Walter Hämer

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Walter Hämer (* 1. September 1899 in Münster; † 7. Februar 1974 in Hannover) war ein deutscher Architekt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Schulbesuch studierte Walter Hämer von 1916 bis 1920, unterbrochen durch den Militärdienst, an der Baugewerkschule Münster, danach an der Kunstgewerbeschule Dortmund und der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf Architektur. 1921 heiratete er Dorothea geb. Schömann (1900–1994), aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor, darunter die Söhne Hardt-Waltherr und Peter, die ebenfalls Architekten wurden. 1923 bis 1925 war Hämer Mitarbeiter in verschiedenen Berliner Architekturbüros (Heinrich Lassen, Friedrich August Hartmann, Wohnungsfürsorge-Gesellschaft beim Magistrat Berlin). 1926 bis 1931 arbeitete er als selbständiger Architekt in Berlin. 1931 wurde er Konsultant im Komitee für Standardisierung in Moskau. 1932 folgten weitere Tätigkeiten in der Sowjetunion und ausgedehnte Reisen durch das Land. 1933 kehrte er nach Deutschland zurück und war für die Deutsche Reichspost und später für das Luftgaukommando Wien tätig. 1939 bis 1945 war Hämer Soldat im Zweiten Weltkrieg. 1945 wurde er Bezirksarchitekt in Berlin-Tiergarten, von 1947 bis 1948 arbeitete er als Stadtbaurat in Lünen, 1949/1950 lehrte er als Professor für Gebäudelehre an der Hochschule für Baukunst und bildende Künste in Weimar. 1950/1951 leitete er die Abteilung Planung und Bauleitung bei der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe in Münster, 1951/1952 arbeitete er im Planungsamt der Stadt Hannover, 1953 bis 1973 als selbständiger Architekt in Hannover.

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmalgeschütztes Parkhaus Schmiedestraße in Hannover-Mitte (erbaut 1964/65, Lage)
Gedenktafel am Haus, Gäßnerweg 55, in Berlin-Tempelhof
  • 1924–1928: Mitarbeit an der Wohnanlage Ceciliengärten in Berlin-Schöneberg von Heinrich Lassen
  • 1924/1925: Mitarbeit an der Villa Wagner in Berlin-Zehlendorf von Friedrich August Hoffmann
  • 1926/1927: Wohnanlage Manteuffelstraße in Berlin-Tempelhof
  • 1926–1929: Wohnanlage Große-Leege-Straße in Berlin-Lichtenberg
  • 1927/1928: Wohnanlage in der Heimstättensiedlung Malteserstraße in Berlin-Steglitz
  • 1927/1928: Sterngaragen in Berlin-Kreuzberg
  • 1927/1928: Gebäude der Adler-Werke in Berlin-Kreuzberg, 1966 wegen Straßenverlegung abgerissen
  • 1928: Wettbewerbsentwurf für die Reichsforschungssiedlung Haselhorst in Berlin-Spandau
  • 1929–1931: Wohnanlage Wilhelmstadt / Birkenwäldchen in Berlin-Spandau
  • 1935/1936: Großsendeanlage in Zeesen, gesprengt 1945
  • 1948: Eben-Ezer-Kapelle in Lünen
  • 1948/1949: Wohnhausgruppe in Lünen
  • 1951/1952: Gebäude der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe in Münster (mit dem Bauamt der Kammer, Alexander Lötken und Hardt-Waltherr Hämer; fertiggestellt durch Werner Ruhnau)
  • 1952–1955: Wohn- und Geschäftshaus Rose in Hannover (gemeinsam mit Hardt-Waltherr Hämer und Marie-Brigitte Buro)
  • 1954: Wettbewerbsentwurf für den Niedersächsischen Landtag in Hannover (gemeinsam mit Ulrich Gastreich und Hardt-Waltherr Hämer)
  • 1955: Kindertagesstätte in Hannover-Bothfeld
  • 1955: DEA-Tankstelle in Hannover-Ricklingen
  • 1956/1957: Wettbewerbsentwurf für das Opernhaus in Sydney (gemeinsam mit Hardt-Waltherr Hämer und Fritz Eggeling)
  • 1956–1958: Typenentwurf für die Purfina-Tankstelle (gemeinsam mit Hardt-Waltherr Hämer)
  • 1958: Ladenausbau Schröder style for men in Hannover
  • 1958: Wettbewerbsentwurf für das Westfälische Landesmuseum in Münster
  • 1958/1959: Gebäude der Magdeburger Versicherung in Hannover (gemeinsam mit Hardt-Waltherr Hämer)
  • 1964/1965: Parkhaus Schmiedestraße in Hannover - denkmalgeschützt
  • 1965/1966: Geschwister-Scholl-Schule in Letter (heute: Georg-Büchner-Gymnasium in Seelze) (gemeinsam mit Peter Hämer)
  • 1966/1967: Hauptschule Suthwiesenstraße in Hannover-Döhren (gemeinsam mit Peter Hämer)
  • Kaufhaus Erdmann in Hannover

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Termitenhügel. (Leserbrief) In: Der Spiegel, Ausgabe 18/1949, S. 29.
  • Stations service standardisées. In: Architecture d'Aujourdhui, 29, 1958, Heft 77, S. 36/37.
  • Gutachterlicher Entwurfsvorschlag für den Neubau einer 10-klassigen Sonderschule auf dem Gelände am Hochkamp in Hildesheim. In: Zeitschrift für Heilpädagogik, 15, 1964, S. 487–492.
  • Letter 66. Geschwister-Scholl-Schule. (Publikation zur Fertigstellung der Schule am 30. September 1966)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hardt-Waltherr Hämer (Hrsg.), Peter Hämer (Hrsg.), Karl-Robert Schütze (Bearb.): Walter Hämer. Tagebücher der Russlandjahre. Kunstgeschichtliches. Berlin 2010, ISBN 978-3-89462-192-6.
  • Karl-Robert Schütze: Zwei Tankstellen - ein Architekt? Der Bau von Typentankstellen am Ende der fünfziger Jahre und ihre vergessenen Architekten Willy H. Weisensee und Walter Hämer, in: Mannheimer Geschichtsblätter 30, 2015, S. 10–20.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Walter Hämer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien