Wehrmachtslokomotive WR 200 B 14

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wehrmachtslokomotive WR 200 B 14
V20 036
V20 036
Nummerierung: DB und DR: V 20 001…050
DB: 270
Anzahl: 129
Hersteller: BMAG, Deutz, Gmeinder, Jung, DWK
Baujahr(e): 1938–1943
Ausmusterung: bis 1979
Achsformel: B
Länge über Puffer: 8.000 mm
Höhe: 3.800 mm
Breite: 3.103 mm
Fester Radstand: 3.200 mm
Dienstmasse: 26 bis 27 t
Radsatzfahrmasse: 13,0 t
Höchstgeschwindigkeit: 55 km/h
Installierte Leistung: 147 kW
Treibraddurchmesser: 1.100 mm
Motorentyp: Deutz A6M 324 (V 20 002; 005–008; 030–041)
MWM RHS 326 S (V 20 020–023)
MAN W6 V17,5/22 (V 20 050)
Antrieb: 6-Zylinder-Dieselmotor

Die Wehrmachtsdiesellokomotiven des Typs WR 200 B 14 entstanden in den späten 1930er Jahren als Rangierlokomotiven für die deutsche Wehrmacht. Die Typenbezeichnung bezeichnet eine Wehrmachtslokomotive für Regelspur mit 200 PS, Achsfolge B (zwei gekuppelte Antriebsachsen) und einer Achslast von etwa 14 Tonnen. Sie waren – wie auch die anderen Diesellokomotiven unter den Kriegslokomotiven – zunächst nicht in den Bestand der Deutschen Reichsbahn aufgenommen worden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt 129 Lokomotiven wurden zwischen 1938 und 1943 von den Herstellern Berliner Maschinenbau (BMAG), Deutz und Gmeinder sowie Jung und Deutsche Werke für die Wehrmacht gebaut. Die zwei Achsen wurden über eine zwischen den Achsen angeordnete Blindwelle und Kuppelstangen angetrieben; das Führerhaus befand sich am hinteren Ende der Lokomotive.

V20 036

Nach dem Zweiten Weltkrieg verblieben 23 Fahrzeuge bei der Deutschen Bundesbahn, die sie als Baureihe V 20 (V 20 001, 002, 005–008, 020–023, 030–041, 050) in ihrem Bestand führte. 1968 erhielten die zwanzig zu diesem Zeitpunkt noch vorhandenen Lokomotiven die Baureihenbezeichnung 270. Im Jahre 1979 wurde mit der 270 035 die letzte Maschine ausgemustert.

Auch die Deutsche Reichsbahn hatte vier solcher Maschinen im Einsatz. Bei der notwendigen Instandsetzung erhielten die Lokomotiven neue Motoren – die Leistung blieb bei 200 PS (147 kW). Zum Zeitpunkt des neuen Umzeichnungsplanes war keine V 20 mehr im Bestand.

In Österreich kam eine Maschine als 2061.01 zu den ÖBB, die sie 1966 für den Betrieb der „Schleppbahn Liesing“ an die STUAG verkauften, wo sie bis 1982 im Einsatz war.[1] Sie ist in Hadersdorf beim Österreichischen Club für Diesellokgeschichte erhalten.[2]

Die Lokomotiven hatten zum Vorheizen der Motoren DOFA-Koksöfen, die bei der DB aber demontiert wurden. Einige Lokomotiven erhielten auch eine Sifa-Einrichtung.

Elf Lokomotiven sind erhalten geblieben, die unter WR 200 B 14 eingereiht wurden. Davon stammen acht Loks von Deutz, zwei von der Berliner Maschinenbau und eine von Jung. Einige tragen heute eine Bundesbahnnummer, obwohl sie nachweislich nie in Staatsbahndiensten standen.

Ehemalige DB-Lokomotiven:

Andere Herkunft:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Lauscher: Die Diesellokomotiven der Wehrmacht. Die Geschichte der Baureihen V 20, V 36 und V 188. EK-Verlag, Freiburg 1999, ISBN 3-88255-236-0
  • Rolf Löttgers: Die Dieselloks der Baureihen V 20 und V 36. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart 1986, ISBN 3-440-05673-2
  • Hans W. Rogl: Arbeitstier abseits der Magistralen. In: eisenbahn-magazin. Nr. 11, 2015, ISSN 0342-1902, S. 6–11.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wehrmachtslokomotive WR 200 B 14 – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Josef Pospichal: Lokstatistik (abgerufen 23. April 2017).
  2. Lokverzeichnis des ÖCD. (abgerufen 23. April 2017).