Hartenfels

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hartenfels (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Hartenfels
Hartenfels
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Hartenfels hervorgehoben
Koordinaten: 50° 34′ N, 7° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Selters (Westerwald)
Höhe: 344 m ü. NHN
Fläche: 8,18 km2
Einwohner: 816 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 100 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56244
Vorwahl: 02626
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 025
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Saynbach 5–7
56242 Selters (Westerwald)
Webpräsenz: www.vg-selters.de
Ortsbürgermeister: Andreas Strüder
Lage der Ortsgemeinde Hartenfels im Westerwaldkreis
Karte

Hartenfels (mundartlich: Harbels[2]) ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Selters (Westerwald) an.

Hartenfels mit Burg Hartenfels, Luftaufnahme (2016)

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartenfels liegt am Holzbach und etwa 4 km von Herschbach sowie 8 km von Selters (Westerwald) entfernt. Nachbargemeinden sind Herschbach und Schenkelberg im Westen, Steinen im Osten und Maxsain im Süden der Gemeinde. Ein kleines, zu Hartenfels gehörendes Waldgebiet, der Hartenfelser Kopf, liegt außerhalb der Gemarkungsgrenzen nördlich des Ortes an der B 8 zwischen Freilingen und Höchstenbach.

Geschichte und Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartenfels mitsamt Burgberg
Der Turm der Burg Hartenfels
Katholische Pfarrkirche

Die Burg Hartenfels wird in alten Schriften erstmals im Jahre 1249 erwähnt. 1332 erhielt der Ort Hartenfels durch Ludwig den Bayern das Stadtrecht von Frankfurt, das 1346 durch Karl IV. bestätigt wurde.[3] Der Ort ist bekannt für seine schon seit 1593 verfallene Burgruine, von der bis auf wenige Mauern nur noch der Turm steht. Es ist der einem Rahmtopf ähnelnde Turm einer Burg, die Mitte des 13. Jahrhunderts gebaut wurde, um die nahegelegene Handelsstraße von Frankfurt nach Köln zu überwachen.

Sie gehörte der Gräfin Mechthild von Sayn aus dem Erbe ihres 1246 verstorbenen Gatten Heinrich III. von Sayn und kam unter Erzbischof Arnold II. von Isenburg an Kurtrier.[4]

Die Ruine trägt im Dialekt den Namen Schmanddippe. 1999 feierte die Gemeinde Hartenfels ihr 750-jähriges Bestehen.

Neben der Burgruinen sind weitere Sehenswürdigkeiten:

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Hartenfels, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[5][1]

Jahr Einwohner
1815 429
1835 525
1871 531
1905 493
1939 529
1950 550
Jahr Einwohner
1961 585
1970 646
1987 702
1997 834
2005 868
2015 816

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Hartenfels besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber ein rotes Antoniuskreuz mit zwei angehängten blauen Glöckchen.“

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigster Arbeitgeber ist die Firma Huf Haus GmbH & Co. KG mit ca. 470 Mitarbeitern.

Windpark Hartenfelser Kopf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2006 wurden zwölf Windräder vom Typ Enercon E-70 auf dem Hartenfelser Kopf fertiggestellt. Diese versorgen ca. 12.500 Haushalte. Es ist somit eins der größten Windpark-Projekte in einem Wald, das je in der Bundesrepublik realisiert wurde. Vier Windräder stehen in der Gemarkung Hartenfels.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar finden zur Ehren des Schutzpatrons, dem heiligen Antonius, Patronatstag 17. Januar, an zwei aufeinander folgenden Wochenenden, zwei Konzerte des Musikvereins statt. Auf dem Burgberg findet jährlich zu Pfingsten das Musikfestival „Rock am Turm“ statt, zu Weihnachten wird alljährlich ein bis zu acht Meter hoher beleuchteter echter Tannenbaum auf dem Turm aufgebaut. Die Kirmes in Hartenfels findet in der Regel am ersten Juliwochenende statt.

Chöre, Vereine etc.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wird bereichert durch den mitgliederstarken Musikverein, die ebenso große Freiwillige Feuerwehr Hartenfels, den Möhnenverein mit einem Männerballett, sowie den Kirchenchor. Der Tennisverein Hartenfels/Schenkelberg ist ebenfalls im Vereinsleben eingegliedert.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Gemeinde Hartenfels gab anlässlich der 750-Jahr-Feier 1999 eine Chronik heraus, geschrieben und zusammengestellt von Altbürgermeister und Ehrenbürger Josef Marx (†); dem früheren Dekan des Dekanates Herschbach-Selters (1971 bis 1979), H. H. Pfarrer i.R. Norbert Dorn (†); sowie Peter H. Görg und Josef Marx, Chronik der Ortsgemeinde Hartenfels, Hachenburg 1999, 649 S.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hartenfels – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Hermann-Josef Hucke: Ortsnamen im Westerwaldkreis in ihrer mundartlichen Aussprache sowie Ortsneckereien, 2010, Seite 16 (PDF; 129 kB)
  3. Hellmuth Gensicke: Landesgeschichte des Westerwaldes. 3. Auflage. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1999, Seite 440; ISBN 3-922244-80-7
  4. Die Ausführungen zum mittelalterlichen Geschichte des Westerwalds sind dem Buch „Der Westerwald“ von Hermann-Josef Roth (DuMont) entnommen
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen