Volker Tiemann

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Volker Tiemann (* 16. September 1963 in Kiel) ist ein deutscher Bildhauer.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Abitur 1983 und einem Steinmetzpraktikum studierte Volker Tiemann von 1986 bis 1992 Freie Kunst an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel bei Jan Koblasa. 1989 führte ihn ein Erasmusstipendium zum Studium an das Norfolk Institute of Art and Design, Norwich (Großbritannien). Volker Tiemann ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund. Er lebt als freier Künstler in Kiel.[1]

Tiemann gehört zu einer Generation jüngerer Künstler, die ihre Wurzeln einerseits in der klassischen Bildhauerei sehen und andererseits radikale neue Positionen beziehen, die dieses Medium gleichzeitig kritisch hinterfragen. Die Arbeiten des Künstlers bestechen von Anfang an durch ihren Humor und eine scheinbare Leichtigkeit, die jedoch in krassem Gegensatz zu der aufwändigen handwerklichen und technischen Perfektion ihrer Verwirklichung zu stehen scheint. So weicht der vordergründige Witz beim Betrachter schnell einem existentiellen Nachdenken über Kunst, Mensch und Welt.

Volker Tiemann gelingt es mit seinen Werken, die sich in Ausstellungen zu raumgreifenden Szenarien erweitern, „gedrängt und in raschen Abfolgen, Momente der Wirklichkeit für Augenblicke außer Kraft zu setzen, um dem Betrachter in der Rückbesinnung auf die Wirklichkeit eine Erfahrung und Erkenntnis zu ermöglichen, die ihm die Außenwelt nicht mehr in dieser Unmittelbarkeit bieten kann.“ (Arne Rautenberg: Gedanken über die Nachahmung der Wirklichkeit zum Zweck der Wiederherstellung des reinen Blicks, in: Wenn keiner singt, dann ist es still, Kiel 2004, S. 13).

Das Werk Volker Tiemanns verfügt über ein breites Spektrum bildhauerischer Gesten, die sich auch in Bereiche des Bildhaften und Fotografischen vorwagen und mit ihrer Montage heterogener Materialien und Fundstücke der zeitgenössischen Skulptur eine eigene Position hinzufügen.

Es gibt Kunstwerke und es gibt den Rest der Welt. Dazwischen liegt ein Grenzbereich mit Übergangslösungen.“ sagte Tiemann anlässlich seiner Ausstellung im Brunswiker Pavillon in Kiel, die ihm 2005 als Preisträger der Landesschau des BBK Schleswig-Holstein eingerichtet wurde.

1999 widmete der NDR dem Künstler ein Porträt mit dem Filmbeitrag „Kalkulierte Improvisation“ im Rahmen der Ausstellung und Filmreihe „KunstStreifzüge in Schleswig-Holstein“ (Regie: Michael Engler).

Auszeichnungen und Stipendien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbeiten in öffentlichen Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtgalerie Kiel, Kulturamt der Landeshauptstadt Kiel, Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein, Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein, Sammlung des Landes Schleswig-Holstein, Kunstverein Flensburg, Museumsberg Flensburg, Buxtehude-Museum, Städtisches Museum Eppingen, Elbeforum Brunsbüttel

Arbeiten im öffentlichen Raum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004 Zerstreute Betrachtungen, Eppingen
  • 2005 Selbst nach Degas, Buxtehude Museum
  • 2007 Großes Stück für Tasse und Turm, Eppingen
  • 2008 Was das Schwimmen so sympathisch macht – für einen Moment ist es egal, dass man nicht fliegen kann., Kronshagen
  • 2008 Großes Stück für Flensburg, Flensburg
  • 2009 Blaues Pferd, kunst:raum sylt quelle, Sylt
  • 2010 Großes Stück über die Schwerkraft Nr. 1 - Hocker und Haus, Tornesch
  • 2011 Großes Stück über die Schwerkraft Nr. 2 - Haus am See mit Wolke, Esch-sur-Sûre/Insenborn, Luxemburg

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999 Sie gingen gemeinsam und aßen aus einer Tüte Fruchtbonbons, Galerie Prima Kunst, Kiel (mit Rolf Bier)
  • 2000 Ein Glas Wasser, Galerie Breitengraser – contemporary sculpture, Berlin
  • 2000 Ein Teil für das Ganze, Galerie Kunst und Co, Flensburg
  • 2001 In Basel war es auch sehr schön, Produzentengalerie Oha Kunst, Eutin
  • 2002 Kleine Stücke, Galerie Stücker, Brunsbüttel
  • 2003 ...und wir neigen im Allgemeinen zu größeren Pinseln, Künstlerhaus Sootbörn, Hamburg
  • 2003 Mit Schwung und ohne Plan ist er in die Kutsche gestiegen, Kunstverein Wunstorf
  • 2003 Trendwände, Kunstraum Düsseldorf
  • 2004 Zerstreute Betrachtungen. Arbeiten zum Eppinger Kreisel, Stadtmuseum Eppingen
  • 2004 Wenn keiner singt, dann ist es still. Schmidbauer/Tiemann, Stadtgalerie Kiel
  • 2005 Selbst nach Degas, Museum Buxtehude
  • 2006 Gegenzug. Lichtinstallation, Ausstellungsfenster Gegenzug, Köln
  • 2006 Mein linker Arm beim Frühstück, Galerie Ruth Sachse, Hamburg
  • 2006 Übergangslösungen. Landesschaupreis, Brunswiker Pavillon, Kiel
  • 2007 Langfristige Planung kannten sie nicht, Galerie Ardizón, Bregenz, Österreich (mit U. Vonbank)
  • 2008 Stücke für Bühl, Friedrichsbau, Bühl
  • 2009 Große Stücke und andere Gegenstände, Galerie Ruth Sachse, Hamburg
  • 2009 Kunst im Landtag - Paare, Schleswig-Holsteinischer Landtag, Kiel (mit Anna Lena Straube)
  • 2012 Stücke über die Schwerkraft, Museumsberg, Flensburg
  • 2013 Stücke über die Schwerkraft No.2, Kunstverein im Reuchlinhaus, Pforzheim
  • 2013 Schaf bei Licht und andere Stücke, Whitesquare gallery, Berlin
  • 2013 Anordnung und Klarheit, Galerie im Marstall, Ahrensburg
  • 2014 Rautenberg und Tiemann in Kappeln, Kunsthaus Hänisch
  • 2014 Zeichnungen und Tische, Museum Schloss vor Husum
  • 2014 Zufall und Notwendigkeit, Kunstverein Buchholz und Kulturkirche St. Johannis, Buchholz
  • 2015 Von Tischen und Wänden, Galerie Kramer, Bremen
  • 2015 Im Östlichen Hügelland, Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Junge Kunst – Saar-Ferngas-Förderpreis, Saarlandmuseum Saarbrücken 1992
  • junger westen 95 – Skulptur, hrsg. von Ferdinand Ullrich, Ausstellungskatalog Kunsthalle Recklinghausen 1995, ISBN 3-929040-27-1
  • ArtGenda, Øksnehallen, Kopenhagen 1996
  • Volker Tiemann: Ein Teil für das Ganze, Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Kunst & Co, Flensburg 2000, ISBN 3-00-006608-x
  • Uwe Haupenthal (Hrsg.): Nord-Kunst. Schleswig-Holstein im 20. Jahrhundert, Katalog der Ausstellungen im Nordfriesischen Museum Ludwig-Nissen-Haus, Husum, Sønderjyllands Kunstmuseum, Tondern, Kulturforum Burgkloster zu Lübeck, Neumünster 2003, ISBN 3-529-02784-7
  • Volker Tiemann: Wenn keiner singt, dann ist es still, Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der Stadtgalerie Kiel, Kiel 2004, ISBN 3-927979-64-3
  • Kunstlandschaft 06, Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der Stadtgalerie im Elbeforum, Brunsbüttel 2006, ISBN 3-931279-35-9
  • Think big /voir grand, Saidye Bronfman Centre for the Arts, Montreal, CA, 2002, in: the banal le banal, 2007
  • Dorothee Bieske: Die Kunst ist ein Tisch. Skulpturen von Volker Tiemann, in: Vermöbelt. Möbel in Kunst und Design, Ausstellungskatalog Museumsberg Flensburg, Flensburg 2007, ISBN 978-3-00-021221-5
  • Reinhard Ermen, Volker Tiemann: Stücke für Bühl, in: Kunstforum, Bd. 191, Mai–Juni 2008, S. 357–358.
  • Kunst im Landtag - Paare. Anna Lena Straube / Volker Tiemann, hrsg. vom Schleswig-Holsteinischen Landtag, Kiel 2009
  • Zwischen Nordlicht und Alpenglühen - Volker Tiemann, Katalog zur gleichnamigen Gruppenausstellung in der Stadtgalerie im Elbeforum Brunsbüttel und im Kulturforum Burgkloster Lübeck 2009, ISBN 978-3-931279-43-1
  • Stücke über die Schwerkraft - Volker Tiemann, Katalog zur gleichnamigen Einzelausstellung auf dem Museumsberg Flensburg 2012, ISBN 978-3-00-039303-7
  • Anordnung und Klarheit - Volker Tiemann, Katalog zur gleichnamigen Einzelausstellung in der Galerie im Marstall 2013, Ahrensburg, ISBN 978-3-9815170-7-1

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. kuenstlerbund.de: Mitglieder "T" / Volker Tiemann (abgerufen am 26. April 2016)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]