Wendhausen (Lehre)

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Wendhausen
Gemeinde Lehre
Wappen von Wendhausen
Koordinaten: 52° 18′ 57″ N, 10° 38′ 7″ O
Höhe: 80 m ü. NN
Einwohner: 1605 (1. Feb. 2018)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 38165
Vorwahl: 05309

Wendhausen ist eine Ortschaft in der Gemeinde Lehre im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wendhausen liegt etwa 10 km nordöstlich vom Stadtzentrum Braunschweigs. Verkehrsmäßig ist er durch die L 295 an Braunschweig und Wolfsburg angebunden. Außerdem ist er an die A 2 durch die Autobahnausfahrt Braunschweig-Ost angeschlossen. Durch den Ort fließt die Schunter in zwei Armen, die in der Niederung einen etwa 400 m breiten und etwa 2 km langen Werder umfließen.

Ortsbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortskern liegt das Schloss Wendhausen mit einem größeren Gutsbetrieb, der seit den 1990er Jahren in Wohneigentum und als Altenheim umgestaltet worden ist. Ortsprägend ist die mit 17 Metern Höhe von weitem sichtbare, fünfflügelige Windmühle Wendhausen auf dem Dettmersberg im Ort. Die Holländermühle wurde 1837 von den Brüdern Karl und Eduard Vieweg als Ersatz für die Wassermühle an der Schunter errichtet, die sie zur Papierherstellung benötigten. 1980 erwarb die Gemeinde Wendhausen die Mühle, die seit 1983 von einem Verein repariert und erhalten wird. Ab 2013 wurden umfangreiche Bauschäden behoben. Die Mühle ist heute eine Station der Niedersächsischen Mühlenstraße und die einzige betriebsfähige Windmühle mit fünf Flügeln in Deutschland.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich wurde der Ort, früher auch als Wenethusen bezeichnet, erstmals 1125 erwähnt. Der Name weist auf eine Besiedlung durch den slawischen Stamm der Wenden hin, obwohl es keine weiteren Belege dafür gibt. 1495 gehörte der Ort zum Fürstentum Wolfenbüttel. Die Burg Wendhausen, bei der es sich wegen der Lage in Schunternähe nur um eine Wasserburg gehandelt haben kann, wurde erstmals 1388 erwähnt. Nach mehrfacher Zerstörung ließ der begüterte herzogliche Politiker Philipp Ludwig Probst auf ihren Grundmauern 1683–1688 das Schloss Wendhausen erbauen.

Von 1807 bis 1813 bestand der Kanton Wendhausen, dessen Hauptort Wendhausen war.

Am 1. Juli 1972 wurde Wendhausen in die Gemeinde Lehre eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehre-Wendhausen – Bevölkerungsentwicklung seit 2011
Entwicklung Jahr Einwohner Anmerkungen
2011 1.472 zum 31. Dezember
2012 1.476 zum 31. Dezember[4]
2018 1.605 zum 1. Februar[1]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in die 1970er-Jahre hatte Wendhausen einen Haltepunkt an der Schuntertalbahn. Im Jahr 1998 wurde schließlich die gesamte Strecke stillgelegt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Dionysius-Areopagita-Kirche

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem letzten Schuljahr 2013/2014 wurde die Grundschule geschlossen. Heute beherbergt das Gebäude die Kindertagesstätte "Mühlenknirpse". Die alte Kita an der Hauptstraße wurde zu einem Dorfmuseum umfunktioniert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Einwohnerzahlen der Gemeinde Lehre auf braunschweig.online, 4. Februar 2018, abgerufen am 17. August 2018.
  2. Günter Jung: Fünflügelige Holländerwindmühle in Wendhausen in: Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen 2/2016, S. 69
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 267.
  4. Wolfsburger Allgemeine Zeitung: Die Gemeinde wächst: Jetzt 11.733 Einwohner, 22. April 2013.