Werner Pierchalla
Werner Pierchalla (* 1. Januar 1922 in Neu Heiduk, Oberschlesien, heute: Chorzów; † 12. August 2020 in Münster) war ein deutscher Politiker (CDU) und Jurist. Er war Oberbürgermeister von Münster von 1972 bis 1984.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aufgewachsen in Breslau, legte er dort 1941 sein Abitur ab und war von 1943 bis 1949 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Im Anschluss erfolgte die Übersiedlung nach Halle/Westfalen. Ab 1950 studierte Pierchalla Rechtswissenschaften in Münster und wurde zum Dr. iur. promoviert. 1957 wurde er Richter am Landgericht, wechselte dann aber in die Finanzverwaltung und vermittelte ein Jahrzehnt lang an der Fachhochschule für Finanzen des Landes Nordrhein-Westfalen in Nordkirchen Finanzbeamten Fachwissen. Er selbst stieg in die Oberfinanzdirektion auf, bis er auf Drängen von Freunden in die Politik wechselte.[1]
1961 wurde er für die CDU Mitglied des Münsteraner Stadtrates, ab 1969 Fraktionsvorsitzender. Vom 2. Oktober 1972 bis zum 17. Oktober 1984 war er Oberbürgermeister von Münster.
In seine Amtszeit fiel die Umsetzung der Kommunalen Neugliederung (Gebietsreform) vom 1. Januar 1975, die er mit vorbereitet hatte, und die neun bislang selbständige Gemeinden zu Münster schlug. Er war außerdem am Aufbau neuer Stadtviertel wie Münster-Kinderhaus, an der Entwicklung und Umsetzung des Generalverkehrsplans, aber auch an der Einbindung der immer stärker wachsenden Universität, der Kliniken und der Fachhochschulen in eine geordnete Stadtentwicklung beteiligt. Besonders engagierte sich Pierchalla für den Aufbau neuer und die Pflege bestehender Städtepartnerschaften. In seiner Amtsperiode wurden Rishon le Zion in Israel, das tunesische Monastir und das amerikanische Fresno neue Partnerstädte Münsters.
Werner Pierchalla war seit 1955 mit Ursula Pierchalla, geb. Ostrop verheiratet, mit der er fünf Kinder hatte. Als Pensionär verfasste er seine Memoiren, die er dem Stadtarchiv Münster mit der Auflage hinterließ, dass diese erst 20 Jahre nach seinem Tod veröffentlicht werden sollten.[2]
Ehrungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
- Münsterische Goldene Rathaus-Gedenkmünze
- 1978 Ehrenmitgliedschaft der katholischen Studentenverbindung KDStV Winfridia (Breslau) Münster im CV
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Werner Pierchalla: Werner Pierchalla: Kriegsgefangenenlager Grjasowjetz – Auszug aus den Erinnerungen (21. Dezember 1943 - Januar 1945). Regierung der Region Vologda (www.vologda-oblast.ru), archiviert vom am 23. Juni 2007.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Mit diplomatischem Geschick und viel Fingerspitzengefühl. Dr. Werner Pierchalla feiert Neujahr seinen 75. Geburtstag. In: Westfälische Nachrichten, 31. Dezember 1996.
- ↑ Klaus Baumeister: Werner Pierchalla im Alter von 98 Jahren verstorben: Abschied von einem großen Oberbürgermeister. In: Westfälische Nachrichten, 14. August 2020, aktualisiert am 16. August 2020.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Albrecht Beckel | Oberbürgermeister von Münster in Westfalen 1972–1984 | Jörg Twenhöven |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pierchalla, Werner |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist und Oberbürgermeister von Münster (Westfalen) |
| GEBURTSDATUM | 1. Januar 1922 |
| GEBURTSORT | Chorzów |
| STERBEDATUM | 12. August 2020 |
| STERBEORT | Münster |