Weißach (Murr)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Weißach
Oberläufe: Glaitenbach, Brucher Bach
Der Rad- und Fußweg zum Schulzentrum verläuft parallel zum Fluss unter der Straße zwischen Aichholzhof und Seemühle/Weissach im Tal.

Der Rad- und Fußweg zum Schulzentrum verläuft parallel zum Fluss unter der Straße zwischen Aichholzhof und Seemühle/Weissach im Tal.

Daten
Gewässerkennzahl DE: 238384
Lage Baden-Württemberg
Flusssystem Rhein
Abfluss über Murr → Neckar → Rhein → Nordsee
Quelle Zusammenfluss mehrerer Bäche bei Oberweissach
48° 55′ 24″ N, 9° 30′ 13″ O
Quellhöhe 274 m ü. NN
Mündung bei Backnang in die MurrKoordinaten: 48° 56′ 54″ N, 9° 26′ 46″ O
48° 56′ 54″ N, 9° 26′ 46″ O
Mündungshöhe 244 m ü. NN
Höhenunterschied 30 m
Länge 12,1 km[1] mit OL Glaitenbach
Einzugsgebiet 52,7 km²

Die Weißach ist ein linker Nebenfluss der Murr in Baden-Württemberg. Sie entsteht aus mehreren Bächen im Ostteil der Backnanger Bucht und verläuft zur Gänze im Rems-Murr-Kreis.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name „Weißach“ ist germanischen Ursprungs und kennzeichnet das Gewässer als einen Bach mit weißem, d. h. schäumendem Wasser. Erstmals erwähnt wird der Bach 1027 in einer Urkunde Kaiser Konrads II. als „Wizzaha“.[2]

Neben der Schreibweise „Weißach“, die auf amtlichen topographischen Karten verwendet wird, ist auch die Schreibweise „Weissach“ in Gebrauch. Letztere Form erscheint in den Namen der am Bach liegenden Orte Unterweissach und Oberweissach, die mit anderen Orten in der Gemeinde Weissach im Tal zusammengeschlossen sind. Der Namenszusatz „im Tal“ bezieht sich auf die Bezeichnung „Weissacher Tal“, die für das gesamte Einzugsgebiet des Bachs mit allen Nebentälern gebräuchlich ist, zu dem außerdem noch die Gemeinden Allmersbach im Tal und Auenwald gehören.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weißach fließt aus zahlreichen kleinen Bächen zusammen, die in der Osthälfte der Backnanger Bucht am Rande der Keuper-Steilstufe entstehen. Als Weißach bezeichnet wird der Bachlauf ab dem Ort Oberweissach, wo der Glaitenbach, der Däfernbach und der Buchwiesenbach (letztere beide über ihren gemeinsamen kurzen Unterlauf Brucher Bach) zusammenfließen. Der Glaitenbach ist dabei mit 5,8 km Länge der etwas längere Oberlaufast, der Bucher Bach trägt jedoch ein über die Hälfte größeres Teileinzugsgebiet bei.

Zwischen den Weissacher Ortsteilen Oberweissach und Aichholzhof durchquert der Bach das Naturschutzgebiet am Seegut (siehe unten). Bei Aichholzhof nimmt er das Wasser des von Süden kommenden Gruppenbachs auf, der seinerseits auch ein Büschel von anders benannten Oberläufen hat, und ändert dann seine Fließrichtung von westlich dauerhaft auf nordwestlich. Nachdem er Unterweissach durchflossen hat, verläuft der Bach längere Zeit über die freie Feldflur, wobei er die härteren Muschelkalk-Böden erreicht und in einen für diese Schicht charakteristischen windungsreichen Lauf übergeht. Dabei passiert die Weißach den am rechten Hang liegenden Backnanger Ortsteil Sachsenweiler. Am östlichen Ortsrand von Backnang, bei der ehemaligen Spinnerei Adolff (heute ein Gewerbepark), mündet sie 6,3 km flussabwärts vom Zusammenfluss ihrer Oberläufe bei Oberweissach von links in die mittlere Murr.

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Quelle zur Mündung. Auswahl, teils auch mit höheren Zuflüssen.[1]

Ursprung der Weißach am Ostrand von Oberweissach aus dem Zusammenfluss des Glaitenbachs mit dem Däfernbach, der kurz zuvor noch den Bucher Bach aufgenommen hat.

  • Glaitenbach, rechter Oberlauf der Weißach, 6,0 km und 5,6 km². Entsteht in einer Klinge südlich von Sechselberg.
  • Brucher Bach, linker Oberlauf der Weißach, 0,1 km, mit längerem eigenen rechten Oberlauf Däfernbach zusammen 5,2 km sowie 9,0 km².
    • Däfernbach, rechter Oberlauf des Brucher Bachs, 5,1 km und ca. 4,9 km². Entsteht in einer Klinge bei Schöllhütte.
    • Bubwiesenbach, linker Oberlauf des Brucher Bachs, 3,6 km und ca. 4,0 km². Entsteht in einer Klinge bei Lutzenberg.
  • Wattenbach, von links im Naturschutzgebiet Seegut-Semmlersberg, 3,8 km mit Oberlauf Seelöchlesbach sowie 2,4 km².
  • Gruppenbach, von links gegenüber dem Aichholzhof, 1,4 km und zusammen mit jedem seiner beiden Oberläufe 4,7 km sowie 12,6 km². Die Weißach knickt an diesem Zufluss nach Nordwesten ab.
    • Horbach, linker Oberlauf des Gruppenbachs, 3,3 km und 2,5 km². Entsteht bei Horbach
    • Allmersbach, rechter Oberlauf des Gruppenbachs, 3,3 km und 4,3 km². Entsteht unterm Stöckenhof von Öschelbronn.
  • Horbetsbach, von links in Unterweissach zwischen Welzheimer und Stuttgarter Straße, 2,2 km und ca. 1,7 km².
  • Brüdenbach, von rechts in Unterweissach nahe am Rathaus, 7,3 km mit seinem Oberlauf Alter Haubach und 13,9 km². Der Alte Haubach entsteht südlich von Siebenknie.
  • Hametsbächle, von rechts kurz vor der Unteren Mühle von Unterweissach, 0,8 km und ca. 0,4 km²
  • Dresselbach, von rechts am Ortsanfang von Sachsenweiler, 1,7 km und ca. 1,6 km².
  • Mädlesbach, von links einen Steinwurf nach dem vorigen, 1,1 km, zusammen mit einem unbeständigen Oberlauf Etzlensbach[3], unterhalb dessen dann der Lauf zunächst verdolt ist, sogar ca. 1,5 km sowie ca. 1,6 km². Der Etzlensbach entsteht zwischen den Sportplätzen am Ostrand von Backnang und dem Ungeheuerhof.
  • (Bach vom Nordrand Sachsenweilers), von rechts durch Sachsenweiler nach der Kläranlage, 0,9 km und ca. 0,6 km².

Mündung der Weißach im östlichen Backnang durch eine Industriezone um die Eugen-Adolf-Straße. Der Bach ist hier ab dem Quellbach-Zusammenfluss 6,307 km, ab der mündungsfernsten Quelle des Glaitenbachs 12,086 km lang und hat ein Einflussgebiet von 52,713 km hinter sich.

Einzugsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Einzugsgebiet der Weißach liegt in der Osthälfte der Backnanger Bucht. Es bildet eine markante, halbkreisförmig von den Bergen des Schwäbisch-Fränkischen Waldes umstandene Talschüssel, die durch die vielen kleinen, eingeschnittenen Bachläufe stark zergliedert ist. Im Norden ist es der Murrhardter Wald, im Osten der Welzheimer Wald, und im Süden sind es die Berglen, an deren Steilhängen die Zuflüsse der Weißach entspringen. Das Einzugsgebiet ist gut 50 km² groß und reicht (im Uhrzeigersinn) vom Brüdenbach im Norden bis zum Horbach im Südwesten. Der Brüdenbach, der in Unterweissach einmündet, ist mit gut 7,3 km zugleich der längste Zufluss. Benachbarte Einzugsgebiete der Weißach sind mehrere andere Zuflüsse der Murr sowie die Wieslauf im Südosten.

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Weissacher Tal, eine Ausbuchtung des Neckarbeckens, liegt im Verkehrsschatten der größeren Verbindungswege, die am Rande des Tals über Backnang laufen. Lediglich einige Kreisstraßen verlaufen durch das Gebiet, im Tal der Weißach selbst zwischen Unterweissach bis hinauf nach Däfern (Gemeinde Auenwald).

Ausbauzustand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weißach ist auf ganzer Länge als Gewässer zweiter Ordnung eingestuft. Nach dem Wassergesetz für Baden-Württemberg bedeutet dies, dass das Flussbett öffentliches Eigentum der betreffenden Gemeinden ist, und dass diese für die Unterhaltung des Gewässers zuständig sind.[4]

Einzelne Abschnitte der Zuflüsse sind innerhalb der von ihnen durchflossenen Orte verdolt, so z. B. der Glaitenbach in Lippoldsweiler und der Allmersbach im gleichnamigen Ort. Auch die Weißach selbst wird kurz vor ihrer Mündung unterirdisch durch das alte Spinnereigelände geleitet.

Zur Bewältigung des Hochwasserschutzes haben die drei Gemeinden des Weissacher Tals im Jahr 2000 einen gemeinsamen Zweckverband gegründet.[5] Neben dem Entwurf einer Gesamtkonzeption für den Hochwasserschutz ist es Aufgabe des Verbands, eine Reihe von Rückhaltebecken zu bauen und zu betreiben, von denen die meisten noch vor der Errichtung stehen.

Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der östliche und der nördliche Rand des Weissacher Tals gehört zum Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald, und die Hänge am südlichen und östlichen Rand sind als Landschaftsschutzgebiet Südliches Weissacher Tal und Berglen großflächig unter Schutz gestellt.

Zwischen Oberweissach und Aichholzhof wurde 1999 das zuvor dort bestehende Landschaftsschutzgebiet aufgewertet und zum Naturschutzgebiet erklärt. Dieses NSG Seegut-Semmlersberg umfasst eine Fläche von 18,3 ha zu beiden Seiten der Weißach. Bei diesem Gebiet handelt es sich laut Naturschutz-Verordnung um „eines der letzten größeren Feuchtgebiete im Rems-Murr-Kreis mit Auwald- und Schilfflächen“ von hoher ökologischer Bedeutung. Ebenfalls erwähnenswert sind mehrere Prallhänge im Muschelkalk-Abschnitt bei Sachsenweiler, die als flächenhafte Naturdenkmale gelten.[6]

Im Gewässerbericht 2004 wurde das Wasser der Weißach und einiger Zuflüsse untersucht. Während dem Däfernbach beim Ort Däfern die Güteklasse I–II („gering belastet“) bescheinigt werden konnte und es beim Gruppenbach (in Cottenweiler) und Brüdenbach (in Unterweissach) noch für Klasse II („mäßig belastet“) reichte, musste der Weißach selbst in Unterweissach das Prädikat „kritisch belastet“ (Klasse II–III) verliehen werden, womit sie zu den am stärksten verunreinigten Gewässern im Einzugsgebiet der Murr zählt.[7]

Bilder von der Weißach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kartendienste der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) (Hinweise)
  2. Geschichte der Gemeinde Weissach im Tal
  3. Name des Etzlensbachs erschlossen aus dem des gleichnamigen Gewanns am Lauf.
  4. Wassergesetz für Baden-Württemberg in der Fassung vom 20. Januar 2005 (PDF, 717 KB)
  5. Satzung des Zweckverbands „Hochwasserschutz Weissacher Tal“ (PDF-Datei; 26 kB)
  6. Landesamt für Umwelt, Messungen und Naturschutz – Schutzgebietsverzeichnis
  7. Biologische Gewässergütekarte 1 : 350.000 der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (PDF; 11,7 MB)

Weitere geographische Angaben nach amtlichen topographischen Karten 1:25.000 und 1:50.000

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weißach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien