Walter Amelung

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Walter (auch: Walther) Oskar Ernst Amelung (* 15. Oktober 1865 in Stettin; † 12. September 1927 in Bad Nauheim) war ein deutscher klassischer Archäologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walter Amelung war das jüngste Kind des Juristen und Versicherungsmanagers Hermann Amelung (* 1829; † 1899) und dessen Ehefrau Antonie, geborene Lebrun († 1904), ehemalige Schauspielerin am Dresdner Hoftheater. Amelung besuchte das Marienstiftsgymnasium in seiner Heimatstadt Stettin und studierte anschließend von 1884 bis 1888 klassische Altertumswissenschaften an den Universitäten Tübingen, Leipzig und München. Als Schüler von Heinrich Brunn, bei dem er 1888 in München promoviert wurde, empfing er prägende Anregungen für seine wissenschaftliche Laufbahn. Zwei Jahre lang arbeitete Amelung, der mütterlicherseits aus einer zu Beginn des 19. Jahrhunderts berühmten Schauspielerfamilie stammte, als Schauspieler in München und Berlin. Erst dann wandte er sich vollständig der Archäologie zu und unternahm von 1891 bis 1893 ausgedehnte Reisen im Mittelmeerraum. Hier erwarb er umfassende Kenntnisse der antiken Plastik, die er in die Reihe Einzelaufnahmen antiker Skulpturen (mit Paul Arndt, fortgeführt von Georg Lippold) einfließen ließ. Die Reihe war als Vorarbeit für ein Corpus Statuarum Antiquarum gedacht, das jedoch nicht zustande kam.

Amelung lebte seit 1895 in Rom als Mitarbeiter des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI). Er verfasste zahlreiche Kunstführer und leistete wesentliche Beiträge zur Rekonstruktion vieler antiker Statuen. Während des Ersten Weltkriegs musste er Rom verlassen und lehrte in dieser Zeit an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin und an der Lessing-Hochschule zu Berlin. 1917 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen gewählt.[1]

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Amelung 1921 die Leitung und damit der Wiederaufbau des DAI in Rom aufgetragen. 1927 starb er im 62. Lebensjahr in Bad Nauheim. Begraben ist er auf dem protestantischen Friedhof in Rom in unmittelbarer Nähe von Goethes Sohn August.[2] Amelung war unverheiratet geblieben.

Neben seinen Verdiensten um die Archäologie ist Amelung auch als Übersetzer aus dem Griechischen und Lateinischen bekannt. Er war Ehrenmitglied der Society for the Promotion of Hellenic Studies.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Walter Amelung – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 26.
  2. Cimitero Acattolico – Nichtkatholischer Friedhof im Reiseführer von Schwarzaufweiß.