Werner Eckart

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Werner Eckart (* 27. März 1909 in München; † 17. Mai 1997 ebenda) war ein deutscher Lebensmittelunternehmer. Er gründete 1949 die Firma Pfanni, damals in München.

Leben[Bearbeiten]

Die Familie Eckart führt seit 1605 Lebensmittelunternehmen. Der Großvater von Werner Eckart, Johannes Eckart, gründete 1868 die Konservenfabrik Johs. Eckart, die erste bayerische Konservenfabrik. Sein Vater, Otto Eckart, der Knödel-König, fand eine Konservierungsmethode für Kartoffeln und stellte im Ersten Weltkrieg Trockenkartoffeln als Truppenverpflegung her.[1] Von 1926 bis 1928 machte Werner Eckart eine Ausbildung in der oberpfälzischen Konserven-Industrie Ludwig Gschossmann GmbH & Co. KG in Schwandorf. 1932 erhielt er die Prokura im väterlichen Betrieb. Am 1. Januar 1943 wandelte er die Gesellschaftsform des Unternehmens in eine Kommanditgesellschaft. Bis 1945 sorgte die Wehrmacht für einen hohen Absatz der Konservenfabrik an getrockneten Kartoffeln, Gemüse und Pulver. Ab 2. September 1949 brachte Werner Eckart eine dehydrierte Kartoffelmasse unter dem Markennamen Pfanni in den Verkehr.[2]

Die Regierung von José Miguel Ramón Idígoras Fuentes in Guatemala ernannte Eckart zu ihrem Konsul, und die Bundesregierung erteilte ihm am 17. April 1962 das Exequatur. Zur Wirtschaftsrezession 1967 erwarb Werner Eckart die Spreda Nahrungsmittelwerke bei Cloppenburg.[3] Anlässlich des Mordes an Karl Graf von Spreti legte Werner Eckart 1970 das Amt als Konsul der Republik Guatemala nieder. Ab 1974 war Eckart Generalkonsul ad honorem der Republik der Philippinen. Sein Sohn Otto Eckart (* 25. Februar 1936) wurde 1974 Generalkonsul von Guatemala, übernahm 1987 das Unternehmen[4] und gründete 1996 die Stiftung Otto Eckart.

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Alt: Von Kartoffeln, Knödeln und Pfanni, München 1959.
  • Otto Eckart, Michael Kamp: Die Geschichte der Familie Eckart – Von Franken nach München und Hawaii, München 2015, ISBN 978-3-944334-61-5.
  • Otto Eckart: Pfanni – Mein Leben. Eine Unternehmensbiografie, München 2012, ISBN 978-3-940061-82-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Jürgen Teuteberg, Günter Wiegelmann, Nahrungsgewohnheiten in der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts S. 85
  2. Der Spiegel, 18. April 1966, Knödel vom Konsul pdf
  3. Der Spiegel, 28. August 1967 Friedhof der Schwachen pdf
  4. Erfinder der Pfanni-Knödel brach tot zusammen - das Herz. In: Berliner Kurier. 18. Mai 1997, abgerufen am 19. August 2015.
  5. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,6 MB)