Waidgerechtigkeit

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Waidgerechtigkeit oder Weidgerechtigkeit nennt man Normen die für Jäger oder Angler gelten.

Die Waidgerechtigkeit umfasst die Hege des Wildes und der Fischbestände und den Verzicht auf bestimmte, als grausam geltende Jagd- und Angelmethoden. Diese Regeln sind nicht starr fixiert, sondern befinden sich in stetiger Weiterentwicklung. Damit ist die Waidgerechtigkeit ein Vorläufer des modernen Tierschutzes.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff der Waidgerechtigkeit ist in Deutschland in die Jagdgesetze eingegangen. So gelten die nicht schriftlich normierten Regeln der Waidgerechtigkeit als mit Usancen vergleichbares Gewohnheitsrecht und entfalten darum Gesetzeskraft. Erstmals eingeführt in die Gesetzessprache wurde der Begriff 1934 als „Deutsche Waidgerechtigkeit“ in § 4 des Reichsjagdgesetzes. Auch heute noch ist er zum Beispiel im § 1 Abs. 3 des Bundesjagdgesetzes zu finden: „Bei der Ausübung der Jagd sind die allgemein anerkannten Grundsätze deutscher Waidgerechtigkeit zu beachten.“

Viele zunächst als Jagdbräuche verbreitete Regeln der Waidgerechtigkeit haben sich heute in schriftlicher Form in Gesetzen niedergeschlagen. In Deutschland ist beispielsweise der Schrotschuss auf Rehe nach § 19 Bundesjagdgesetz in Deutschland anders als in der Schweiz und Schweden verboten; er gilt nicht mehr als waidgerecht.

Heute bezieht sich der Begriff der Waidgerechtigkeit nach der Ansicht des Deutschen Jagdverbands auf drei Aspekte: „Der Tierschutzaspekt betrifft die Einstellung des Jägers zum Tier als Mitgeschöpf, dem vermeidbare Schmerzen zu ersparen sind. Der Umweltaspekt fordert vom Jäger die Einbeziehung der Umwelt in ihrer Gesamtheit in sein Denken und Handeln. Der mitmenschliche Aspekt betrifft das anständige Verhalten gegenüber anderen Jägern sowie der nicht die Jagd ausübenden Bevölkerung.“[1]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ähnlich formuliert sind die Landesjagdgesetze in Österreich: § 2 Abs 2 des Jagdgesetzes Niederösterreichs lautet beispielsweise: „Die Jagd ist in einer allgemein als weidgerecht anerkannten Weise und unter Beobachtung der Grundsätze einer geordneten Jagdwirtschaft auszuüben.“

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz wird die Weidgerechtigkeit im kantonalen Recht erwähnt, zum Beispiel in Art. 14 Berner Jagdgesetz: Art. 14 Weidgerechtigkeit Die Jägerinnen und Jäger wenden alle Sorgfalt an, um dem Tier unnötige Qualen und Störungen zu ersparen und seine Würde zu bewahren. Sie tragen insbesondere die Verantwortung für eine zeit- und fachgerechte Nachsuche. Die Wildhüterinnen und Wildhüter können zur Nachsuchehilfe beigezogen werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Waidgerechtigkeit. Präsidium des Deutschen Jagdverbands, 19. Juni 2000, abgerufen am 15. Juli 2016.
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