Werner Albring

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Werner Anton Oskar Wilhelm Albring (* 26. September 1914 in Schwelm, Westfalen; † 21. Dezember 2007 in Dresden) war ein deutscher Ingenieur und Hochschullehrer auf dem Gebiet der Strömungsmechanik.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1934 bis 1939 studierte er Maschinenbau an der Technischen Hochschule Hannover, wo er 1941 mit der Arbeit Kraftmessungen am schwingenden Tragflügel promoviert wurde. Nach zweijähriger Assistenz arbeitete er von 1941 bis 1945 als Stellvertretender Leiter am Institut für Aeromechanik und Flugtechnik ebendort.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nahm Albring eine Tätigkeit bei den Zentralwerken im thüringischen Bleicherode bei Nordhausen im Südharz auf und wurde 1946 zum Abteilungsleiter für Aerodynamik berufen. Hier setzte die sowjetische Besatzungsmacht die angestammte Produktion der deutschen V2-Raketen fort unter der fachlichen Leitung des Flugzeugbauers und später als Vater der sowjetischen Raumfahrt berühmt gewordenen Chefkonstrukteurs Sergei Pawlowitsch Koroljow. Die produzierten V2-Raketen wurden für Versuchszwecke in die Sowjetunion gebracht.

Am 22. Oktober 1946 wurde Albring im Rahmen der Aktion Ossawakim zusammen mit seiner Familie und anderen Spezialisten, wie Helmut Gröttrup, Heinrich Wilhelmi u. a. in die Sowjetunion zwangsverpflichtet. Nahezu fünf Jahre lang arbeitete Albring als Aerodynamiker in den Waldaihöhen auf der im Seligersee gelegenen Insel Gorodomlja (heute Siedlung Solnetschny). Er war dort beteiligt an der aerodynamischen Entwicklung und Konstruktion von Trägerraketen, basierend auf der deutschen Rakete Aggregat 4 (bekannter als A4 oder V2).

Grab von Albring auf dem Inneren Plauenschen Friedhof in Dresden

Im Juni 1951 kehrte er aus der Sowjetunion in die DDR zurück und wurde 1952 zum ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule Dresden und zum Direktor des neu gegründeten Instituts für Angewandte Strömungslehre, heute Institut für Strömungsmechanik, berufen. Im Jahr 1979 wurde er emeritiert. Albring starb 2007 in Dresden und wurde auf dem Inneren Plauenschen Friedhof bestattet.

Er veröffentlichte 1991 seine Erinnerungen an seine Zeit als Raketentechniker in der Sowjetunion.

Wirken und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albrings Hauptwirken fand auf dem Gebiet der Strömungsprobleme der Turbomaschinen und der Turbulenzforschung statt.

Er gehörte der Akademie der Wissenschaften der DDR zu Berlin seit 1961 als ordentliches Mitglied an. Im Jahr 1972 bekam Albring den Nationalpreis der DDR für Wissenschaft und Technik. 1984 erfolgte die Berufung in die Evangelische Forschungsakademie in Berlin. Die Technische Universität Leningrad (Sankt Petersburg) und die Technische Universität Budapest verliehen ihm 1985 bzw. 1991 die Ehrendoktorwürde; 1995 erhielt er den Ludwig-Prandtl-Ring, die höchste Auszeichnung, welche die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt vergibt.

Werner Albring war Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, deren Ehrenmitgliedschaft ihm 2004 für sein wissenschaftliches Lebenswerk verliehen wurde.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kraftmessungen am schwingenden Tragflügel. Dissertation Technische Hochschule, Hannover 1940
  • Aufgaben und Möglichkeiten der Strömungslehre bei der Entwicklung des Maschinenbaues. Akademie-Verlag, Berlin 1957.
  • Angewandte Strömungslehre. Steinkopf, Dresden 1961; 6. Auflage: Akademie-Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-05-500206-7.
  • Elementarvorgänge fluider Wirbelbewegungen. Akademie-Verlag, Berlin 1981.
  • Gorodomlia. Deutsche Raketenforscher in Russland. Hrsg. von Hermann Vinke. Luchterhand, Hamburg 1991, ISBN 3-630-86773-1.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]