Werner O. Feißt

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Werner Otto Feißt (* 8. Juli 1929 in Freiburg im Breisgau; † 28. April 2006 in Basel) war ein deutscher Fernsehmoderator, Fernsehjournalist, Fernsehproduzent und Buchautor. Er galt als Pionier des deutschen Bildungsfernsehens und war Mitbegründer der Ratgeber- und Kochsendung Was die Großmutter noch wusste.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feißt war der Sohn eines Buchdruckermeisters und einer Bergbauerntochter.

Ausbildung und beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur nahm er ein Studium an der Pädagogischen Akademie in Lörrach auf, das er mit der 1. und 2. Dienstprüfung für Lehrer abschloss. Zunächst arbeitete er als Volksschullehrer in Freiburg, Sankt Georgen, Schelingen und Oberbergen am Kaiserstuhl. Später studierte er an der Universität Freiburg Philosophie (unter anderem bei Eugen Fink) sowie Pädagogik, Kunstgeschichte und Volkskunde.

Feißt gehörte einem Alemannischen Kabarett an, war zehn Jahre lang Leiter der Freiburger Gehörlosen-Bühne sowie Herausgeber und Schriftleiter des Info-Blattes „d'r Suflörkaschte“.

Fernsehkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Karriere beim Südwestfunk (SWF) in Baden-Baden, der 1998 im Südwestrundfunk aufgegangen ist, begann 1959 mit einem Volontariat sowie einer Tätigkeit als freier Mitarbeiter. Seit 1961 war er dort als Fernsehredakteur beschäftigt. Ab 1968 befasste sich Feißt, der inzwischen nach einigen erfolgreichen Produktionen zum stellvertretenden Leiter der Kultur-Abteilung des SWF-Fernsehens befördert worden war, mit dem Aufbau eines Bildungsfernsehens. Dabei entstanden die Sendereihen Telekolleg, Schulfernsehen, Funkkolleg sowie zahlreiche Kursprogramme. Ab 1969 war er Hauptabteilungsleiter im Ausbildungs- und Familienprogramm des Südwestfunks. Mehrfach trat er daneben als Schauspieler in SWF-Fernsehfilmen auf.

1982 entwickelte Werner O. Feißt die Koch- und Haushaltsratgebersendung Was die Großmutter noch wusste, die wöchentlich im SWR Fernsehen (früher: Südwest 3 und Südwest Fernsehen) ausgestrahlt wurde und die er auch nach seiner Pensionierung im Jahr 1995 bis zu seinem Tod zusammen mit der Schweizerin Kathrin Rüegg moderierte. Diese Sendung gilt als die am längsten gelaufene Kochsendung des deutschen Fernsehens.

Als Fernsehfilmautor befasste sich Feißt hauptsächlich mit den Themen Orthodoxie, Kunstgeschichte, Zeitgeschichte und Landeskunde, insbesondere in Bezug auf Griechenland. Neben einigen Fernsehreihen verfasste er auch diverse Bücher. Für seine Produktionen und Werke erhielt er zahlreiche Preise.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werner O. Feißt war verheiratet und Vater zweier Töchter.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehproduktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Warum Christen glauben (Fernsehreihe)
  • Christsein im Alltag (Fernsehreihe)
  • Was die Großmutter noch wusste. (Haushaltsratgeber- und Kochreihe, 1982–2006 im Südwest Fernsehen)
  • Werner O. Feißt: Tausend Jahre sind wie ein Tag: Mönche des Heiligen Berges Athos. Calwer, Stuttgart 1984, ISBN 3-7668-0974-1
  • Werner O. Feißt: Bibliotheca Palatina : die Geschichte der berühmten deutschen Büchersammlung. Calwer, Stuttgart 1987, ISBN 3-7668-0882-6
  • Werner O. Feißt (Herausgeber): Diakonie - Das notwendige Tun. Calwer, Stuttgart 2002, ISBN 3-7668-3803-2 (Fernsehreihe zum Thema Diakonie)
  • Glauben aus dem Herzen (Fernsehreihe über die Glaubenswelt der Orthodoxie)
  • Alles Alltag (Fernsehreihe)
  • Partnerschaft (Fernsehreihe)
  • Blut und Ehre – Jugend unter Hitler (Fernsehserie)

Filmografie als Darsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wer war Alexander von Humboldt?
  • Im Seppli si Stern - Alemannische Weihnachtsgeschichten
  • Was vor den Festtagen so gut schmeckt (griechisches Fastenkochbuch)
  • Kathrin Rüegg, Werner O. Feißt: Was die Großmutter noch wusste: gesunde und natürliche Haushaltsmethoden und -weisheiten (Band 1). Müller Rüschlikon, Zürich, Stuttgart, Wien 1984, ISBN 3-275-00838-2
  • Weitere Folgen von Was die Großmutter noch wusste siehe dort.
  • Werner O. Feißt, Annette Wackershauser: Baden – Kulinarische Streifzüge. Sigloch Edition, Künzelsau 1992, ISBN 3-89393-075-2

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ritterkreuz mit Krone des orthodoxen Patriarchats Jerusalem
  • Großes Kreuz der orthodoxen Metropolie von Deutschland
  • Alemannen-Antenne in Gold der Muederschprochgesellschaft Freiburg (1986)
  • Peter-Wust-Preis (1992)
  • „Hebeldank“ des Hebelbundes Lörrach (1993)
  • Ritter des Päpstlichen Silvesterordens[1] (1994)
  • Deutsch-Französischer Kulturpreis der Stadt Rastatt (1995)
  • Ehrenmedaille der Freunde des Volkes Athen (1996)
  • Ritter des Ordens des heiligen Papstes Silvester

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. AAS 87 (1995), n. 3, p. 336.