Wagenfurth

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Wagenfurth
Gemeinde Körle
Koordinaten: 51° 10′ 46″ N, 9° 29′ 56″ O
Höhe: 163 (160–194) m ü. NHN
Fläche: 2,04 km²[1]
Einwohner: 140 ca.
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1971
Postleitzahl: 34327
Vorwahl: 05665

Wagenfurth ist ein Ortsteil der Gemeinde Körle im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wagenfurth liegt am Südrand des Naturraums Kasseler Becken, direkt nördlich der Grenze zum Fulda-Werra-Bergland. Es befindet sich am westlichen, linken Ufer der Fulda, etwa 1 km (Luftlinie) nordwestlich der Ortsmitte des jenseits vom Fluss liegenden Körler Kernorts. Weitere Nachbarorte sind Albshausen (jenseits der Fulda) im Nordnordosten, Lobenhausen im Südosten, Melgershausen (beide diesseits der Fulda) im Südsüdwesten, Büchenwerra (jenseits der Fulda) im Westen und Grebenau im Nordnordwesten (diesseits der Fulda). Südsüdwestlich erhebt sich der Quillerkopf (Quiller; ca. 345 m).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste bekannte und gesicherte Erwähnung von Wagenfurth erfolgte im Jahr 1303 unter dem Namen „Wanworte“ in einer Urkunde Landgraf Heinrich I. von Hessen.[1]

In der Zeit des Königreichs Westphalen (1807–1813) gehörte Wagenfurth zum Kanton Melsungen.[1]

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bis dahin selbstständige Gemeinde Wagenfurth wurde am 1. Februar 1971 im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis als Ortsteil der Gemeinde Körle eingegliedert.[2][3] Für Wagenfurth wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

  • 1585: 12 Haushaltungen
  • 1747: 15 Haushaltungen
Wagenfurth: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2011
Jahr  Einwohner
1834
  
115
1840
  
130
1846
  
111
1852
  
119
1858
  
119
1864
  
128
1871
  
137
1875
  
123
1885
  
102
1895
  
90
1905
  
111
1910
  
102
1925
  
87
1939
  
95
1946
  
196
1950
  
170
1956
  
126
1961
  
119
1967
  
106
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2010
  
?
2011
  
144
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: Zensus 2011[5]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1885: 198 evangelische (= 99,50 %), ein katholischer (= 0,50 %) Einwohner
• 1961: 250 evangelische (= 86,81 %), 38 katholische (= 13,19 %) Einwohner

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fachwerkkirche aus dem 15. Jahrhundert.

Eine Kirche wurde 1341 erstmals genannt, die heutige um 1480 erbaut. Sie ist eine der ältesten erhaltenen Fachwerkkirchen in Nordhessen. Im spätgotischen Stil erbaut diente das zweigeschossige Bauwerk zeitweise als Fruchtspeicher, aber auch als Spritzenhaus und hat nur 24 Sitzplätze. Ab den 1960er Jahren wurde sie wieder als Kirche genutzt und in den 1960er Jahren sowie Anfang der 1990er Jahre (anderen Angaben zufolge 1998) restauriert.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Wagenfurth führt die Kreisstraße 147 (Grebenau–Wagenfurth–Körle), die das Dorf früher direkt mit Lobenhausen verband, nun aber abschnittsweise jenseits der Fulda verläuft, daher pro Dorf über jeweils eine Fuldabrücke führt und im benachbarten Körle durch die Bundesstraße 83 (war früher im Abschnitt Körle–Guxhagen die Landesstraße 3221) unterbrochen ist. Durch Körle verläuft die Bahnstrecke Bebra–Baunatal-Guntershausen, auf der unter anderem die RegioTram Kassel-Melsungen verkehrt. Die Ortschaft liegt am Fulda-Radweg (Hessischer Radfernweg R1) und am Fulda-Weser-Radweg.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Wagenfurth, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. Mai 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328, Abs. 44 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 404.
  4. Ortsbeiträge. In: Webauftritt. Gemeinde Körle, abgerufen im Oktober 2020.
  5. Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt;

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]