2005 nochmals eine neue Version vorgestellt. Sie basiert auf Visual Studio 2005 (und mittlerweile 2008, 2010, 2012 und 2013) und dem .NET Framework.[12]

Systemvoraussetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen der Abhängigkeit von .NET setzt eine mit VisiWinNET erstellte Software in jedem Fall das .NET-Framework als zugehörige Runtime voraus. Dafür ist auf dem PC mindestens Windows XP erforderlich. Unter Windows CE wird mindestens das Compact Framework 2.0 vorausgesetzt. Mindestanforderung ist hier Windows CE ab Version 5. Andere CPU-Typen als x86 und Strong ARM werden nur auf Anfrage unterstützt.

Einschränkungen durch das .NET Compact Framework[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Basistechnologie für die Erstellung der grafischen Oberfläche wird Windows.Forms verwendet. Da diese Klassenbibliothek im .NET Compact Framework keine komplexeren Layoutmanager wie das aus Java bekannte GridBagLayout kennt, sind einmal erstellte HMIs nicht skalierbar. So führt eine Änderung der Auflösung oder der Größe der benutzten Schriftart (z. B. für eine Umstellung auf Touch-Bedienung) nicht zu einer automatischen Neuanordnung der UI-Elemente. Der Hersteller hat aus diesem Grund eine Funktionalität nachgerüstet, die Bildschirmseiten auf verschiedene Auflösungen skaliert.

Systembedingte Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind verschiedene Wege mit teilweise vorhandenen Überlappung von Funktionalitäten implementiert. So existieren verschiedene Möglichkeiten, um den Datenfluss von Ein- und Ausgabeelementen (z. B. ein Schieberegler und eine Balkenanzeige) miteinander zu verknüpfen:

  • per internem Logical Event inklusive der Definition von Bedingungen
  • per interner Variable über einen Datenkanal
  • per C#- oder VisualBasic-Programmcode
  • per gemappter, externer Variable und einer zusätzlichen SPS

Der Hersteller trägt hier der Verwendung von zwei Entwicklungsumgebungen Rechnung. Eine ist für Programmierer gedacht. In der anderen Umgebung nutzen die Anwender die Konfigurierbarkeit. Der Anwender der programmierbaren Version kann auf verschiedenen Wegen dem Anwender der anderen Umgebung zuarbeiten. Dabei ist eine klare Definition der Schnittstellen notwendig, um das Projekt übersichtlich und wartbar zu halten.

Lizenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VisiWinNET ist ein kommerzielles Produkt. Laufzeit und Entwicklung sind kostenpflichtig.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Produktauflistung Open Automation / VDE Verlag
  2. Funktionen Herstellerseite
  3. Integration Herstellerseite
  4. WPF Grafik Herstellerseite
  5. Mitgliederseite der OPC Foundation
  6. OPC- und Treiber-Unterstützung Herstellerseite
  7. Anwendungerberichte Herstellerseite
  8. Fachartikel Textilmaschine mit Bedienoberfläche in speziellem Design
  9. Fachartikel Applikation Computer & Automation
  10. Projekt ImRoNet Fraunhofer Institut, Universität Karlsruhe und Partner aus der Industrie Computer & Automation
  11. VisiWinNET als OEM Produkt bei der Lenze Gruppe
  12. Produkthistorie Herstellerseite

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]