Walkürenritt

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Ritt der Walküren, Aufnahme von 1921

Der Ritt der Walküren oder Walkürenritt ist die Bezeichnung für das Orchestervorspiel zum dritten Akt der Oper Die Walküre von Richard Wagner, das über die Oper hinaus Bedeutung erlangt hat. Neben dem Brautchor aus Lohengrin gehört der Walkürenritt zu Wagners bekanntesten Melodien. Das Thema wurde 1851 komponiert, die Ausarbeitung im Zusammenhang mit der Oper erfolgte in den Jahren 1854–56.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stück besteht aus einer fanfarenartigen, von den Hörnern, Trompeten und Posaunen gespielten Melodie mit bewegter Orchesterbegleitung. Wagner schreibt als Tempo „lebhaft“ vor und weist die Blechbläser an: „Den Rhythmus durchweg sehr scharf und deutlich betonen“. Das Orchestervorspiel geht unmittelbar in den vom Orchester begleiteten gesungenen Schlachtruf der berittenen weiblichen Geisterwesen in der Oper, die Walküren genannt werden über. Zusammen mit ihm dauert das Stück rund acht Minuten; die besser bekannte rein instrumentale Variante ist etwa fünf Minuten lang.

Verwendung außerhalb der Oper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cesare Viazzi: Der Ritt der Walküren.

Bereits zu Wagners Lebzeiten trat der Walkürenritt als Zirkusmusik in Erscheinung. Die bekannteste Verwendung erfolgte im Zweiten Weltkrieg: In der Deutschen Wochenschau vom 30. Mai 1941 wurde bei Aufnahmen der Luftlandeschlacht um Kreta der Walkürenritt als Hintergrundmusik eingespielt,[1] ebenso bei der Berichterstattung über das Bombardement der Bahnstrecke Sankt Petersburg–Moskau.[2]

Angelehnt daran ist die wohl bekannteste Szene aus dem Antikriegsfilm Apocalypse Now (1979) von Francis Ford Coppola mit dem Walkürenritt unterlegt: Die US Army fliegt unter Leitung von Lieutenant Colonel Bill Kilgore einen Hubschrauberangriff auf ein vietnamesisches Dorf. Diese Szene wird wiederum in der Popkultur oft zitiert und findet seitdem häufig in Filmen und Videospielen Verwendung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wochenschau 561, ab Minute 12:29 (bei YouTube).
  2. Bernhard Chiari, Matthias Rogg, Wolfgang Schmidt (2003): Krieg und Militär im Film des 20. Jahrhunderts, Seite 120 ff.