Werner Usbeck (Mediziner)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Werner Usbeck 1997

Werner Usbeck (* 25. Februar 1920 in Steinbach-Hallenberg; † 10. Dezember 2007 in Erfurt) war ein deutscher Chirurg. Er wirkte von 1962 bis 1985 als Professor und Direktor der Chirurgischen Klinik und Poliklinik an der Medizinischen Akademie Erfurt und fungierte von 1973 bis 1985 als deren Rektor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werner Usbeck wurde 1920 in Steinbach-Hallenberg geboren und beendete 1945 ein Studium der Medizin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, an der er im gleichen Jahr auch promovierte. Anschließend wirkte er bis 1948 als Assistenzarzt am Kreiskrankenhaus in Schmalkalden. Danach wechselte er an die Städtischen Krankenanstalten in Erfurt, wo er als Oberarzt tätig war und seine Ausbildung zum Facharzt für Chirurgie absolvierte. Eine weitere Spezialisierung im Fach Neurochirurgie schloss er 1955 ebenfalls als Facharzt ab. Ein Jahr später wurde er an der Medizinischen Akademie Erfurt (MAE) habilitiert, ab 1957 wirkte er dann als Dozent sowie ab 1962 als außerordentlicher und ab 1969 als ordentlicher Professor für Chirurgie an der MAE. Die Klinik für Chirurgie der Akademie leitete er, zunächst kommissarisch, ab 1961. Darüber hinaus hatte er von 1967 bis 1972 einen Lehrstuhl für Chirurgie an der Akademie für Ärztliche Fortbildung der DDR in Berlin-Lichtenberg inne. Von 1973 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1985 fungierte er als Rektor der Medizinischen Akademie Erfurt.

Werner Usbeck leitete von 1968 bis 1972 als Präsident die Gesellschaft für Neurochirurgie und von 1975 bis 1977 die Gesellschaft für Chirurgie der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Außerdem gehörte er von 1979 bis 1985 dem Ältestenrat beim Ministerium für Gesundheitswesen an. Er veröffentlichte im Laufe seiner Karriere rund 250 wissenschaftliche Publikationen und 18 Beiträge zu Monografien. Sein wissenschaftliches und ärztliches Interesse galt insbesondere der Viszeralchirurgie, der Behandlung von Schädel-Hirn-Verletzungen sowie von Hirntumoren bei Kindern. Unter seiner Betreuung wurden 20 seiner Mitarbeiter habilitiert. Neben dem Ehrentitel Obermedizinalrat und der Ehrensenatorwürde der Medizinischen Akademie Erfurt wurde ihm von 14 nationalen und ausländischen medizinischen Vereinigungen die Ehrenmitgliedschaft verliehen, seine Heimatstadt Steinbach-Hallenberg ernannte ihn 1962 zum Ehrenbürger. 1984 wurde er mit dem Karl-Marx-Orden ausgezeichnet.[1] Er starb 2007 in Erfurt.

Usbeck war Mitglied des Corps Saxonia Jena.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zur Erfurter Medizin- und Hochschulgeschichte. Leipzig 1977 (als Herausgeber)
  • Schädel-, Hirn- und Mehrfachverletzungen. Leipzig 1985 (als Mitautor)
  • Methodische Fragen der Ausbildung im Medizin- und Stomatologie-Studium. Erfurt 1985 (als Herausgeber)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Memoriam: Professor Dr. med. Werner Usbeck (1920–2007). In: Der Chirurg. 79(4)/2008. Springer, S. 376/377, ISSN 0009-4722
  • Eckart Gottschalk, Joachim Reichel, Rudolf Henke: In memoriam OMR Prof. em. Dr. med. habil. Werner Usbeck. In: Ärzteblatt Thüringen. 19. Jahrgang, Ausgabe 2/2008. Herausgegeben von der Landesärztekammer Thüringen und der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen, S. 106/107, ISSN 0863-5412

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neues Deutschland, 2. Oktober 1984, S. 4