Westerwälder Seen

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Karte der Westerwälder Seenplatte

Die Westerwälder Seen sind sieben Stauseen auf der Westerwälder Seenplatte im Westerwald (Rheinland-Pfalz), die wegen ihrer geringen Tiefe meist als Weiher oder Teich bezeichnet werden. Sie liegen innerhalb des Städtevierecks Hachenburg, Westerburg, Montabaur und Dierdorf.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Westerwälder Seenplatte ist eine wellige Hochfläche, die im Norden an den Bergköpfen des Hachenburger Walds beginnt und im Süden bis zum Tal des Saynbachs reicht. Als besondere naturräumliche Einheit des Oberwesterwalds schließt sie diesen im Westen ab, wo das Herschbach-Dierdorfer Becken die Grenze zwischen Hoch- und Niederwesterwald markiert.

Der Aufstieg des Gebirges aus dem Becken wirkt fast wie eine Mauer, in die allein der junge Saynbach eine tiefe Kerbe gegraben hat. Das Gebiet selbst liegt auf einer Höhe von 400 bis 420 m. Das Terrain steigt außerhalb im Hachenburger Forst am Glietzebeul auf 494 m an und fällt im Sayntal bei Zürbach auf 340 m ab.

Die Seengruppe umfasst sieben Stillgewässer von geringer Tiefe und sehr unterschiedlicher Größe:[1]


Bei Dreifelden breiten sich der Dreifelder Weiher, der Haidenweiher und der Hoffmannsweiher aus. Dreifelder und Haidenweiher werden von der Wied gespeist, der Hoffmannsweiher von ihrem linken Quellzufluss Fehlchesbach. Bei Freilingen und Steinen erstrecken sich der Brinkenweiher, der Postweiher und der Hausweiher. Sie wurden durch Stauung des Holzbachs geschaffen, der später von links in die Wied mündet. Etwas abseits liegt nordöstlich des gleichnamigen Ortes der Wölferlinger Weiher, der zu einem großen Teil verlandet ist und sein Wasser vom Saynbach empfängt.

Der größte See der Westerwälder Seenplatte, der Dreifelder Weiher, von Dreifelden aus

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle sieben Teiche sind Menschenwerk. In ihrer heutigen Gestalt wurden sie im 17. Jahrhundert angelegt. Sie dienten anfangs alle der Fischzucht. Die Weiher der Dreifelder Gruppe stehen untereinander durch Kanäle in Verbindung, ebenso diejenigen der Freilinger Gruppe.

Wie Unterlagen aus dem 12. Jahrhundert belegen, betrieben Mönche aus Klöstern der Region bereits damals intensiv Fischzucht. Sie legten in einem Sumpfgebiet die ersten Großteiche an, so auch den Seeweiher. Um 1650 ließ Graf Friedrich von Wied (1618–1698) bereits vorhandene Teiche vergrößern und neue anlegen. So entstanden die sieben großen Fischteiche mit einer Gesamtwasserfläche von über 1000 Morgen. Das jährliche Ablassen des Wassers und der damit verbundene Fischzug im Herbst ist ein regionales Ereignis.

Die Teiche befinden sich noch heute im Eigentum des Fürsten zu Wied.

Naturschutz und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Brinkenweiher, der Haidenweiher, der Wölferlinger Weiher und die südlichen Teile des Dreifelder Weihers sind mittlerweile zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Hier finden sich zahlreiche Wat- und Wasservögel, die auf dem Vogelzug Rast halten oder auch Brutvögel sind.

Als touristische Attraktion gilt der 32 km lange Sieben-Weiher-Weg, der an den sieben Seen entlangführt.[2] Er ist durch eine blaue Sieben und blaue Wellenlinien gekennzeichnet. Die Markierungen sind größtenteils an Pfosten und Bäumen aufgeklebt bzw. aufgemalt. Als Startpunkt kann der Campingplatz am Dreifelder Weiher dienen. Über Steinebach, vorbei am Hoffmanns- und Haidenweiher, führt der Weg nach Hartenfels. Zwischen dem Haus-, Brinken- und Postweiher hindurch geht der Weg weiter nach Freilingen, von dort nach Wölferlingen und zum dortigen Wölferlinger Weiher. Bei Dreifelden führt der Weg am Dreifelder Weiher entlang zum Ausgangspunkt zurück.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Westerwälder Seenplatte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 7-Weiher-Weg. urlaub.westerwald.info, abgerufen am 29. April 2016.
  2. 7-Weiher-Weg. hachenburger-westerwald.de, abgerufen am 7. Dezember 2015.

Koordinaten: 50° 34′ 51″ N, 7° 50′ 19″ O