Weg-Rauke

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Weg-Rauke
Weg-Rauke (Sisymbrium officinale), Illustration

Weg-Rauke (Sisymbrium officinale), Illustration

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Gattung: Rauken (Sisymbrium)
Art: Weg-Rauke
Wissenschaftlicher Name
Sisymbrium officinale
L.

Die Weg-Rauke (Sisymbrium officinale),[1] auch Echte Rauke oder Gewöhnliche Raukegenannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Rauken (Sisymbrium) innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Sie ist in Eurasien und Nordafrika weitverbreitet. Die Wegrauke kommt häufig Europa vor und wächst an Wegrändern sowie als „Unkraut“ in Feldern und Gärten.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Flora Batava, Volume 2
Blütenstand von oben
Schote mit Samen

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weg-Rauke ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 70 Zentimetern erreicht. Die Weg-Rauke ist aufrecht wachsend mit sparrig abstehenden, aber bogenförmig aufwärts gerichteten Seitenäste.

In einer grundständigen Blattrosette stehen fiederteilig gelappte Laubblätter und großem Endabschnitt zusammen. Weiter oben werden die Blätter schmaler und kleiner. Die Blattränder sind gesägt.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Mai bis in den Frühsommer, bis August reicht die Blütezeit. Die anfangs schirmtraubigen später traubigen Blütenstände befinden sich an den verzweigten Stängeln.

Die relativ kleinen, zwittrigen Blüten sind vierzählig. Es sind vier grüne Kelchblätter vorhanden. Die vier gelben Kronblätter sind von 2 bis 4 Millimeter lang. Es sind sechs Staubblätter vorhanden.

Eng dem Stängel angedrückt stehen die schmalen, behaarten Schoten sind 8 bis 20 Millimeter lang. Der Fruchtstiel ist 2 bis 3 Millimeter lang und fast so dick wie die Schoten. Die Samen haben die Maße: 1 bis 1,3 × 0,5 bis 0,6 Millimeter.

Chromosomensatz und Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es liegt Diploidie vor mit einer Chromosomenzahl von 2n = 14.[2][3]

Die Weg-Rauke enthält Gerbsäure, Vitamin C.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Weg-Rauke handelt es sich um einen mesomorphen Therophyten,[1] sommer- oder winterannuell ist. Die Weg-Rauke wurzelt bis zu 20,5 Zentimeter tief. Sie gilt als Stickstoffanzeiger.[4]

Bei den unscheinbare Blüten handelt es sich blütenökologisch um „Nektar führende Scheibenblumen“. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten oder durch Selbstbestäubung.

Die Früchte sind Windstreuer. Die Samen verbleiben lange in den Früchten und werden oft erst mit der ganzen, sparrigen Pflanze verschleppt, sobald diese abgestorben ist. Fruchtreife ist von Juli bis Oktober. Die Pflanze ist ein Wintersteher. Die Samen sind Lichtkeimer.

Habitus

Trivialnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für diese Art gibt es viele deutschsprachige Trivialnamen, beispielsweise Weg-Rauke, Echte Rauke, Gewöhnliche Rauke, Raukensenf, Wegsenf oder Sängerkraut.

Da die Weg-Rauke eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Echten Eisenkraut (Verbena officinalis) hat, wird sie auch als Gelbes Eisenkraut bezeichnet.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hauptverbreitungsgebiet nach Oberdorfer ist eurasiatisch (Arten des großen durch Eurasien ziehenden Laubwaldgebietes). Sie kommt ursprünglich auch in Nordafrika vor. In weiteren Ländern Afrikas ist sie ein Neophyt, wie auch in Nord- und Südamerika, auf Hawaii, Mauritius, Neuseeland, Australien und in Makaronesien.[5]

Die Weg-Rauke gedeiht am besten auf nährstoffreichen Böden an warmen Standorten. Man findet sie an Wegen, als Garten„unkraut“, auf Schutt, Brachen[4], Dämmen und an Ufern. Sie ist eine Charakterart des Verbands Sisymbrion, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften des Arction und des Polygonion avicularis vor.[2] In den Allgäuer Alpen steigt sie nahe der Bergstation der Kanzelwandbahn bis zu einer Höhenlage von 1920 Metern auf.[6]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weg-Rauke wird nach Haeupler & Muer 2000[7] als giftig für bestimmte Tiere angegeben.

In früheren Zeiten wurden die abgestorbenen Pflanzen als Besen genutzt.

Verwendung als Gewürzpflanze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man kann die jungen Blätter und die Samen auch als Küchengewürz einsetzen.[8]

Den Samen der Wegrauke kann man als Gewürz verwenden. Sie haben ein würziges senfartiges Aroma. Die frischen gehackten Blätter verleihen Gerichten einen pikanten, kresseartigen Geschmack. Getrocknet kann man sie pulverisieren und wie Senfpulver verwenden. Die Sammelzeit ist von Juni bis September.

Anwendung als Heilpflanze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Volksmedizin wurde die Weg-Rauke als Tee verwendet. Die Weg-Rauke wurde auch als Sängerkraut bezeichnet, weil der Tee gegen Stimmbandentzündungen eingesetzt wurde. Weg-Rauke wird in der Pflanzenheilkunde als Heilmittel gegen Heiserkeit nach Erkältungen eingesetzt. Als Heilpflanze ist die Wegrauke heutzutage nahezu unbekannt.

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Artikel beruht hauptsächlich auf folgenden Unterlagen:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Sisymbrium officinale (L.) Scop., Wege-Rauke. In: FloraWeb.de.
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Seite 474. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5.
  3. Tai-yien Cheo, Lianli Lu, Guang Yang, Ihsan Al-Shehbaz, Vladimir Dorofeev: Brassicaceae.: Sisymbrium officinale (Linnaeus) Scopoli, S. 180 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 8: Brassicaceae through Saxifragaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2001, ISBN 0-915279-93-2.
  4. a b Bruno B. Kremer: Steinbachs Naturführer - Wildblumen Erkennen & bestimmten. Mosaik Verlag, 2001, S. 70.
  5. Sisymbrium officinale im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 1. August 2017.
  6. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW-Verlag, Eching bei München, 2001, ISBN 3-930167-50-6. Seite 572.
  7. Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  8. Oskar Sebald: Wegweiser durch die Natur Wildpflanzen Mitteleuropas. ADAC Verlag, München 1989, ISBN 3-87003-352-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weg-Rauke (Sisymbrium officinale) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diesen Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!