Wanda von Debschitz-Kunowski

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Wanda Wilhelmine Auguste von Debschitz-Kunowski, geborene von Kunowski (* 8. Januar 1870 in Hammer, Landkreis Czarnikau; † 23. April 1935 in Berlin) war eine deutsche Porträt-Fotografin.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Debschitz-Kunowski war die Tochter des preußischen Majors August von Kunowski (1836–1883) und dessen Ehefrau Helene, geborene von Bethe (1837–1887). George August Kunowski (1757–1838), Pastor prim. an der Friedenskirche zu Schweidnitz, war der ältere Bruder ihres Urgroßvaters.

Sie heiratete am 16. August 1898 in Görlitz den Kunstmaler Wilhelm von Debschitz (1871–1948), den Sohn des preußischen Generalleutnants Kolmar von Debschitz (1809–1878) und der Pauline von dem Borne (Haus Berneuchen, Kr. Landsberg) (1830–1912). Aus der Ehe, die im Juli 1924 geschieden wurde, sind die Kinder Wanda (1899–1986), Wolf-Dietrich (1901–1972) und Irene von Debschitz (1903–1990) hervorgegangen. Wanda jun. war mit Erich Ziegert (1900–1978), ihre Schwester Irene mit dem Künstler Alexander Schawinsky verheiratet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ihrem Studium in Berlin beim Maler Carl Gussow (um 1890) übersiedelte Debschitz-Kunowski nach München und nahm Unterricht im Atelier des Malers Heinrich Nauen. Um 1895 entstanden kleinere kunstgewerbliche Arbeiten wie hölzerne Tabletts und Dosen. Im Jahr 1900 besuchte sie die neue „Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie“ in München und nahm Unterricht bei dem US-Amerikaner Frank Eugene Smith.

Von 1902 bis 1905 arbeitete sie seit deren Gründung in der Metallwerkstatt der Debschitz-Schule, der Kunstschule ihres Mannes. Von 1905 bis 1914 war sie dort Lehrerin für Fotografie und machte zugleich Aufnahmen von den Werken der dort arbeitenden Künstler. Zusätzlich erledigte sie private Aufträge wie Porträts von Münchener Persönlichkeiten und von Schülern der Debschitz-Schule und fertigte Landschaftsfotografien, nach denen Öldrucke hergestellt wurden. Schon zu dieser Zeit wurden ihre Fotos in Zeitschriften veröffentlicht.

Im Jahr 1914 folgte sie ihrem Ehemann nach Hannover, der nach dem Verkauf seiner Kunstschule dort eine neue Stellung gefunden hatte. 1918 war sie Mitarbeiterin an der Foto-Publikation Der Akt.

Im Jahr 1921 trennte sie sich von ihrem Ehemann, von dem sie 1924 geschieden wurde, und gründete ein eigenes Fotoatelier in Berlin. Dort spezialisierte sie sich auf Aufnahmen von kunstgewerblichen Objekten, unter anderem Porzellan für die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin, und auf Porträtaufnahmen von Persönlichkeiten wie Max Planck, Clara Rilke-Westhoff und Albert Einstein. Außerdem machte sie Fotografien von moderner Architektur und Ausstellungen.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In folgenden Publikationen wurden ihre Fotos veröffentlicht (unvollständig):

  • Die Blauen Bücher: Menschen der Zeit. Hundert und ein Lichtbildnis wesentlicher Männer und Frauen aus deutscher Gegenwart und jüngster Vergangenheit. Karl Robert Langewiesche Verlag, Königstein (Taunus) 1931.
  • Hans-Curt Köster (Bearb.): Das Werk. Technische Lichtbildstudien. Neudruck der Erstausgabe von 1931 nebst Materialien zur Editionsgeschichte, Albertina (Hrsg.), Wien 2002, ISBN 3-7845-3560-7.
  • A. P. Zeller (Hrsg.): Das Reich der Hausfrau. Praktischer Lehrkurs der rationellen Hauswirtschaft, Kochkunst und Ernährungskunde. 2 Bände, Verlag hauswirtschaftlicher u. mediziner Werke (Carl Ehlers), Konstanz (Bodensee) ca. 1930.
  • A. P. Zeller (Hrsg.): Das Reich der Hausfrau. Ein Lehrkurs der zweckmäßigen Hauswirtschaft etc. Emil Frey Verlag, Zürich, ohne Jahresangabe.
  • Hans Kaiser: Gesegnete Fehlzeit. Ein Ratgeber für Küche, Einkauf, Kochen und Essen. Deutsche Buchgemeinschaft, Berlin.
  • Das deutsche Lichtbild. Jahresschauen 1927/1928 und 1932, Robert & Bruno Schultz, Berlin 1927 und 1931.
  • Les Dones fotògrafes de la República de Weimar: 1919/1933. Barcelona Fundació „la Caixa“, Barcelona (Spanien) 1995, ISBN 84-7664-499-X.
  • Friedrich Schiller: Das Lied von der Glocke, mit Ornamenten von Wanda von Debschitz-Kunowski, Theo Stroefer Verlag, Nürnberg 1905.
  • Unsere Zeit in 77 Frauenbildnissen. Niels Kampmann Verlag, Heidelberg, ca. 1930.
  • Kunstgewerbeblatt. Neue Folge, 17.–19. Jahrgang, Monatsschrift, Seemann Verlag, Leipzig 1906–1908.
  • Menschen auf der Straße, Zweiundvierzig Variationen über ein einfaches Thema. J. Engelhorns Nachf., Stuttgart 1931.
  • Paul Nikolaus: Tänzerinnen. Delphin-Verlag, München 1919.
  • Egon H. Strassburger: Kinder. Reimar Hobbing Verlag, Berlin 1931.
  • Karl Vanselow (Hrsg.): Die Schönheit. Jahresbände 1912 und 1914, mit Bildern geschmückte Zeitschrift für Kunst und Leben, Verlag der Schönheit, Dresden 1912 und 1914.
  • Richard A. Giesecke (Hrsg.): Die Schönheit. Jahresband 1921, mit Bildern geschmückte Zeitschrift für Kunst und Leben, Verlag der Schönheit, Dresden 1921.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wanda von Debschitz-Kunowski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien